Palmblatt-Teller von Leef – umweltfreundliches Einweggeschirr?

Palmblattteller: Einweggeschirr aus Palmblättern
Foto: © Leef

Einweggeschirr aus Plastik und Papier verursacht riesige Mengen Müll und schadet der Umwelt enorm. Biologisch abbaubare Alternativen wie die Palmblatt-Teller von Leef könnten eine Lösung für dieses Problem sein.

Es gibt bereits einige Hersteller, die die Nische des kompostierbaren Einwegtellers entdeckt haben. Doch wie nachhaltig sind diese Alternativen wirklich? Wir haben uns die Palmblatt-Teller des Öko-Start-ups Leef angesehen.

Leef: Einweggeschirr aus Abfallprodukten – ohne Zusatzstoffe

Die Blätter, die Leef verarbeitet, stammen von der Arekapalme. Sie sind Abfallprodukte des Betelnussanbaus in Indien, die sonst oftmals verbrannt werden. Das Öko-Start-up versucht so nachhaltig wie möglich zu produzieren: Das Wasser, mit dem die Blätter gewaschen werden, wird aufgefangen und zur Bewässerung der Bäume wiederverwendet. Die Blätter selbst werden zudem bevorzugt aus Mischkulturen bezogen. So bietet Leef lokalen Bauern die Möglichkeit ein nachhaltigeres Wirtschaftsmodell aufzubauen.

Leef arbeitet eng mit dem World Land Trust zusammen, einer Non-Profit-Organisation, die Stück für Stück Regenwald kauft oder pachtet – und ihn so vor der Rodung schützt. Für jeden Teller, den das Start-up verkauft, schützt es die gleiche Fläche an Regenwald.

Palmblattteller: Einweggeschirr aus Palmblättern
Für die Palmblatt-Teller werden die Blätter eingesammelt, die von selbst von den Bäumen fallen. (Foto: © Leef)

Das Einweggeschirr lässt Leef dort produzieren, wo auch das Rohmaterial herkommt: in Indien. Die Teller bestehen zu 100 Prozent aus getrockneten Palmblättern. Schon die Größe und Dicke eines einzelnen Palmblatts ist ausreichend, um einen Teller daraus stanzen zu können.

Die getrockneten Palmblätter sind von Natur aus wasserabweisend, sie müssen deshalb weder verklebt noch beschichtet werden. Auch die Verpackung, in denen Leef sein Einweggeschirr liefert, besteht aus Naturmaterialien, nämlich aus Maulbeerseide und recycelter Baumwollfaser. Sie ist damit frei von Mineralölstreckmitteln und ebenfalls biologisch abbaubar.

Der Palmblattteller ist auch in Deutschland innerhalb weniger Wochen komplett und zu jeder Jahreszeit kompostierbar. Dazu kann er einfach im Biomüll oder auf dem eigenen Komposthaufen im Garten entsorgt werden. Dem Vorwurf, viele Verbraucher würden die Teller im Restmüll entsorgen, weil sie das Material nicht zuordnen können, widerspricht Gründer und Designer Claudio Fritz-Vietta: Man sähe den Tellern eindeutig an, dass sie aus Naturmaterialien bestehen.

Trotz langer Transportwege hält sich der Energieaufwand in Grenzen

Die langen Transportwege sind ein Problem – das weist auch Fritz-Vietta nicht von der Hand. Gerne würde er Teller aus in Deutschland wachsendem Rohmaterial produzieren, doch hat er bisher kein passendes Rohmaterial gefunden. Das beim Transport ausgestoßene CO2 halte sich laut Fritz-Vietta aber in Grenzen: Der Ausstoß soll genauso hoch sein, wie bei wenn man die Teller mit dem Lastwagen von Rom nach Deutschland fahren würde. Abgesehen davon gäbe es keinen nennenswerten Energieaufwand im Produktionsprozess, der weitere CO2 Emissionen verursachen würde.

Umweltfreundliche Teller – faire Arbeitsbedingungen

Leef kooperiert in Indien mit einem Netzwerk aus Kleinbauern und Kleinunternehmen, um sicherzugehen, dass die Arbeitsbedingungen fair sind und der größtmögliche Teil des Geldes der dortigen Bevölkerung zugute kommt. In den ersten Jahren der Produktion besuchten die Unternehmer die Herstellungsstätten etwa vier Mal pro Jahr und konnten sich so selbst von den Arbeitsbedingungen überzeugen.

Die Palmblatt-Teller kosten je nach Größe etwa 20 bis 40 Cent. Dass die Teller damit teurer sind als ein herkömmlicher Einweg-Teller aus Pappe oder Plastik, sollte nicht verwundern: Die Produktion ist nachhaltig und fair. Zu kaufen gibt es die Teller übrigens im Onlineshop von Leef und im Drogeriemarkt Müller.

Utopia meint: Für Großveranstaltungen wie Festivals, Messen oder Märkte sind die Teller aus Palmblättern eine nachhaltigere Alternative. Im Gegensatz zu Wegwerftellern aus Plastik oder Papier ist der Energieaufwand für ihre Produktion geringer. Zudem sollen sie innerhalb weniger Wochen biologisch abbaubar sein. Aber man sollte nicht vergessen: Auch diese Teller sind Wegwerfprodukte – hergestellt, um nach einmaliger Benutzung im Müll zu landen. Dort, wo es machbar ist, ist Mehrweg immer noch die bessere Lösung.

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(1) Kommentar

  1. diese palmblattteller kenne ich schon seit ca. 10 jahren 😉 sie werden unter anderem auch von der firma naturabiomat vertrieben und da gilt dasselbe herstellungsverfahren.

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