„The Story of Microfibers“: Dieses Video könnte deinen Kleiderkonsum komplett verändern

Neues Video con The Story of Stuff Project: The Story of Microfibers
Screenshot: The Story of Stuff Project

Das „Story of Stuff Project“ bringt die großen Probleme unseres Konsums in unterhaltsamen Videos auf den Punkt. Der neueste Film erklärt, was das Problem an synthetischer Kleidung ist – und warum  auch ein Fleece aus recycelten Plastikflaschen nicht wirklich eine gute Idee ist.

„Woran denkst du, wenn du das Wort Polyester hörst?“ fragt das Video eingangs. Und erklärt dann: Längst bestehen nicht mehr nur Trainingsanzüge oder müffelnde Hemden aus Polyester. „Jeder trägt Polyester.“ Polyester und andere Kunstfasern stecken in ganz alltäglicher Kleidung, in Yogakleidung, Fleece, sogar in Unterwäsche.

„Mehr Polyester bedeutet eine höhere Nachfrage für das Zeug aus dem Polyester gemacht wird.“ In dem meisten Fällen ist das – wie bei Kunststoffen üblich – Erdöl.

Doch nicht immer basieren synthetische Fasern auf neuen Rohstoffen: Viele Unternehmen stellen sie inzwischen aus Recycling-Plastik her – aus alten Plastikflaschen nämlich.

Kleidung aus Recycling-Plastik – eine gute Idee?

„Jeden Tag wirft die Welt Milliarden von Plastikflaschen weg. Das ist ein Problem“, heißt es im Video.

„Natürlich ist die eigentliche Lösung, dass wir alles weniger Plastik verwenden.“

Während wir aber versuchen, Plastik in unserem Alltag zu reduzieren, machen einige Firmen den Müll zu Dingen, die wir mögen und kaufen: zu neuer Kleidung zum Beispiel.

Die Idee wirkt erstmal nicht schlecht: Plastikflaschen landen im Müll, werden in Recyclinganlagen gebracht, dort geschreddert, zu neuen Garnen gesponnen und zu neuen Kleidungsstücken gemacht, die wir dann tragen und waschen und wieder tragen und so weiter. „Scheint wie eine großartige Lösung, oder?“ fragt der Film.

Das Mikroplastik-Problem

Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich einige ernsthafte Probleme. Das System könnte Menschen dazu verleiten, sogar noch mehr Plastik zu verbrauchen, weil sie glauben, es werde ja problemlos und sinnvoll recycelt.

Das kleinere, „das Mikro-Problem“, ist eigentlich sogar das größere:

„Jedes Mal, wenn wir synthetische Textilien waschen, egal ob sie aus recycelten Platikflaschen oder aus neuen Materialien bestehen, werden winzig kleine Plastikteilchen – sogenannte Mikrofasern (engl: microfibers) – ausgewaschen und fließen in den Abfluss. Bis zu hunderttausende bei jeder Wäsche. Je älter unsere Kleidung wird, desto schlimmer kann das Problem werden.“

Das Problem ist: Diese Fasern sind so klein, dass Kläranlagen sie nicht komplett aus dam Abwassser filtern können. So landen sie in Flüssen, Seen und sogar im Meer.

Unsere Kleidung zerstört die Meere: Synthetikfasern & Mikroplastik
Bei jeder Wäsche lösen sich aus synthetischen Textilien winzige Fasern – der Großteil davon landet in Flüssen, Seen, Meeren. (Foto: © nexusseven - Fotolia.com)

Dort ziehen die winzigen Partikel andere Schadstoffe, die sich in den Gewässern befinden, geradezu an. „Sie sind wie kleine giftige Bomben voller Motorenöl, Pestizide und Industriechemikalien“, beschreibt es der Film. Fische und andere Meereslebewesen fressen die Mikroplastik-Teilchen oft versehentlich – und wir essen hinterher die Fische und Meeresfrüchte. Lecker.

Dem Video zufolge gehen Schätzungen bereits von 1,4 Millionen Billionen Mikrofaser-Partikeln in den Meeren aus – etwa 200 Millionen Mikrofasern für jeden Menschen auf der Erde.

So gesehen ist es also nicht wirklich ökologisch, Kleidung aus recyceltem Plastik herzustellen und zu tragen.

Wir brauchen neue Lösungen

„Es ist an der Zeit für diese kreativen Firmen, zurück ans Reißbrett gehen“, findet der Film.

Denn auch wenn wir Konsumenten unsere Kleidung weniger waschen oder sogar ganz auf synthetische Textilien verzichten können: „Wir können das Problem ohne sie nicht lösen. Und wenn wir wollen, dass diese Firmen das zur Priorität machen, müssen sie von euch hören.“

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(6) Kommentare

  1. Ich finde nicht, dass wir neue Lösungen brauchen.
    Die traditionellen Fasern wie Baumwolle und Schafwolle werden seit Jahrtausenden verwendet, ohne dass Müll übrigbleibt.
    Wir müssen nur aufhören nach (scheinbar) billigeren Lösungen zu suchen.
    Peter

  2. So ein Teil will ich auch unbedingt! Dennoch ist es nur ein Mittel zur Symptombekämpfung. Es sind ja leider nicht nur die Fasern, die sich beim waschen lösen. Jede Wohnung ist voll davon als Anteil im Hausstaub und auch wenn wir draußen unterwegs sind lösen sich Faser. Aus meiner Sicht ist der einzige Weg um das Thema in den Griff zu bekommen, auf Kunststoffe aller Art zu verzichten. Das löst natürlich nicht die Frage, was mit dem Plastik passiert, das eben schon da ist, aber ich halte es für wichtig, dass sich privat und auch produzierend die Frage gestellt wird, ob Sache xy unbedingt aus Plastik sein muss oder ob es ein anderes Material auch tut.
    Das heißt nicht, dass ich jetzt die Kleidung, die ich bereits besitze wegwerfe oder sonst irgendwie loswerde, das löst das Problem ja auch nicht, aber ich wasche deutlich seltener und freue mich auf den Guppy.

  3. Danke für diesen Beitrag! Ich hoffe, dass dieses Problem viel viel bekannter wird und das „greenwashing“ damit dann aufhört. Auch bei nachhaltigen Anbietern in der Outdoor-Branche wird damit geworben…
    Wäre schön, wenn es gar kein Einweg-Pfand mehr gäbe…

  4. Eine Seite, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen möchte…und dann poppt Werbung für Condor etc. auf, damit wir mit gutem Gewissen für 59 € um die halbe Welt fliegen können….also wenn schon Betroffenheit, dann bitte ehrlich…!

  5. Wir sind gerade mit unserem externen Werbepartner im Gespräch, um eine bessere Vereinbarkeit der Werbung auf unserer Seite zu erreichen. Auch wir wollen nicht, dass die Nutzer zugeschüttet werden. Vor allem soll die Werbung wieder besser zu unserer Zielgruppe passen. Leider geht das nicht so schnell wie wir dachten – aber wir arbeiten daran. Generell ermöglicht u.a. die Einblendung der Werbung die kostenlose Nutzung unserer Website für alle Leser.

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