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Greenpeace: Kosmetik immer noch voller Mikroplastik

Screenshot: Greenpeace-Check Plastik in Kosmetik, © Greenpeace

In vielen Produkten von Nivea, Artdeco, Balea & Co. stecken Kunststoffe – obwohl die deutschen Kosmetikhersteller gerne behaupten, kein Mikroplastik mehr zu verwenden.

Greenpeace hat 22 deutsche Markenhersteller und Drogerien mit Eigenmarken bezüglich der Verwendung von Kunststoffen in Kosmetik bewertet. Das Ergebnis: Nur die sieben untersuchten Naturkosmetik-Hersteller sind plastikfrei. Von den 15 konventionellen Herstellern verwenden acht flüssigen Kunststoff, sieben antworteten erst gar nicht auf die Greenpace-Anfrage.

„So wird weiterhin Tag für Tag Plastik aus Kosmetik unsere Flüsse und Meere verschmutzen“, sagt Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin.

„Der Einsatz von festen und flüssigen Kunststoffen ist überflüssig und muss per Gesetz verboten werden. Die zertifizierte Naturkosmetik zeigt, dass es auch ohne geht.“

Wie ist es möglich, dass die Hersteller versprechen, ihre Produkte enthielten kein Mikroplastik und dann doch Plastik verwenden? Das Problem sind die sehr vagen Selbstverpflichtungen der Industrie. Die Hersteller verpflichten sich nur dazu, keine festen Plastikpartikel wie etwa Polyethylen (PE) mehr einzusetzen und auch das meist nur in Produkten, die direkt wieder abgewaschen werden.

Diese Definition von Mikroplastik greift aber viel zu kurz. Kunststoff kommt in Pflegeprodukten und Kosmetika sehr oft in anderer Form vor: Synthetische Polymere werden in flüssiger, gel- oder wachsartiger Form eingesetzt, beispielsweise als Bindemittel und Füllstoff – mit ungewissen Folgen für die Umwelt.

„Die Hersteller definieren das Problem also einfach weg“, schrieb Öko-Test im Körperpeeling-Test Anfang 2017.

Greenpeace: Beim Thema Mikroplastik betreiben Hersteller „Verbrauchertäuschung“

Grundlage des nun veröffentlichten Greenpeace-Checks sind Nachfragen bei Firmen sowie eigene Recherchen. Folgende Kriterien hat die Umweltschutzorganisation für die Bewertung der Unternehmen festgelegt: Definition von Mikroplastik, Einsatz fester Plastikpartikel, Einsatz weiterer Kunststoffe sowie Kenntnisse zu deren Umweltverträglichkeit.

Auch wenn viele Hersteller gar nicht antworten wollten, zeigt die Untersuchung klar: Zwar kommt in Kosmetikprodukten kaum noch festes Mikroplastik vor. Doch so gut wie alle konventionellen Hersteller setzen in ihren Kosmetik- und Pflegeprodukten Kunststoffe in anderer Form ein.

„Was die konventionelle Kosmetik uns als Mikroplastik-frei verkauft, ist eine Verbrauchertäuschung. Bekannte Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, zum Beispiel aus der Nivea-Linie, haben nach wie vor ein Plastikproblem,“

sagt Greenpeace-Expertin Schöttner.

Von festem Mikroplastik ist inzwischen bekannt, dass es mit dem Abwasser in offene Gewässer gelangt und dort die Ökosysteme gefährdet. Viele andere Kunststoffe, die heute in Kosmetik eingesetzt werden, sind dagegen noch nicht ausreichend erforscht. Damit kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie für die Umwelt und/oder die Gesundheit der Anwender schädlich sind. Manche geben bereits Anlass zur Sorge: So gelten bestimmte Polyquaternium-Verbindungen als sehr giftig für Wasserorganismen.

Um Mikroplastik zu meiden, musst du bei Pflegeprodukten ganz genau hinsehen – oder Naturkosmetik kaufen. (Foto: © Utopia)

Die Selbstverpflichtung der Industrie reicht offensichtlich nicht aus, um die Meere vor bedenklichem Plastik zu schützen. Greenpeace fordert daher von Umweltministerin Barbara Hendricks ein umfassendes Verbot für den Einsatz von Mikroplastik, einschließlich synthetischer Polymere, in Verbrauchsgütern, die ins Abwassersystem gelangen.

Mehr Info: Greenpeace: Plastik in Kosmetik – Deutsche Hersteller im Check (PDF)

Hier kannst du eine Protestmail an Bundesumweltministerin Barabara Hendricks schicken.

Was kann ich gegen Mikroplastik tun?

Kauf Naturkosmetik-Produkte – hier kannst du sicher sein, dass keine erdölbasierten Substanzen wie Plastik enthalten sind.

Hier findest du mehr Tipps, wie du Mikroplastik in Pflegeprodukten und Kosmetik erkennst.

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