„Kauf-nix-Tag“: Diesen Samstag kaufen wir nichts!

Foto: ***DJ*** / Quelle : photocase.com

Am 24. November ist wieder „Kauf-nix-Tag“. Die Gegenveranstaltung zum Black Friday in den USA ruft dazu auf, draußen zu bleiben aus Shopping-Centern, Supermärkten und Boutiquen.

Gerade die kommenden Wochenenden arten für viele Menschen in wahre Shopping-Exzesse aus. Jeder kennt die Bilder von mit Einkaufstüten bepackten Menschenmassen, die sich durch die Innenstädte schieben.

Beispielhaft dafür steht der „Black Friday“ in den USA: der Tag nach Thanksgiving, an dem viele Amerikaner frei haben und der den Beginn der Weihnachtseinkaufssaison mit vielen Rabatten und Schnäppchen einleitet.

Und auch hier heißt Weihnachten für viele Leute einfach nur „Einkaufen bis zum Umfallen“, von allem mehr bekommen. Ein Zustand, der den Aktivist und Künstler Ted Dave im Jahr 1992 auf die Idee brachte, in Vancouver den „Buy Nothing Day“ ins Leben zu rufen.

Buy nothing statt Black Friday

Die Stadt Vancouver darf zu Recht als eine Brutstätte der weltweiten Umweltbewegung bezeichnet werden. Hier gründeten Friedensaktivsten 1971 die wohl berühmteste Umweltorganisation aller Zeiten: Greenpeace. Hier ist der Geburtsort des kapitalismuskritischen Magazins „Adbusters“ und im Jahr 1992 wurde hier der erste „Buy Nothing Day“ organisiert.

Die in Deutschland als „Kauf-nix-Tag“ bekannte Aktion ruft zu einem 24-stündigen freiwilligen Konsumverzicht auf. Sie gehört zu den ersten und bedeutsamsten Kampagnen, um Wirtschaft und Unternehmen mit der Macht des Verbrauchers zu konfrontieren. Denn jeder einzelne Dollar, jeder Euro ist Einkaufsmacht: eine von Verbrauchern noch immer viel zu selten entfesselte und von Unternehmen auch häufig in Frage gestellte Kraft.

„Alles in der Wirtschaft ist darauf angelegt, heute, jetzt, hier, sofort etwas zu kaufen. Ich war davon völlig erschöpft und dachte, vielleicht ist es eine gute Idee, endlich einmal eine Shopping-Pause einzulegen“,

sagte Initiator Ted Dave damals. Er beschloss, einen Tag im Jahr festzulegen, an dem Menschen nichts kaufen sollten. Ted Dave suchte sich dafür den letzten Samstag im November aus. In Nordamerika ist dies zwei Tage nach Thanksgiving (Ernte-Dank-Fest) und zugleich auch der Beginn der langen Einkaufswochenenden für Weihnachten. Er entwarf ein paar Poster, die er in Vancouver und Umgebung plakatierte – heute ist seine Aktion weltweit wichtig und bekannt.

Einen Tag lang nichts kaufen: Was soll man damit schon erreichen?

Verschiebt man damit nicht einfach nur seine Einkäufe um 24 Stunden und dann wird weiter wie bisher konsumiert? Vielleicht. Doch zunächst einmal ist  der „Kauf-nichts-Tag“ ein guter Anlass, das eigene Konsumverhalten bewusst zu hinterfragen – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem es oft schwer ist, sich dem Konsumtrubel zu entziehen: kurz vor Weihnachten.

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Bild: Utopia

Jeder, der einmal ausprobiert hat über 24 Stunden keinen Cent auszugeben – ob aus der Not oder aus freiem Willen heraus  – der weiß, das in dieser Zeit viel passiert. Man stolpert über Automatismen und Gewohnheiten („kein Tag ohne Butterbreze“), erkennt Nötiges und Überflüssiges, denkt vielleicht über Hunger und Durst, über Haben oder Sein nach.

Protest gegen umweltschädliche, unmenschliche Herstellungsbedingungen

Doch hinter der Idee des „Kauf-nix-Tag“ verbirgt sich auch ein gesellschaftspolitischer Aspekt: Er will ein Zeichen gegen umweltschädliche, unmenschliche Herstellungsbedingungen setzen und auf den zerstörerischen Einfluss der Konsumgesellschaft aufmerksam machen. Denn: Wie gehen wir mit den Ressourcen der Erde um? Wir konsumieren oft so, als ob wie eine zweite Welt mit reinem Wasser, sauberer Luft, glücklichen Tieren, Wäldern, unverseuchten Böden und unversehrter Ozonschicht in petto hätten. Eine schöne Illusion, die von der omnipräsenten Industrie- und Werbemaschinerie jeden Tag mit neuen „Heile Welt-Motiven“ genährt wird. Der Appetit darauf scheint jedenfalls um so größer zu werden, je mehr im Argen liegt.

Deshalb lautet der Utopia-Wunsch von heute: Macht mit beim „Kauf-nix-Tag“ und gebt am Samstag keinen Cent aus. Und morgen sagen wir uns womöglich: Ich will weniger konsumieren und dafür bewusster.

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(33) Kommentare

  1. Liebes UTOPIA – Team,
    danke euch herzlichst für den Artikel.

    Zum gleichen Thema habe ich auf dem Nachhaltigkeitsblog Experiment Selbstversorgung einen Artikel unter dem Titel „Konsum oder Nicht-Konsum, das ist hier die Frage!“ geschrieben: http://experimentselbstversorgung.net/buy-nothing-day-konsum-oder-nicht-konsum/
    Schaut gerne rein!

    Und für alle, die geldfreier leben möchten und die Idee dahinter klarer bekommen mögen, haben wir eine Internet-Kampagne ins Leben gerufen: http://geldfreierleben.de/

    Viel Freude beim Durchschauen!

    Alles Liebe und herzlichste Grüße,
    tobi

  2. Einen Tag lang nichts kaufen – ist das in unserer zivilisierten Welt überhaupt möglich?
    Dann müßte man ja einen Tag lang auf den betrieb jedweder elektrischer geräte verzichten und dürfte auch kein Trinkwasser entnehmen, weil man ja Strom und Wasser beim Versorger einkauft. Telefon und Internet als technsche Versorgung-Leistung fallen für diesen Tag dann auch flach. Von der Heizung ganz zu schweigen.
    Die Überschrift ist daher schlicht und einfach übertrieben, was den Sinn und die Botschaft des Aktikels nach Absurdistan entführt.

  3. Die theatralisch überzogenen Berichte, Artikel und Überschriften von Utopia kritisiere ich schon lange. Nur daß das viele nicht verstehen können oder wollen.
    Dabei könnte man mit etwas mehr Schalichkeit so viel und so viele erreichen.
    Schade drum …

  4. Das die Themen nicht meinen Vorstellungen entsprechen, habe ich ja nicht gesagt.
    Was mich stört, ist die Art und Weise der Berichterstattung. Da überlege ich manchmal ernsthaft, ob das nun Realsatire oder Volksverdummung ist.

  5. Nun ja. Es ist einfach den Umständen des Lese-Zeitalters geschuldet, dass man über das Gelesene nachdenken muss und sollte.

    Im Übrigen hast Du Dich zwar bislang mit viel Kritik, aber weder mit Belegen noch nachprüfbaren Quellen hervorgetan.
    Naja.

    Da passt Dein letzter Satz in der Tat: Ist das Realsatire oder Volksverdummung von Dir?

  6. „Das die Themen nicht meinen Vorstellungen entsprechen, habe ich ja nicht gesagt.“
    Und wer verständig lesen kann, hat auch sofort festgestellt, dass ela333 dies gar nicht unterstellt hat.
    Wieder mal typisch „denkender“ Bürger: Auf einen Einwand kontern, den niemand gebracht hat, und das Ganze dann mit Diskussion verwechseln.
    Der Bedeutungsunterschied zwischen „Inhalten“ und „Themen“ sollte doch sogar dir bekannt sein, oder?
    Du bist wirklich so ziemlich der Letzte, der sich anmaßen sollte, anderen „Realsatire oder Volksverdummung“ vorzuwerfen.

  7. @marauder @WernerMax

    Lautet das Thema „Kauf-Nix-Tag“ oder „Was hat Denkendebürger nur ständig zu meckern“?
    Wer weicht denn hier vom Thema ab?
    Und eine begründeste Feststellung steht in meinem ersten Kommentar – natürlich nur für den, der des Lesens kundig ist.
    Merke: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
    Und ihr beiden habt gerade nicht nur mit einem Stein, sondern mit einem ganzen Gebirge geworfen!
    Ich werde Utopia mal einen entsprechenden Hinweis geben – vielleicht fliegt ihr beiden hier eher raus als ich.

  8. Unwahrscheinlich, dass wir hier rausfliegen. Das tust ja selbst Du nicht.

    Ich gehe gen nochmal auf Deinen Kommentar ein: Wo, denkst Du, ist der Unterschied zwischen Nicht-Konsum und Verbrauch des täglichen Lebens?
    Wenn Du das verstanden hast, dann hast Du ein bisschen die Intention des Artikels verstanden.

    Mit nem anderen Tenor (und nem ganz anderen Vorlauf) hätte das eine wirklich interessante Diskussion werden können.

  9. „Und eine begründeste Feststellung steht in meinem ersten Kommentar…“
    Solltest du tatsächlich deine eigenen Kommentare nicht kennen? Dann könntest du ja von der Möglichkeit des Nachlesens Gebrauch machen.
    Nein, da steht keine „begründeste Feststellung“:
    Der erste Satz ist eine Frage.
    Anschließend folgt eine Aufzählung von vermeintlichen Schlussfolgerungen, die lediglich dokumentiert, dass du entweder den Artikel nicht gelesen hast oder aber seinen Inhalt und den Sinn der Aktion, über den man ja durchaus diskutieren könnte, nicht verstanden hast. Aber marauder hat dir ja auch schon eine kleine Hilfe zum Verständnis gegeben.
    Der letzte Satz schließlich ist logisch nicht schlüssig und kann im Übrigen nur von jemandem stammen, der meint, in einer Überschrift müsse der gesamte Inhalt des Artikels samt detaillierter Ausführung enthalten sein, weil er nicht in der Lage ist, mehr als einen Satz in seiner Gesamtheit zu erfassen.

  10. „Merke: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!…“
    Wie oft willst du diese Leerfloskel eigentlich noch wiederholen? Hast du nicht mehr Textbausteine im Repertoire?

  11. Wieder ein Beleg mehr, dass du den Artikel entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hast. Daraus geht nämlich ganz klar hervor, welche Art von Konsum gemeint ist. Wie willst du also etwas „konsequent zu Ende“ denken, wo du doch noch gar keinen Anfang gefunden hast?

  12. „Ich habe einen eigenen Kopf zu Denken, den ich auch zu diesem Zweck benutze.“
    Das trifft auch auf Siebenjährige zu. Und über die Qualität der Ergebnisse ist damit noch nichts ausgesagt. Aber immerhin verfügst du ja schon mal über einen Teil der Voraussetzungen, um bei Gelegenheit über notwendige und hinreichende Bedingungen nachzudenken.

  13. Natürlich ist Verbrauch eine Form des Konsums.
    Allerdings ist das nicht Inhalt des Artikels.

    Und würde man Deine Rechnung tatsächlich durchrechnen, käme raus, dass unser Leben tatsächlich Energien verbraucht.
    Das ist aber doch ne Binse, oder?
    Das lässt sich auch nicht wirklich ändern.

    Die Fragen daran sind: Was, wofür, womit, wozu, wieviel (tbc: to be continued) – und wenn sich jeder diese Fragen ernsthaft beantworten würde, wäre schon viel gewonnen.

    Jeder Schritt ist wichtig.
    Und es ist egal, ob für den Einzelnen nur 10, 30, 50 oder auch 85 oder sogar 100 % gehen.

    Jeder Schritt ist kostbar. Jedes Bisschen Bewusstheit ist kostbar.
    Punkt.

    In diesem Sinne:
    Ich hoffe @ Denkenderbuerger, dass Du den Artikel mit etwas mehr Sanftmut und Weitsicht lesen kannst.

  14. Wenn Du meinen ersten Kommentar richtig und bis zu Ende gelesen hättest und Dich mal ein bißchen von der der Polemik des WernerMax lösen würdest, hättest Du das vielleicht gesehen, daß ich den Artikel sehr wohl verstanden habe und was ich an diesem Artikel kritisiere.
    Wobei ich jetzt mal unterstelle, daß Du das was da steht (im Gegensatz zu WernerMax) auch verstehen kannst und willst.

  15. Du kannst getrost davon ausgehen, dass marauder deinen „ersten Kommentar richtig und bis zu Ende gelesen“ und s e h r gut verstanden hat. Deshalb hat sie ja auch erkannt, dass du an dem Artikel etwas kritisierst, was gar nicht drin steht.

  16. @WernerMax
    Bist Du der Vormund oder der Anwalt von Marauder, weil Du ständig stellvertretend für sie antwortest? Da möchte ich aber gern Deine Ernennungsurkunde respektive Deine Vollmacht sehen.
    Oder hältst Du sie für so unfähig, daß Du ihr nicht zutraust, daß sie mir eine eigene Antwort gibt? Das wäre dann allerdings diskriminierend!
    Langsam wird Dein Verhalten echt peinlich!

  17. Wenn du in einem öffentlichen Forum öffentlich kommentierst, gehört es zur Natur der Sache, dass du öffentliche Antworten erhältst, von welcher Seite auch immer. Wenn du damit nicht umgehen kannst, seien dir andere Kommunikationsformen angeraten. Also blas dich nicht auf und versuche nicht, weitschweifig anderen mit solchen Albernheiten den Mund zu verbieten.
    Was war gleich nochmal dein Beitrag zur Sache?

  18. Darfst du natürlich gerne wenn dir nichts besseres einfällt. Wenn du willst, kannst du deshalb auch gerne mein Mitgefühl haben.
    Und du kannst auch gerne, selbstverständlich nur wenn dies deine Auffassungsgabe nicht überstrapaziert, zur Kenntnis nehmen, dass die ganze Diskussion letztlich um die grandiose und mehrfach nachgewiesene Themenverfehlung gleich in deinem ersten Kommentar geht. Ein Umstand, den außer dir eigentlich jeder begriffen hat und den auch deine unbeholfenen Ablenkungsversuche nicht werden verschleiern können.

  19. Ist schon erstaunlich, daß hier ausgerechnet am „Kauf-Nix-Tag“ eine Werbeanzeige geschaltet ist, wo eine Firma mit bis zu 30 % Rabatt wirbt.
    So inkonsequent kann eine Internetseite wie Utopia nun sein!
    Womit wieder einmal bewiesen wäre:
    Der schnöde Mammon ist stärker als jede Ideologie …

  20. „Ist schon erstaunlich, daß hier ausgerechnet…“
    Das erstaunt nur Leute, die keine Ahnung haben, wie solche Werbeschaltungen zustande kommen und die nicht imstande sind, zu begreifen, dass eine Website auch finanziert werden muss.
    „So inkonsequent kann eine Internetseite wie Utopia nun sein!“
    So eingeschränkt kann die Wahrnehmungsfähigkeit eines denkenden Burgers nun sein.
    „Womit wieder einmal bewiesen wäre:…“
    Dass die Behauptung zu „denken“ noch lange kein Hinweis darauf ist, dass dieser Prozess auch störungsfrei abläuft.

  21. Dass die Behauptung zu „denken“ noch lange kein Hinweis darauf ist, dass dieser Prozess auch störungsfrei abläuft.“

    So wahr wie klug… Ich habe jetzt herzhaft gelacht!

    Danke Dir sehr, WernerMax.

    Schönes Wochenende an alle!

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