Acht Superreiche besitzen so viel wie die halbe Menschheit

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Die globale soziale Ungleichheit hat eine neue Dimension erreicht: Acht Milliardäre sollen reicher sein als 3,6 Milliarden Menschen. Das geht aus einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor.

Die acht reichsten Männer der Welt besaßen im Jahr 2016 zusammengenommen 426 Milliarden US-Dollar und damit mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die alarmierenden Zahlen veröffentlichte Oxfam pünktlich zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Der Bericht „An Economy for the 99 Percent“ kommt zu dem Schluss, dass die weltweite soziale Ungleichheit größer ist, als bisher angenommen und dass die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander geht.

2015 hat Oxfam errechnet, dass das Vermögen der 62 reichsten Personen dem der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung entspreche. Mit neuen Daten aus China und Indien, zeigt die Entwicklungsorganisation nun, dass die Ärmeren deutlich weniger Vermögen besitzen als bislang angenommen.

Die Berechnungsmethode von Oxfam steht indes wie jedes Jahr in der Kritik. Die SZ beispielsweise wirft der Organisation vor, man würde Äpfeln mit Birnen vergleichen.

Deutschland: 36 Milliardäre besitzen so viel wie 41 Millionen Menschen

Der Bericht zeigt weiter, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 50,8 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt – und damit mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen. Umgekehrt besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur einen Bruchteil von einem Prozent (0,16 Prozent) des weltweiten Vermögens.

Zum Vergleich: Wäre das Weltvermögen ein Kleinwagen, gehörte der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung gerade einmal der mitgelieferte Wagenheber.

Auch reiche Länder sind von sozialer Ungleichheit betroffen: In Deutschland besitzen 36 Milliardäre so viel Vermögen (297 Milliarden US-Dollar) wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung, das reichste Prozent besitzt rund ein Drittel des gesamten Vermögens (31 Prozent; 3,9 Billionen US-Dollar).

Kritik an internationalen Konzernen und Steueroasen

Diese Entwicklung hängt laut Oxfam eng mit Möglichkeiten reicher Menschen und internationaler Konzerne zusammen, sich Vorteile auf Kosten des Allgemeinwohls zu verschaffen. „Sie nutzen aggressive Steuervermeidungstechniken, verschieben ihre Gewinne in Steueroasen und treiben Staaten in einen ruinösen Wettlauf um Niedrigsteuersätze.“

Regierungen würden das Spiel der globalen Konzerne und reichen Eliten betreiben – und die Bevölkerung die Zeche zahlen. „Für Bildung und Gesundheitsversorgung fehlt vielen Staaten das Geld, weil Superreiche und internationale Konzerne sich um ihre Steuerbeiträge drücken“.

Oxfam fordert ein Wirtschaftssystem, von dem die Mehrheit der Menschen profitiert

Die Ungleichheitsmisere führt die Organisation unter anderem auf verbreitete neoliberale Glaubenssätze zurück, die bis heute eine Politik anleiten, bei der das Gemeinwohl auf der Strecke bleibt. Oxfam fordert eine gerechte Steuerpolitik, die Superreiche und internationale Konzerne dazu zwingt, ihren fairen Anteil an der Finanzierung von Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherung zu leisten. Zu den wichtigsten Maßnahmen sollen gehören:

  • Die Einführung eines weltweiten Mindeststeuersatzes für Konzerne, um den ruinösen Steuerwettlauf zu stoppen,
  • eine Schwarze Liste für Steueroasen und scharfe Sanktionen gegen Steuerdumping, damit Konzerne ihre Gewinne dort versteuern, wo sie erwirtschaftet werden,
  • eine öffentliche Rechenschaftspflicht für Konzerne darüber, wo sie Gewinne erzielen und welche Steuern sie darauf zahlen,
  • eine Anpassung der Steuersätze auf besonders hohe Einkommen und Vermögen, damit Superreiche ihren fairen Anteil zum Gemeinwohl beitragen.

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(25) Kommentare

  1. Und sind sie deshalb glücklicher? Ich hab schon viele Menschen getroffen, die keinen Cent hatten, aber denen im Leben nichts fehlte. In Europa, wo fast alles von kapitalistischen Strukturen gesteuert wird, tut man sich ohne Geld schwer. Aber auch hier gibt es immer wieder mutige Leute, die es probieren und alternative Gesellschaftsformen aufbauen. Wenn wir es schaffen, dem Geld den Wert zu nehmen, einfach, weil wir es nicht mehr brauchen, dann können sie auf ihren Milliarden sitzen bleiben und ihr Glück suchen.

  2. „Wenn wir es schaffen, dem Geld den Wert zu nehmen…“
    Werden wir aber nicht. Allein deshalb, weil die Handhabung gegenüber jeglicher Form von Tauschhandel wesentlich einfacher ist.

  3. Meine erste Schwiegermutter pflegte zu sagen, der Mensch ist ein Dreckbollen. Drückt man ihn irgendwohin, bleibt er liegen. – Statt sich mich machbaren Möglichkeiten zu beschäftigen, das zu verhindern, was weltweit allen Vermögensscheren die Schenkel immer schamloser auseinander drückt, sieht man amüsiert zu und kommt mit den Folgen daraus zurecht. Letztlich auch mit Flüchtlingsströmen, die wiederum Folgen produzieren …

  4. Das würde keiner versuchen, denn die Welt besteht aus Hosenschei§ern, die sich tagtäglich und nächtlich von anderen über den Tisch ziehen lassen bzw. zu denen gehören, die andere über den Tisch ziehen. Dass hier nur ein rechtzeitiges Eingreifen notwendige Veränderungen bewirken kann, das dort ansetzen muss, wo jeder glaubt, sich recht und gerecht zu verhalten, liegt auf der Hand. Doch auf der liegt oft auch etwas, wonach man sich schnell die Hände wäscht …

  5. Die Leute hinter Oxfam sind selbst nicht in der Lage,
    Gerechtigkeit so praktikabel zu erklären,
    dass wahrscheinlich wird,
    dass viele Menschen sich entsprechend verhalten.

    Man muss nur mal in seinem Bekanntenkreis herumfragen,
    was unter „gerecht“ verstanden wird … (Nur zu!)
    Nach einigem Zögern kommt dann fast regelmäßig
    die Erklärung „angemessen, fair“,
    was bei den meist machtungleichen Beziehungen
    (z. B. Versicherungskonzern – Anspruchsteller)
    ALLES und NICHTS bedeuten kann, ja sogar MINUS,
    wenn die Kämpfe um Gerechtigkeit
    irgendwann tödlich enden,
    wie in Syrien oder auch immerwieder mal
    in Intimpartnerschaften und Menschen,
    die sich ewige Liebe geschworen haben …

    Dass da etwas Grundsätzlich in der Tiefe unseres Verhaltens
    was verdammt schief laufen muss, und tätsächlich auch schief läuft,
    wurde bislang nur von ganz wenigen Menschen erkannt,
    auf die allerdings niemand hört,
    weil alle nur das Wissen schlucken,
    das ihnen von oben herunter
    mit dem Löffel in den Hals geschoben wird.
    Hoffentlich bald reif für’s Schlachten …

  6. Keine Ahnung, wo Du Dich informierst, Skippy, aber die Namen wurden sehr wohl veröffentlicht.
    War ja auch nicht ganz neu.
    Z.B. der reichste Mann der Welt ist immer noch der Gleiche, wie schon seit Jahren.

  7. Da das Vermögen der angeblich Superreichen ja nicht im Wald verbuddelt ist, sondern investiert ist, geben diese Superreichen mehr Menschen Lohn und Brot als so ziemlich jeder anderer.

  8. Was willst Du mit deinem Kommentar zum Ausdruck bringen?

    „der angeblich Superreichen“
    Wieso „angeblich“? Hast Du Belege dafür, dass die doch nicht so reich sind?

    „geben diese Superreichen mehr Menschen Lohn und Brot“
    „Brot“? Hast Du das schon mal gesehen? „Lohn“ ja, aber nicht freiwillig sondern im Gegenzug für eine erbrachte Leistung, ob dies in gerechtem Maß passiert ist eine andere Frage.
    „mehr… als so ziemlich jeder anderer“
    Ist ja wirklich keine Kunst, bei dieser Konzentration an Kapital und Produktionsmitteln.

    Jedenfalls, tu nicht so, als wären das lauter uneigennützige Menschenfreunde. Ansonsten ist deine Aussage ziemlich inhaltsleer.

    Hast Du dir schon mal Gedanken gemacht, welch gigantische demokratisch nicht legitimierte Macht aus dieser Konzentration an Kapital und Produktionsmitteln resultiert und welcher Einfluss auf gesellschaftliche sowie politische Prozesse und Entscheidungen? Hast Du dir schon mal überlegt, dass es gesellschaftliche Vorteile bringen könnte wenn Kapital und Produktionsmittel nicht derart extrem konzentriert sondern diversifiziert und auf mehr Köpfe verteilt wären?

  9. Ich schrieb nichts von Menschenfreunden. Das Streben aller nach dem Besten für sich selbst führt in den Wohlstand. Der Auftraggeber will möglichst wenig zahlen, der Auftragnehmer möglichst viel verdienen. Der faire Preis ergibt sich dann durch den Ausgleich zwischen der Nachfrage und dem Angebot.

    Ein Millionär, der sich, sagen wir mal ein Luxusanwesen bauen lässt, sorgt dafür, dass Dutzende oder gar Hunderte von Familien ihren Lebensunterhalt verdienen können. Und die Auftragnehmer freuen sich mit Sicherheit sehr darüber. Das ist die Umverteilung von Reichtum auf absolut freiwilliger und für beide Seiten nützliche Art. Das würde allerdings Oxfam Mitarbeiter arbeitslos machen. Sie leben von der Armut anderer.

    Wenn alle gleich viel haben, haben alle gleich wenig. Das sollten uns die ganzen sozialistischen Experimenten mit ihren Millionen von Toten und unsäglicher Armut gelehrt haben. Sollte man jedenfalls meinen. Leider gibt es auch heute noch genug Menschen, die glauben, wenn man immer wieder dasselbe versucht, dass dann irgendwann doch etwas anderes dabei herauskommt, was übrigens ein klinisches Symptom für eine psychische Erkrankung ist.

    Einem Durchschnittsverdiener in Deutschland nimmt der Staat übrigens zwangsweise etwa 70 % seines Einkommens durch unzählige Zwangsabgaben weg. Die Staatsquote liegt bei knapp unter 50 %, die implizierte weit darüber.

  10. Wenn dein Kommentar als Satire gedacht war, hättest Du das vielleicht besser kennzeichnen sollen. Wobei ich allerdings befürchte, dass dem keineswegs so ist.
    Der Beitrag ist eine Ansammlung von trivialen, unzulässigen und unreflektierten Vereinfachungen und sachlichen Fehlern. Wer so „argumentiert“ ist entweder ahnungslos oder will andere hinters Licht führen.

    „Das Streben aller nach dem Besten für sich selbst führt in den Wohlstand.“
    Was für eine Plattitüde ohne innere Logik! Wer sagt, dass Streben zum gewünschten Erfolg führt? Erzähl das mal einer Näherin in Bangladesh!

    „Der Auftraggeber will möglichst wenig zahlen, der Auftragnehmer möglichst viel verdienen. Der faire Preis ergibt sich dann durch den Ausgleich zwischen der Nachfrage und dem Angebot.“
    Falsch! Daraus ergibt sich bestenfalls ein marktgerechter Preis. Ein fairer Preis ergibt sich erst bei einigermaßen ausgewogenen Machtverhältnissen.

    „Ein Millionär, der sich, sagen wir mal ein Luxusanwesen bauen lässt, sorgt dafür, dass Dutzende oder gar Hunderte von Familien ihren Lebensunterhalt verdienen können. Und die Auftragnehmer freuen sich mit Sicherheit sehr darüber.“
    Das tut absolut nichts zur Sache und ist daher völlig irrelevant. Derselbe und vermutlich sogar größere Effekt wäre gegeben, wenn die Millionen am und unter dem Existenzminimum sich mehr leisten könnten, als sie zum blanken Überleben bräuchten.

    „Das ist die Umverteilung von Reichtum auf absolut freiwilliger und für beide Seiten nützliche Art.“
    Falsch! Der „Reiche“ behält den Gegenwert in Form seines Anwesens! Der „Arme“ kann damit oft genug nur seine Grundbedürfnisse decken. Und mach dir mal Gedanken über die „Freiwilligkeit“ bei einem Menschen, der um sein Überleben zappelt und einfach nehmen muss, was er bekommt.

    „Das würde allerdings Oxfam Mitarbeiter arbeitslos machen. Sie leben von der Armut anderer.“
    Probiers doch einfach mal mit fundierten sachlichen Argumenten statt der Diskreditierung gemeinnütziger sozialer Organisationen. Dass deine Argumentationskette falsch, ist beweist im Übrigen allein die Tatsache, dass Oxfam Mitarbeiter eben nicht arbeitslos sind. Aber Du könntest mit dieser absurden Denke natürlich auch auf z. B. Ärzte und Pflegepersonal losgehen, die leben von Krankheit und Leid anderer.

  11. „Was für eine Plattitüde ohne innere Logik! Wer sagt, dass Streben zum gewünschten Erfolg führt? Erzähl das mal einer Näherin in Bangladesh!“

    Ein Erfolg ist niemals im Leben garantiert. Für niemanden. Was uns antreibt, ist das Streben nach den von uns selbst als erstrebenswert erkannten Zielen.

    „Daraus ergibt sich bestenfalls ein marktgerechter Preis. Ein fairer Preis ergibt sich erst bei einigermaßen ausgewogenen Machtverhältnissen.“

    Ich definiere fair als richtigen Preis. Und der ergibt sich als Gleichgewichtspreis zwischen Angebot und Nachfrage. Einen anderen Maßstab kann es nur dann geben, wenn sich irgend jemand anmaßt, eine über anderen stehenden (schein)moralische Autorität zu sein und sich gleichzeitig herausnimmt, seine eigene Autorität mit Gewalt durchzusetzen. Ein Beispiel sind staatlich festgelegte Brotpreise bei durch den Staat selbst verursachten Mangel. Die Folgen eines solchen Handelns dürften bekannt sein. Noch mehr Mangel und Leid.

    „Das tut absolut nichts zur Sache und ist daher völlig irrelevant.“

    Für dich mag das irrelevant sein. Jedoch zeigt es, wie Arbeitsteilung und freies Aushandeln von Preisen, beiden Seiten nutzen, zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand und damit zu weniger Armut führen. Den Nutzen für beide Seitennhabe ich dargestellt.

    „Der „Reiche“ behält den Gegenwert in Form seines Anwesens! Der „Arme“ kann damit oft genug nur seine Grundbedürfnisse decken. Und mach dir mal Gedanken über die „Freiwilligkeit“ bei einem Menschen, der um sein Überleben zappelt und einfach nehmen muss, was er bekommt.“

    Der Reiche verliert Geld und erhält eine Immobilie. Der Arbeiter verliert Zeit und erhält Geld, dass er für alles, was er möchte, ausgeben kann. Das nennt man moderne Arbeitsteilung. Die Grundlage für unsere Wirtschaft und den Wohlstand. Und der Arbeiter hätte nur dann irgendwann Probleme mit dem Überleben, wenn er nicht arbeiten würde, also nicht bereit wäre, seine Arbeitskraft gegen das Tauschmittel Geld einzutauschen. Und wer nicht arbeiten möchte, hat diese Entscheidung selbst getroffen. Er kann nicht erwarten, dass Wohlstand und selbst das Überleben einfach so vom Himmel fällt.

    „Dass deine Argumentationskette falsch, ist beweist im Übrigen allein die Tatsache, dass Oxfam Mitarbeiter eben nicht arbeitslos sind. Aber Du könntest mit dieser absurden Denke natürlich auch auf z. B. Ärzte und Pflegepersonal losgehen, die leben von Krankheit und Leid anderer.“

    Sie sind natürlich nicht arbeitslos. Ich schrieb warum.


  12. „Wenn alle gleich viel haben, haben alle gleich wenig. Das sollten uns die ganzen sozialistischen Experimenten…“
    Unterstelle doch nicht, dass das jemand gefordert hat oder dass dies die einzige Alternative wäre. Und versuche nicht, mit solch unredlichen Unterstellungen Hinweise auf krasse Missverhältnisse zu diskreditieren.
    Muss man wirklich promoviert haben, um zu wissen, dass es im Bereich zwischen zwei Extremen möglicherweise auch eine ganze Reihe sinnvoller Alternativen geben könnte?


  13. Und auch wenn deine folgenden Punkte mit dem Thema rein gar nichts zu tun hatten:

    „Einem Durchschnittsverdiener in Deutschland nimmt der Staat übrigens zwangsweise etwa 70 % seines Einkommens durch unzählige Zwangsabgaben weg. Die Staatsquote…“
    Wo hast Du denn diese Zahl her? Belege bitte. Und was willst Du damit aussagen? Ist dir klar dass damit im wesentlichen Leistungen finanziert werden (Infrastruktur, Bildung, Kultur, Sicherheit, Durchführung demokratischer Prozesse, Verwaltung – Ja, auch die ist eine nötige Dienstleistung – usw. sowie, je nachdem, wie Du es rechnest, Krankenversorgung, Altersversorgung, Arbeitslosenunterstützung)? Also, was soll das Genöle?

    „Die Staatsquote liegt bei knapp unter 50 %“
    Falsch! Die Staatsquote 2015 lag bei 44 %.

    „die implizierte weit darüber“
    Was bitte ist die implizierte Staatsquote?

  14. Also 44 % sind bei mir knapp unter 50 %. Bei dir nicht? Die implizierte Staatsquote bezieht bereits zugesagte, aber noch nicht fällig gewordene Ausgaben mit ein. Bestes Beispiel sind Beamtenpensionen. Die sind gesetzlich zugesgt, aber noch nicht fällig bei den heute unter 67jährigen. Aber selbstverständlich sind es implizierte Ausgaben des Staates, die man mit einbeziehen muss, so wie das auch ein jedes Unternehmen in seiner Bilanz tun muss.

    Ich kann dir die 70 % natürlich vorrechnen. Aber zuvor bitte ich dich, einmal an alle staatlichen Zwangsabgaben zu denken, die du von deinem abhängigen Einkommen (wir reden von Arbeitnehmern) zahlst. Um dir die Aufzählung einfacher zu machen, denn die Liste ist sehr lang, denk an alles, was du zahlst, weil es dafür eine gesetzliche Verpflichtung gibt. Ob du dafür ggf. eine Gegenleistung erhälst, ist egal. Es geht um den staatlichen Zwang.


  15. Dass Du auf meine restlichen Argumente/Fragen nicht eingegangen bist, wirft im Übrigen ein bezeichnendes Licht auf die Tragfähigkeit deiner Behauptungen.

  16. „Also 44 % sind bei mir knapp unter 50 %“
    Aha, ganze 12 % Unterschied sind für dich also „knapp“. Ja, so kann man sich Fakten auch hinbiegen. Das „Wort des Jahres“ 2016 kennst Du?
    „Die implizierte Staatsquote bezieht bereits zugesagte, aber noch nicht fällig gewordene Ausgaben mit ein…“
    Aha, ich kenne nur die „implizite Staatsschuld“. Zeig mal eine Definition für deine ominöse „implizierte Staatsquote“. Ich vermute, Du bringst da gewaltig etwas durcheinander.
    „Ich kann dir die 70 % natürlich vorrechnen.“
    Ich bitte dringend darum! Nicht dass noch jemand auf die garstige Idee kommt, Du hättest die Zahl erfunden. Was Du mit dieser Zahl aussagen möchtest wäre damit allerdings immer noch nicht geklärt.
    „… die du von deinem abhängigen Einkommen (wir reden von Arbeitnehmern) zahlst.“
    Wir? Nö, Du sprichst von Arbeitnehmern, und zwar gerade erst seit diesem Kommentar von 18:05 Uhr.
    „Ob du dafür ggf. eine Gegenleistung erhälst, ist egal.“
    Nö, mir ist es ganz und gar nicht egal, ob ich für mein Geld eine Gegenleistung erhalte oder nicht! Wenn es dir egal ist, ist es deine irrelevante Privatangelegenheit und letztlich nur ein Beweis dafür, dass Du wesentliche Rahmenbedingungen ausblendest, ob aus Ahnungslosigkeit oder in Täuschungsabsicht mag dahingestellt bleiben.
    „Es geht um den staatlichen Zwang.“
    Ach so. Dir vielleicht, mir nicht. Und warum überhaupt geht es darum? Ist dir eigentlich klar, dass dieser „Zwang“ auf der Basis von durch demokratisch gewählte Parlamente erlassenen Gesetzen ausgeführt wird?

    Darauf jedoch, dass obige Punkte mit dem Thema des Threads rein gar nichts zu tun haben, habe ich dich im Übrigen ja bereits hingewiesen.

  17. Da kommt wohl nix mehr. Ein klassischen Beispiel dafür, wie jemand selbst seine eigene Inkompetenz belegt.
    Dann kann ich mir zum Glück auch die Arbeit sparen, auf seine sonstigen, zumindest in diesem Zusammenhang unsinnigen und absurden, Einlassungen vom 23. Jan. einzugehen. Ich versuche ja auch nicht, einer Kuh das Radfahren beizubringen. 😉

  18. “ Der Auftraggeber will möglichst wenig zahlen, der Auftragnehmer möglichst viel verdienen. Der faire Preis ergibt sich dann durch den Ausgleich zwischen der Nachfrage und dem Angebot.“
    So oder ähnlich habe ich es mal vor 40 Jahren in der Schule gelernt. Ganz so einfach war es damals schon nicht.
    Heute könnte man es Milchmädchen-Vorstellung von der freien Marktwirtschaft nennen, wenn es nicht so eine Beleidigung für Milchmädchen wäre…

  19. Doch, genauso einfach ist es. Keineswegs ist damit gesagt, dass Auftraggeber oder Auftragnehmer in Jubelstürme wegen des Preises ausbrechen. Aber es ist der faire Preis, auf denen sich beide Seiten geeinigt haben. Einen besseren Preis für beide Seiten gibt es nicht.

  20. „Doch, genauso einfach ist es.“
    Statt mit einem „doch“ zu insistieren, probier es einfach mal mit stichhaltigen Argumenten, die alle themenrelevanten Faktoren berücksichtigen. Wenn man dazu nicht bereit oder nicht in der Lage ist, mag es einem natürlich so scheinen wie Du es darstellst.

  21. @Maria_L:
    „So oder ähnlich habe ich es mal vor 40 Jahren in der Schule gelernt.“
    In der Schule haben wir gelernt, dass sich so der Marktpreis ergibt. Dass dies der faire Preis sei, entspringt der Fantasie von Steffen. So einen „fairen“ Preis zu ermitteln, setzt einen wirklich freien Markt voraus, und den kann es z. B. nicht bei einseitiger Marktbeherrschung durch einen Teilnehmer geben. Einigermaßen ausgewogene Machtverhältnisse sind Voraussetzung. Aber ich denke, uns ist beiden klar, dass das manchen einfach zu kompliziert ist.

    P.S.: Ich vermisse übrigens, speziell auch bei diesem Thema, https://utopia.de/0/profile/topist
    Aber vermutlich hat der keinen Bock mehr oder auch besseres zu tun, als sich mit bornierten Zeitgenossen herumzuschlagen, die meinen, mit ihrem Viertelwissen anderen erklären zu müssen, wie die Welt funktioniert bzw. zu funktionieren hat.

  22. Ein breites Bündnis hat sich gebildet, um an einer gerechten Umverteilung zu arbeiten:
    http://www.reichtum-umverteilen.de/

    So ein komplexes Thema kann gar nicht anders angegangen werden, als durch viele Akteure, die alle einen etwas anderen Schwerpunkt haben.
    Es rentiert sich, das näher zu betrachten.

    Unter dem Menüpunkt Hintergrund finden sich viele Informationen zum Thema.

  23. Innerhalb des Kapitalismus kann man keine menschenwürdigen Bedingungen für Alle schaffen, dafür ist er auch garnicht vorgesehen , er ist einfach ein Instrument zur Stillung unermesslicher Gier bei extrem wenigen Menschen. Da hilft auch „strategischer Konsum“ so gut wie garnicht, so Leid mir das tut , aber genauer wird das in einem Buch beschrieben (Ende der Märchenstunde, von Kathrin Hartmann).Was wir brauchen ist ein grundlegend anderes Wirtschaftssystem. Also liebe Freunde: Nicht nur fairen Kaffee trinken und sich mit beruhigtem Gewissen zurücklehnen, packt an und schafft dieses System der Ungerechtigkeit ab, mit Freundlichen Grüßen

  24. Na, dann mach mal einen praktikablen Vorschlag. Kleiner Tipp: Die Aufforderung an andere „packt an und schafft dieses System der Ungerechtigkeit ab“ genügt nicht, und mit abschaffen alleine ist es auch nicht getan.

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