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Das passiert mit Menschen, die ein Grundeinkommen bekommen

Foto: CC0 / Pixabay

Viel wird darüber spekuliert, was ein Bedingungsloses Grundeinkommen für Auswirkungen hätte. Eine Umfrage von „Mein Grundeinkommen“ liefert nun einige Antworten, was mit denen passiert, die in den Genuss eines BGE kommen.

1.344.000 Euro. So viel Geld hat „Mein Grundeinkommen“ seit 2014 eingesammelt, um Menschen für ein Jahr monatlich 1000 Euro zu geben – bedingungslos. Die Grundeinkommen werden komplett über Spenden finanziert und laufend neu in einer Lotterie verlost. Drei Jahre und über 100 verloste BGEs sind für das Team von „Mein Grundeinkommen“ nun Anlass, die Gewinner einmal persönlich nach ihren Erfahrungen zu fragen – und danach, was das BGE mit ihnen so gemacht hat.

Da unter den Glücklichen auch einige Kinder sind und nur die Hälfte der verbleibenden Personen geantwortet hat, ist die Datenbasis mit 36 Umfrage-Teilnehmern allerdings recht dünn. Dennoch werfen die Antworten ein Schlaglicht darauf, was das BGE im besten Fall für Energien freisetzt.

So reduzieren sich mit den 1000 Euro im Monat bei einem Großteil (89 Prozent) auch die Existenzängste. Ebenso schätzen sich die meisten auch als mutiger (72 Prozent), neugieriger (66 Prozent) und selbstbewusster (50 Prozent) ein.

Die meisten wollen außerdem, seitdem sie das BGE bekommen, auch etwas zurückgeben. Über die Hälfte „mehr“, fast ein Drittel sogar „viel mehr“ – und niemand „weniger“ oder gar „viel weniger“. Einige haben damit auch gleich angefangen: 30 Prozent der Befragten verbringen mehr Zeit mit ehrenamtlichem Engagement, 18 mehr mit politischem. 54 Prozent unterstützen verstärkt Menschen in ihrem persönlichen Umfeld.

Positive Effekte des BGE in allen Lebensbereichen

All diese positiven Effekte lassen sich über die verschiedenen Lebensbereiche genauso weiter beobachten. Über zwei Drittel der Gewinner pflegen Hobbys intensiver, 40 Prozent wird mehr kulturelle Teilnahme ermöglicht. Bei 63 Prozent entspricht die Work-Life-Balance mehr ihren Bedürfnissen und Vorstellungen als zuvor. Insgesamt fühlen sich 56 Prozent weniger gestresst als vor ihrem BGE-Gewinn und 83 Prozent blicken zuversichtlicher in die Zukunft.

Außerdem interessant: Von den 36, die sich an der Umfrage beteiligt haben, haben nur 3 ihren Job aufgegeben, ebenso viele haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Insgesamt zieht auch das Team von „Mein Grundeinkommen“ die Bilanz: „Es wird deutlich: auch ohne eine 180 Grad Wandlung kann durch ein Grundeinkommen der Arbeitsalltag zum Positiven verändert werden.“

So erfreulich die Ergebnisse sind, muss man doch darauf hinweisen, dass sie auf keinen Fall repräsentativ sind – nicht nur wegen der geringen Zahl an Teilnehmern. Auch die Fragen scheinen in der Regel so gestellt, dass die Antworten eher positiv als negativ ausfallen und erfüllen wahrscheinlich keinen Anspruch an wissenschaftliche Kriterien oder Vollständigkeit.

Dennoch: Es sind Bilanzen wie diese, die zeigen, was ein Bedingungsloses Grundeinkommen im besten Fall leistet. Es befreit Menschen und ermöglicht ihnen ein selbstbestimmteres Leben. Dennoch bleiben wir natürlich gespannt, ob groß angelegte Feldversuche wie der in Finnland oder das Grundeinkommens-Experiment aus Kenia diese Ergebnisse von „Mein Grundeinkommen“ bestätigen können.

 

GASTBEITRAG aus enorm
Text: Vincent Halang

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(1) Kommentar

  1. Die grundsätzliche Frage ist noch nicht beantwortet worden – woher kommen die Gelder wirklich ? Die Herkunft aus „Spenden“ ist mehr als bedenklich, das ist kein anerkannter Kreislauf der Wirtschaft. Das BGE kann sicher nicht angewendet werden, wenn die ganze Welt damit beglückt werden soll. Mir erscheint daher diese Art der Geldverteilung nicht ausreichend durchdacht.

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