Mikroplastik: Diese Produkte solltest du meiden

Mikroplastik in Kosmetik und Pflegeprodukten
Foto: © Utopia

Peeling, Duschgel, Lippenstift: In erschreckend vielen Kosmetikprodukten steckt Mikroplastik. Die winzigen Plastikpartikel gelangen mit dem Abwasser in die Umwelt und richten dort unabsehbare Schäden an. Produkte mit Mikroplastik zu meiden ist gar nicht so schwer – es gibt gute Alternativen.

Ganz eilige Leser finden in unserer Bilderstrecke Alternativen zu Kosmetika mit Mikroplastik:

Als Mikroplastik werden Kunststoff-Partikel bezeichnet, die kleiner als 5 Millimeter sind. Oftmals sind die Teilchen so klein, das sie für das menschliche Auge kaum noch sichtbar sind. Auch flüssige Kunststoffe zählen dazu.

Mikroplastik wird zum einen industriell hergestellt, um dann in Produkten wie Kosmetika Verwendung zu finden. Zum anderen entstehen die winzigen Plastikteilchen auch, wenn größere Kunststoffteile wie beispielweise Plastiktüten, mit der Zeit zerfallen.

Peeling, Puder, Zahnpasta: Mikroplastik in Kosmetik

Industriell produziertes Mikroplastik kommt vor allem in alltäglichen Pflegeprodukten und Kosmetika vor: Beispielsweise als feine Kügelchen in Peelings, Duschgelen und Zahnpastas. Man kann es aber auch in Shampoos, Make-Up, Lippenstiften, Sonnencremes und vielen weiteren Kosmetika finden. In flüssiger oder gelartiger Form wird Kunststoff auch als Füllstoff und Bindemittel verwendet.

Mikroplastik: Riesenproblem für die Umwelt und deine Gesundheit

Plastik an sich ist ein enormes Umweltproblem, weil es erstens auf Basis des knapper werdenden Rohstoffs Erdöl hergestellt wird und zweitens nicht biologisch abbaubar ist. Mikroplastik im Besonderen gelangt in noch kaum abschätzbaren Mengen in die Umwelt und in die Meere. Denn bisher können Kläranlagen die teils mikroskopisch kleinen Partikel nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. So gelangt Mikroplastik aus unseren Haushaltsprodukten praktisch ungehindert in die Gewässer – und mit dem Klärschlamm auch auf die Felder und in die Luft.

Mikroplastik Kügelchen
Mikroplastik (Foto: 5Gyres / Oregon State University (CC BY-SA 2.0))

In der Umwelt kann Kunststoff Hunderte von Jahre überdauern. Das ist insbesondere in Seen, Flüssen und Meeren ein Problem: Dort schwimmen bereits heute unfassbare Mengen an kleinsten Plastikpartikeln. An den Plastikteilchen lagern sich hochgiftige Schadstoffe wie etwa Pestizide an; sie werden im Wasser von Kleinstlebewesen, aber auch von größeren Tieren wie Fischen oder Seevögeln mit der Nahrung aufgenommen und können zu deren Tod führen. Für unsere Gesundheit ist das ebenfalls äußerst bedenklich: Über die Nahrungskette sowie die kaum kontrollierbare Ausbreitung in der Umwelt landet Mikroplastik inzwischen auch auf unseren Tellern.

Vielen Kunststoffen werden sogenannte Additive zugesetzt, die ihnen bestimmte Eigenschaften verleihen sollen. Das Problem: Viele davon, wie beispielsweise BPA, sind potenziell gesundheitsschädlich oder aber noch gar nicht ausreichend erforscht. Schon alleine deshalb könnte es ratsam sein, sich das Gesicht nicht mit Plastikkügelchen abzurubbeln oder sich flüssigen Kunststoff auf die Lippen zu schmieren.

So erkennst du Mikroplastik

Leider ist es für Verbraucher nicht ganz einfach zu erkennen, ob in Pflegeprodukten und Kosmetik Mikroplastik steckt. Kunststoff in Kosmetik muss zwar auf der Verpackung angegeben werden, verbirgt sich aber meist hinter komplizierten Fachbegriffen. Stehen in der Inhaltsstoffliste Stoffe wie zum Beispiel „Polyethylen“ (PE), „Polypropylen“ (PP), „Polyamid“ (PA) oder  „Polyethylenterephtalat“ (PET) ist auf jeden Fall Mikroplastik enthalten. Andere Stoffe haben mehrere verschiedene oder noch kompliziertere Bezeichnungen. Bei einigen Substanzen ist allein anhand der Deklaration nicht festzustellen, ob sie in Partikel- oder in flüssiger Form enthalten sind.

Sowohl der BUND als auch Greenpeace haben hilfreiche Negativ-Listen von Produkten erstellt, die Mikroplastik enthalten. Leider stimmen die Listen aber nicht ganz überein; derzeit ist der Einkaufsratgeber des BUNDs etwas aktueller. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, die Inhaltsstoffliste des jeweiligen Produktes noch einmal selbst ganz genau zu prüfen.

Hilfreich dafür ist die Smartphone-App Codecheck, die anhand des Barcodes über alle bedenklichen Inhaltsstoffe Auskunft gibt – auch über Mikroplastik.

Die App „Beat the Microbead“ erkennt ebenfalls durchs das Scannen des Barcodes, ob Mikroplastik in einem Produkt enthalten ist oder nicht. Angeschlossen ist hier eine unterstützenswerte Kampagne gegen Mikroplastik.

Unternehmen reagieren

Die Industrie behauptet gerne, der Großteil des Mikroplastik in der Umwelt entstehe bei der Zersetzung größerer Plastikteile. Doch selbst, wenn das stimmen sollte: Mikroplastik in Pflegeprodukten ist ohne größere Probleme vermeidbar – und wo Plastik vermeidbar ist, sollte es auch vermieden werden.

Die Erkenntnisse der vergangenen Jahre zum Thema Mikroplastik und die Proteste der NGOs haben hier bereits einiges bewegt: Viele konventionelle Unternehmen haben angekündigt, Mikroplastik aus ihren Produkten zu verbannen – darunter Branchenriesen wie Unilever, Beiersdorf und Procter & Gamble, aber auch beispielweise dm und Rossmann. Leider sind viele dieser Versprechen etwas vage formuliert und manche Hersteller sagen nur zu, ganz bestimmte Kunststoffe wie PE zu ersetzen. Doch immerhin: Es tut sich etwas.

Hier kannst du nachlesen, welche Unternehmen versprechen, auf Mikroplastik zu verzichten.

Immer ohne Mikroplastik: Naturkosmetik

Für zertifizierte Naturkosmetik-Produkte ist Mikroplastik nicht zugelassen. Die Hersteller verwenden stattdessen pflanzliche oder mineralische Stoffe: Beispielsweise Tonerde, Kreide, Kieselmineralien oder Salz in der Zahnpasta, getrocknete und gemahlene Nussschalen, Oliven-, Aprikosen und Traubenkerne oder Weizenkleie im Peeling, fein gemahlene Mineralien und Edelsteine in Puder und Lidschatten. Echte Naturkosmetik erkennt man an den Siegeln von Natrue, BDIH, Ecocert, Naturland oder Demeter.

In unserer Bilderstrecke findest Alternativen zu Kosmetikprodukten mit Mikroplastik.

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(13) Kommentare


    • Wie man den Listen von Greenpeace entnehmen kann ist leider in vielen Hausmarken von DM Mikroplastik enthalten.. das hat mich sehr enttäuscht….

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