Black Friday 2018: 5 Gründe, warum du am 23. November nicht mitmachen solltest

Black Friday
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Am 23. November ist Black Friday – dann ist die Rabattschlacht wieder in vollem Gange. Der Handel macht einen Milliardenumsatz und viele Konsumenten freuen sich über vermeintliche Schnäppchen. Dabei spricht einiges gegen den Black Friday.

Am Freitag nach Thanksgiving – 23. November 2018 – findet in den USA traditionell der Black Friday statt, am Montag darauf der Cyber Monday (der Start des Weihnachtsverkaufs von Online-Shops). An den beiden Tagen locken Geschäfte und Online-Händler mit Sonderangeboten und Rabatten – und die Kunden schlagen zu.

Auch bei uns werden die Shopping-Tage immer beliebter. Kaum einer stellt noch die Frage: Brauche ich das überhaupt? – Hier fünf Gründe, warum du beim Black Friday lieber nicht mitmachen solltest:

1. Vermeintliche Schnäppchen sind gar nicht immer günstiger

„Das beste Angebot des Jahres“, „Top-Deal“, „70 Prozent Rabatt“ – am Black Friday locken die Händler mit Preisnachlässen, Schnäppchen und Rabatten. Allerdings ist nicht jedes Sonderangebot auch wirklich günstiger.

Das Vergleichsportal Netzsieger hat einen Monat lang Preise für Fernseher, Smartphones, Kühlschränke und Waschmaschinen der Händler Amazon, Alternate, MediaMarkt und Saturn beobachtet – und dabei starke Preisschwankungen festgestellt. Nur bei einem von acht untersuchten Geräten sei der Preis kontinuierlich gesunken. Bei einigen Geräten sei der Preis kurz vor dem Black Friday sogar um bis zu 70 Euro gestiegen.

Stichproben des Preisvergleichsportals Guenstiger.de ergaben laut n-tv im vorvergangenen Jahr, dass nur jedes zweite getestete Angebot wirklich ein Schnäppchen war. Teilweise zahlten Kunden am Black Friday sogar mehr.

Als Kunde hat man trotzdem den Eindruck, am Black Friday Geld zu sparen. Das liegt an einem Trick der Händler: Sie versprechen beispielsweise 50 Prozent Rabatt auf den „Originalpreis“ – und nennen dabei die „unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers“ (UVP). Die UVP ist allerdings sehr hoch angesetzt, kaum ein Händler kassiert diese Preise wirklich. Indem die Händler einen übertrieben hohen Preis angeben, wirkt der Black-Friday-Rabatt deutlich größer, als er eigentlich ist.

2. Black Friday fördert die Konsumschleife

Shopping Einkaufen
Black Friday: Einkaufen ist auf dem Programm. (CC0 Public Domain / pixabay.de)

Der Black Friday hat eigentlich nur ein Ziel: den Konsum anzukurbeln und die Lagerhallen der Händler zu leeren. An dem Shopping-Tag werden also wieder Millionen von Menschen weltweit Dinge kaufen, die sie oftmals gar nicht brauchen – nur weil sie gerade so „günstig“ sind.

Der Handelsverband Deutschland rechnet damit, dass der Black Friday und der Cyber Monday gemeinsam für rund 1,7 Milliarden Euro zusätzliche Umsätze sorgen werden. Am meisten profitieren die Elektronik- und die Kosmetikbranche.

Hinter dem Black Friday steckt also vor allem eine profitable Marketing-Strategie: „Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen“, so der Marketing-Experte Martin Fassnacht gegenüber n-tv.

3. Black Friday lockt uns in die Falle

Viele nutzen den Black Friday um sich etwas „vergünstigt“ zu kaufen, was sie ohnehin schon länger haben wollten – vermeintlich. Tatsächlich ist es aber gar nicht so leicht, bei den Rabattversprechen nicht schwach zu werden und doch viel mehr zu kaufen.

Neurowissenschaftler konnten in Versuchen nachweisen, dass bereits der Anblick von Prozentzeichen auf einem Preisschild das Belohnungssystem im Hirn aktiviert. Wer also während des Black Fridays einkaufen geht – egal ob online oder in Geschäften – wird wahrscheinlich auch noch etwas Ungeplantes dazu kaufen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: „Solche Rabatttage sind ein zweischneidiges Schwert. Sie sorgen für mehr Verkäufe. Aber solche Aktionen stärken auch den Trend zur Discount-Gesellschaft. Rabatte sind eine starke Droge. Es wird dadurch immer schwieriger, Produkte noch zu normalen Preisen zu verkaufen“, so der Marketingexperte gegenüber n-tv.

 4. Unfälle am Black Friday

Der Black Friday ist bei uns noch lange nicht so verbreitet und etabliert wie in den USA – allerdings wird der Rabatt-Tag von Jahr zu Jahr beliebter. Ein Blick in die USA zeigt, wo die Reise im schlimmsten Fall hingehen könnte: In den Geschäften spielen sich teils erschreckende Szenen ab: Kunden, die sich schubsen oder prügeln um das letzte Schnäppchen zu ergattern, oder trampelnde Massen im Kaufrausch – in Amerika gibt es am Black Friday jedes Jahr Verletzte.

5. Konsum macht nicht glücklich

Auch wenn ein (vermeintliches) Black-Friday-Schnäppchen erst einmal ein Hochgefühl bescheren kann – Shopping und Konsum machen nicht glücklich. Einer Greenpeace-Studie zufolge löst Einkaufen nach der anfänglichen Euphorie sogar eher negative Emotionen aus. Nach dem Einkauf folgen oftmals Schuldgefühle oder eine innere Leere, die viele mit neuem Konsum bekämpfen.

Eine bessere Alternative zum Black-Friday-Kaufrausch gibt die „NICHT-Einkaufen-Liste“, die Greenpeace auf Twitter geteilt hat:

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(2) Kommentare

  1. Bis eben wusste ich gar nichts von diesem Tag und sehe es als Hinweis, genau da nirgendwo einkaufen zu gehen. Nicht weil ich vielleicht irgendwo übers Ohr gehauen werden könnte, sondern weil Menschen vollkommen wahnsinnig werden, wenn es um sogenannte Schnäppchen geht. Sie werden zu Gollums, die nur „DEN Schatz“ wollen und sie ignorieren konsequent, dass es wieder nur Plunder ist, der sie nach kurzer Zeit gar nicht mehr interessiert.
    Ich halte es für eine Krankheit und die Betroffenen versuchen mit ihren Kauforgien etwas in sich zu heilen, was so niemals geheilt werden kann.
    Es gibt keine Dinge, die die inneren Löcher stopfen können, sie können nichts ausgleichen, nicht trösten, nicht glücklich machen.
    Es ist eine Verwechslung. Eine vorübergehende Endorphinausschüttung, die stattfindet, wenn etwas Neues in die eigene Tasche wandert hat gar nichts mit Glücklichsein zu tun, sondern ausschließlich mit Betäubung.

  2. Machen die jedes Jahr, nur eben an einem anderen Datum.
    Ist so was ähnliches wie der Sommer-Schluß-Verkauf der der Winter-Schluß-Verkauf, weil die Lager fürs Weihnachtsgeschäft leer werden müssen.
    Der Name ist wohl aus dem „Schwarzen Freitag“ 1929 hergeleitet, der die Weltwirtschaftskrise ausgelöst hat.

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