Zahnpasta und Zahnputztabletten bei Öko-Test: 15 fallen durch

Fotos: Ökotest

Öko-Test hat Zahnpasta und Zahnputztabletten auf Problemstoffe getestet: Insgesamt 63 Universalprodukte mussten sich dem Test stellen, doch gerade die Zahncremes einiger großer Marken sind durchgefallen. Empfehlenswerte Alternativen gibt es aber genug. Alle Ergebnisse sind frei verfügbar.

Wie gut putzt Zahnpasta? Und wie gut sind die Inhaltsstoffe der Zahncremes? Öko-Test wollte es wissen und hat 60 Universalzahncremes untersucht. Zusätzlich untersuchte Öko-Test 3 Zahnputztabletten.

Keine der getesteten Naturkosmetik-Zahncremes ist bei Öko-Test durchgefallen. Die meisten von ihnen haben die Bestnote „sehr gut“ erhalten und sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen. Unter den Testsiegern aus zertifizierter Naturkosmetik befinden sich zum Beispiel:

  • Alterra Zahncreme Bio-Minze (Rossmann)
  • Alverde 5 in 1 Zahncreme Nanaminze (dm)
  • Sante Family Zahncreme Bio-Minze

Auch viele herkömmliche Zahncremes kann Öko-Test empfehlen. Dazu zählen zum Beispiel die Zahnpasten Dentalux Complex 3 Kräuter Fresh von Lidl und die Elmex Kariesschutz.

Zahnpasta mit Problemstoffen: 15 fallen durch

Zwar ist die Mehrheit der untersuchten Zahncremes einwandfrei, doch eben nicht alle: Ein Viertel ist im Test durchgefallen, darunter die Zahnpasta einiger großer Marken. Der häufigste Grund für eine schlechte Note ist der Stoff Natriumlaurylsulfat. Dabei handelt es sich um ein Tensid, das für viel Schaum im Mund sorgt.

Öko-Test kritisiert, dass Natriumlaurylsulfat aggressiv wirke und die Schleimhäute reizen könne. In 18 der 60 getesteten Zahncremes steckt der Stoff, zum Beispiel in Colgate Total Plus Gesunde Frische und Aronal Zahnfleisch-schutz mit Zink. Beide sind mit „ungenügend“ durchgefallen.

Ein weiterer kritischer Stoff ist PEG (Polyethylenglykol). Er basiert in der Regel auf umwelt- und klimaschädlichem Erdöl. Außerdem kann er die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. PEG-Verbindungen stecken in gleich 15 Produkten, darunter auch in der Colgate Total Plus Gesunde Frische und dem Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean (beide „ungenügend“).

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Flüssiges Mikroplastik in der Zahnpasta

Zahnpasta kann Kratzer im Glas verschwinden lassen.
In vier Zahncremes steckt Plastik. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Was hat flüssiges Mikroplastik in Zahnpasta verloren? In vier Zahncremes stecken sogenannte „synthetischen Polymere“ – also Plastik. Öko-Test nennt sie allerdings nicht „Mikroplastik“, da es nur feste Partikel als Mikroplastik bezeichnet (mehr zur Mikroplastik-Definition). Anders halten es dagegen Umweltverbände wie der BUND und Greenpeace, die auch flüssiges Plastik zu Mikroplastik zählen. Wir von Utopia schließen uns dem an.

Denn nach dem Ausspucken der Zahnpasta gelangt das Mikroplastik ins Abwasser und letztlich in die Umwelt. Dort können viele Kunststoff-Verbindungen nur sehr schwer abgebaut werden. Flüssiges Mikroplastik kritisiert Öko-Test insgesamt viermal, unter anderem in der Aronal Zahnfleisch-schutz mit Zink und dem Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean. Beide sind mit der Note „ungenügend“ durchgefallen.

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Zahnputztabletten im Test

Dieses Mal hat Öko-Test auch drei Zahnputztabletten untersucht, darunter etwa die Tabs von Hydrophil. Die Ergebnisse reichen von „befriedigend“ bis „mangelhaft“ – auf den ersten Blick sind Zahnputztabletten also nicht empfehlenswert. Die schlechten Ergebnisse basieren aber vor allem auf mangelnden Studienerkenntnissen zur Kariesprophylaxe.

Das schlechte Abschneiden bedeutet also nicht automatisch, dass Zahnputztabletten tatsächlich schlechter sind. Darauf weist im Moment auch nichts hin – bedenkliche Inhaltsstoffe hat Öko-Test nicht gefunden. Neben der mangelhaften Studienlage haben die Fachleute auch nur an der Deklaration Kritik geübt.

Fluorid im Zahnpasta-Test

Wie auch in vergangenen Tests spielte Fluorid erneut eine wichtige Rolle im Test. Fluorid soll den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies machen. Der Zahnpasta-Test zeigt: Alle untersuchten Zahncremes enthalten Fluorid, wenn auch in leicht unterschiedlicher Konzentration.

Die Wissenschaft ist sich aber nicht ganz einig, in welcher Form und Menge Fluorid verabreicht werden sollte. In sehr hohen Dosen kann der Stoff Knochen und Zähne sogar schädigen. Kinder können nach Auffassung von Öko-Test die Zahnpasta der Eltern ab dem 6. Lebensjahr mitverwenden, sofern sie kein Zink enthält. Am Ende liegt die Entscheidung aber beim Einzelnen, ob er zu einer Zahnpasta mit oder ohne Fluorid greift. Lies dazu auch: Fluorid: Wichtig oder giftig für gesunde Zähne?

Alle Details findest du in der Ausgabe 04/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(9) Kommentare

  1. Es gibt keinen einzigen unabhängigen wissenschaftlichen Nachweis für die positive Wirksamkeit von Fluor auf die Zähne, aber etliche Nachweise für die Toxizität auf alles Biologische (zB menschl. Körper). Fluor ist ein toxisches Abfallprodukt der Industrie, das mit Falschaussagen vermarktet wird und zur Vergiftung der Menschen beiträgt. Gewinn mit Tod und Krankheit!
    Warum verweisen Sie nicht auf die Unsinnigkeit solcher Testaussagen und recherchieren anständig, anstatt zu kolportieren, was andere produzieren? Sie sind damit der Wiederkäuer von Unsinn.
    Sie machen sich Gedanken um Arsen auf Reis und spülen sich den Mund gedankenlos mit Fluor!?
    Wie blöd ist das denn!?
    Sie (utopia.de) sind damit Unterstützer der Vermarktung von Gift, machen sich damit schuldig und sind damit Teil des Problems und nicht der Lösung!!!

  2. Hallo, ihr Kommentar ist für mich (als Laien) recht interessant. Sicher sind Sie in der Lage, die entsprechenden seriösen Studien, welche die Toxizität der in den Zahnpasten enthaltenen Mengen an Flourid (oder meinten Sie vielleicht „Flour“, das nach meinen Recherchen etwas völlig anderes ist und gar nicht in Zahncreme vorkommt) zu nennen. Wenn Flourid (nicht Flour!) in den enthaltenen Mengen tatsächlich so schädlich sein sollte, dann würde ich dies bei meiner Kaufentscheidung berücksichtigen. Vielen Dank.

  3. was übrigens auch sehr schädlich, jedoch als inhaltsstoff weit verbreitet ist, ist titan dioxid – in kosmetika als CI 77891 deklariert. in der hier von öko test mit sehr gut bewerteten zahnpasta von SANTE ist es ebenso selbstverständlich enthalten wie in vielen produkten, v.a. arzneimitteln, kosmetika, kaugummi. mir absolut unverständlich, wie mit solch einem extrem kritischen inhaltsstoff eine 1A-bewertung zustande kommen kann…
    was sagt UTOPIA dazu???

  4. Hallo summsumm,
    vielen Dank für deine Rückmeldung. Wir haben den Stoff auf dem Schirm und verfolgen, ob sich in der wissenschaftlichen und politischen Bewertung etwas verändert. Zurzeit ist Titandioxid nur in Sprays untersagt, damit es nicht eingeatmet werden kann. Wir gehen davon aus, dass Hersteller den Stoff von sich aus in Zukunft immer seltener einsetzen werden.
    Bester Gruß,
    Lino (Utopia-Redaktion)

  5. März ´21
    Warum so deutlich agressiv und feindselig ggü. „UTOPIA“ ?
    Wir Menschen sind alle nachteilig für diesen Planeten, für die Tier- und Umwelt… . Und wenn wir auch Fahrrad fahren, verbleiben Tonnen an Altreifen, Kettenspray, Sätteln, Lenkergriffen, Aluminium, Eisen, Lacken und Aufkleber zur Entsorgung zurück. Auch der Fußgänger ist ein Schmutzfink, denn seine Leder- oder Synthetikschuhe mit entsprechender Sohle, wie auch die Schnürsenkel oder Klettbänder sind böse. Uhrenarmbänder, Jacken, Halsketten, Ohrringe -alles böse. Auch die Nutzung des Pcs in diesem Moment macht mich zu einer Umweltlast. Warum ist ´BigHardy´ denn hier beim Vergifter UTOPIA? Wahrscheinlich wie wir alle, um uns zu informieren, wie wir unsere Nachteiligkeit während unseres bescheidenen Daseins für andere (Umwelt,Flora/Fauna) deutlich stark einschränken können. Toll, das Utopia uns nach besten Gewissen informiert (setz ich ´mal voraus) und uns somit bildet und dergleichen gilt für mich dieses für Stift.W-test /Ökotest.
    Bio-Bw verbraucht zuviel Wasser & E-Autos seien die Lösung wird uns erzählt, doch diese Alternativen sind auch nachteilig, Bio-Hanf oder Ahimsa-Seide sind deutlich effizienter und Waldrodungen, um Wege zum Abbau der Rohstoffe für E-Autos zu schaffen, die dann gefördert,transportiert und verarbeitet werden müssen, rechtfertigen nicht die Lobby eines besseren Pkws. Schließlich ist auch der Akku nicht endlos trotz öfterer Regeneration und bleibt der Erde sehr,sehr lange in gewissen Bestandteilen erhalten. Utopia lässt uns solche Daten wissen, entscheiden müssen wir, was wir verursachen durch unsere Anwesenheit. Öko-Test propagandiert hier ja auch mit dem bösen Fluorid, denn Flour sei ja nicht in Zahnpasten.
    Fleischkonsum ist übrigens ebenso böse und verursacht /begünstigt nachweislich u.a. Krebs bei einem Konsum mehr als 3x wöchentlich -böses Fleisch ….. .
    Aggressionen/Angriffe auch Vorwürfe /Vorhaltungen sind hier nicht erwünscht und auch nicht angebracht .

  6. Hallo BigHardy,
    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Weder bei uns noch bei Öko-Test ist die Rede davon, dass Fluor in Zahnpasta eingesetzt würde. Vermutlich liegt eine Verwechslung mit Fluorid vor?
    Bester Gruß,
    Lino (Utopia-Redaktion)

  7. März 2021
    Ich verwende nur morgens die flouridierte dm-Zahncreme 5in1 von Alverde, ansonsten vor der Nachtruhe und auch zwischendurch die CMD mit Salz und Hübner Salbei Zahncreme, welche jeweils ohne das verrufene Flourid sind.
    Das nicht erst seit „gestern“ und mein wirklich guter Dentist hat davon nix bemerkt. Fluorid morgens, also vor den Essenzeiten, muß für mich sein, aber nachfolgend reicht mir das Reinigen durch Abbürsten mit Unterstützung von den zuvor genannten fluoridfreien Mittelchen.
    Wenn getrickst wird, also betrogen wird nach meinem Empfinden, aus Gründen höherer Gewinne, etc. , dann sind es vorrangig die namenhaften, großen Markenunternehmen. Die einst belächelten Hersteller, die bei Rossmann, dm oder in Bioläden verkauft werden (und auch im Internet) werden gar nicht mehr belächelt, weil diese mittlerweile eine ernst zu nehmende Konkurrenz geworden sind, die Kunden und Gewinne den „alten“ Firmen abschöpfen. Nun nimmt man billigere Zutaten, was das etwas ausgleicht, widerum hat dieses zur Folge, das wieterhin mehr Kosumenten abwandern. Auffallend für mich ist, das die meisten der kleinen Unternehmen saubere Rohstoffe, die besseren Zutaten in die Produkte packen (weil die vielleicht am Markt noch was werden wollen und dann machen sie es genauso ? ) und für mich bedeutet diese Ehrlichkeit keinen Rückschritt zur Marke der großen alten Firmen.
    Und das Utopia mich hier schreiben und propagandieren lässt, finde ich auch toll .