Mülltrennung & Recycling: So trennst du deinen Müll richtig

Illustration: Miro Poferl / Utopia.de

Mülltrennung wirft Fragen auf: Wie entsorgt man Energiesparlampen? Kommt Alufolie in die gelbe Tonne? Und was macht man mit abgelaufenen Medikamenten? Wir klären die größten Missverständnisse, Fragen und Unklarheiten.

Vor der Mülltrennung kommt aber die Müllvermeidung:

Warum Mülltrennung wichtig ist

Der Müll, der dann doch anfällt, muss irgendwie entsorgt, getrennt und, soweit möglich, recycelt werden. Und das tun wir in Deutschland seit den 1990er Jahren relativ effektiv. Damals wurde die gelbe Tonne, bzw. der gelbe Sack eingeführt.

Gelbe Tonne und gelber Sack sollen helfen, Abfallmengen langfristig zu verringern, die Mülldeponierung abzuschaffen und Wertstoffe angemessenem Recycling zuzuführen. Das sogenannte Duale System sorgt dafür, dass immerhin 40 Prozent der Wertstoffe, die im Gelben Sack landen, recycelt werden. Insgesamt werden fast 60 Prozent unseres Mülls recycelt. Neben Kunststoffen sind das vor allem Altpapier, Altglas, Biomüll und Elektroschrott.

Ewige Frage der Mülltrennung: Was wohin?
Ewige Frage der Mülltrennung: Was wohin? (Foto: © ladysuzi - Fotolia.com)

In den Abfallwirtschaftsbetrieben werden zur Mülltrennung Sortieranlagen eingesetzt. Diese funktionieren jedoch tatsächlich nur dann effektiv, wenn der Müll richtig getrennt wurde. Auf der Ausrede, am Ende werde doch eh wieder alles zusammengeleert, kann man sich also nicht ausruhen.

Was kommt wohin? Klar ist, Zeitungen kommen ins Altpapier, leere Joghurtbecher in den gelben Sack und Obst- und Gemüseschalen in die Biotonne. Klingt in der Theorie gut, in der Praxis ist Mülltrennung dann doch manchmal komplizierter. Wir klären die gängigsten Fragen und Unklarheiten.

Mülltrennung: Was darf  in den gelben Sack?

Natürlich: Plastiktüten und –flaschen, Tetrapacks, Getränke- und Konservendosen oder Vakuumverpackungen von Kaffee. Man könnte also annehmen, dass dort alles rein darf, was aus Kunststoff, Alu oder Weißblech besteht.

Tatsächlich dürfen aber nur Verpackungen von Herstellern rein, die das duale System mitfinanzieren. Gekennzeichnet sind diese in der Regel mit dem grünen Punkt. Für Verwirrung sorgt, dass dieser seit 2009 nicht mehr abgebildet werden muss.

Im Haushalt verwendete Alufolie oder ein kaputter Plastikeimer darf nicht in den gelben Sack – weil sie in diesem Fall nicht als Verpackung dienen. Und das ist eigentlich Unfug, denn: Natürlich sind auch diese Dinge recyclebar und bei der Mülltrennung stofflich der selben Kategorie wie Leichtverpackungen zuzuordnen.

Mülltrennung Tipps
Eigentlich dürfen nur Leichtverpackungen in den gelben Sack. (Foto: © CCO / Picapay - geralt)

Die Lösung für dieses  Problem soll eine bundesweit eingesetzte Wertstofftonne sein. Hier dürfen auch Kunststoffe und Metalle rein, die keine Leichtverpackungen sind (gilt nicht für Elektroschrott). In einigen Gemeinden gibt es die Wertstofftonne schon, verabschiedet werden konnte ein entsprechendes Gesetz allerdings noch nicht. Das soll laut Umwelt-Bundesministerium 2017 geschehen.

Wenn es in deiner Kommune noch keine Wertstofftonne gibt, rät der Nabu übrigens dazu, den gelben Sack durch intelligente Fehlwürfe zu einer zu machen. Ökologisch auf jeden Fall sinnvoller als beispielsweise Alufolie im Restmüll zu entsorgen.

Muss man leere Joghurt- oder Quarkbecher ausspülen?

Diese Frage taucht oft bei der Mülltrennung auf. Die Antwort: Nein. Denn das Wasser, das für das Spülen der leeren Becher anfallen würde, schlägt negativ auf die Klimabilanz durch. Leichte Rückstände dürfen drin bleiben, da der Kunststoffmüll vor der Aufbereitung nochmal gewaschen wird. Größere Reste sollte man dem Umweltbundesamt zufolge grob herauskratzen – man spricht hier von löffel- oder spachtelrein sowie tropffrei.

Übrigens: Den Alu-Deckel sollte man vom Becher abtrennen. Beides kommt zwar in die gelbe bzw. Wertstofftonne, die Sortieranlagen können jedoch immer nur ein Material erkennen.

Um den anfallenden Plastik-Müll bei Joghurt ganz zu vermeiden, kannst du viele Milchprodukte in Bio-Qualität auch im Pfandglas kaufen. Auch dieses muss man nur löffelrein zurückgeben.

Wohin mit alten CDs, DVDs, Blu-rays?

Bei Datenträgern wie CDs, DVDs und Blu-rays ist Mülltrennung wichtig. Sie gehören weder in den Restmüll noch in die gelbe Tonne. Sie bestehen aus Polycarbonat, das ist ein hochwertiger recycelbarer Grundstoff – der wieder zu Datenträgern verarbeitet werden kann.

Mülltrennung Tipps
Diese Datenträger enthalten hochwertige Stoffe, die recycelt werden können. („Ripping my CD's to the Hard Drive“ von Bill Ruhsam unter CC-BY-2.0)

CD’s, DVD’s und Blu-rays sollten darum bei karitativen, kommunalen (z.B. Werstoffhöfen) oder gewerblichen Sammelsystemen entsorgt werden. Enthalten die Datenträger vertrauliche Daten, kann man sie durch tiefes Ritzen auf der Oberseite unlesbar machen.

Kassenzettel, Plakate und Co. – Altpapier oder Restmüll?

Kassenzettel und auch Fahrkarten bestehen aus Thermopapier und das hat im Altpapier nichts zu suchen. Diesen Müll sollte man trennen, er kommt in den Restmüll. Das gilt auch für stark beschichtetes Backpapier, Post-Its und stark mit Essensresten verschmutzte Küchentücher, Servietten und Pizzakartons. Weder im Altpapier noch im Restmüll sollten Tetrapaks landen – die kommen in die gelbe Tonne bzw. Wertstofftonne. Eierkartons gehören dagegen – entgegen mancher Gerüchte – sehr wohl ins Altpapier.

Bei Joghurtbechern mit Papierschale ist es sinnvoll, das Papier abzutrennen und ebenfalls im Altpapier zu entsorgen. Es macht auch Sinn, das Sichtfenster von Briefumschlägen oder das Paketband von Päckchen abzutrennen, ansonsten müssen diese bei der Mülltrennung in den Sortieranlagen per Hand aussortiert werden.

Altglas: Sortieren nach grün, weiß, braun – gelb?

Jeder kennt die drei Farben, nach denen man Altglas in Containern sortieren soll. Aber was, wenn die Flasche mal eine andere Farbe hat? Ganz einfach, blaue, gelbe und generell bunte Flaschen sollen in den Grünglas-Container geworfen werden. Grünes Glas verträgt diese Verunreinigungen. Dagegen kann schon eine einzige grüne Flasche 500 Kilogramm Weißglas verfärben und auch braunes Glas sollte farbenrein gesammelt werden. Nicht ins Altglas gehören Trinkgläser, Spiegel, Fensterglas oder Porzellan.

Mülltrennung Tipps
Buntglas darf in den Grünglas-Container. (Foto: CC0 / Unsplash - Bhavyesh Acharya)

Korken, Deckel, Papier-Etiketten vom Altglas entfernen?

Die Recycling-Maschinen von Altglas sind heute weitgehend in der Lage, bei der Mülltrennung zurückgebliebene Deckel und Korken auszusortieren. Wer sie trotzdem abmacht, macht alles richtig. Die Deckel gehören dann in die gelbe bzw. Wertstofftonne ebenso Korken aus Kunststoff. Naturkork kann bedenkenlos im Restmüll entsorgt werden. Umweltfreundlicher ist es, ihn bei Sammelstellen zum Beispiel im Weinhandel oder öffentlichen Wertstoffhöfen abzugeben. Der Kork kann so recycelt werden.

Übrigens: Papieretiketten darf man ebenfalls am Altglas kleben lassen und auch hier gilt: Altglas nicht ausspülen, sondern löffelrein entsorgen.

Das Problem mit der Bio-Plastiktüte

Als Bio-Mülltüte – und auch sonst ­– sind Bioplastiktüten keine gute Idee. In vielen großen Kompostieranlagen kann die biologisch abbaubare Tüte zwar zersetzt werden und stört so im Kompost nicht, da aus ihr kein Humus produziert werden kann, bringt sie allerdings auch keinen Mehrwert. Auf dem Gartenabfall hat die Tüte aus Bioplastik auch nichts zu suchen: Die Temperaturen sind hier viel zu niedrig, das Bioplastik wird nicht zersetzt. In Biogasanlagen wird die Tüte als Störstoff erkannt und muss aussortiert werden.

Bioplastik, Biokunststoff : Wie Bio ist das wirklich?
Die Bioplastiktüte ist nicht für den Biomüll geeignet. (Foto: © Patryssia - Fotolia.com)

Die Verwendung von essbaren Pflanzen als Rohmaterial für Bioplastik steht zudem in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Und: Beim Anbau der Rohstoffe werden oft starke Pestizide, chemische Dünger und gentechnisch manipuliertes Pflanzengut eingesetzt. Zuletzt ist die Bio-Plastiktüte ein Einmalprodukt: Sie wird unter hohem Energieaufwand hergestellt, einmal benutzt und dann weggeworfen.

Also: Bitte nicht benutzen. Alternativ kann Biomüll in Zeitungspapier eingewickelt werden, zur Not in eine Papiertüte.

Elektroschrott darf nicht in den Hausmüll

Das ist auch gesetzlich geregelt. Lies in unserem Artikel Neues Elektroschrott-Gesetz: Was du jetzt wissen musst – 10 Tipps was du beim Entsorgen von Elektroschrott alles beachten musst.

Glühbirne, Halogen, LED, Energiesparlampe: Wohin mit Lampen?

Die beiden Auslaufmodelle Glühbirne und Halogenlampe dürfen bedenkenlos im Restmüll entsorgt werden. Die enthaltenen Wertstoffe sind nur in sehr geringen Mengen vorhanden und bei der Entsorgung daher nicht relevant.

LED-Lampen in verschiedenen Bauformen
LED-Lampen dürfen nicht in den Hausmüll – sie müssen gesondert entsorgt werden. (© Utopia/AW)

Bei Energiesparlampen und LED-Lampen ist das anders, diese müssen unbedingt gesondert entsorgt werden. Besonders Energiesparlampen, in denen das giftige Quecksilber enthalten ist: Unsachgemäß entsorgt kann dieses über die Müllverbrennung in die Umwelt gelangen.

Da die LED-Lampe elektronische Bauteile enthält, fällt sie unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz und muss daher ebenfalls separat entsorgt werden. Drogerien und Supermärkte stellen zur Mülltrennung oft auch Sammelboxen bereit, etwa für kaputte Lampen oder alte Batterien.

Kaputte Kleidung in den Altkleider-Container?

Das Problem mit gewerblichen oder sogar illegalen Altkleider-Sammel-Container ist mittlerweile weitgehend bekannt. Hier sollten weder brauchbare noch kaputte Kleider landen. Wo du deine aussortierten Klamotten ohne Bedenken loswerden kannst, erfährst du in unserem Artikel Kleidung spenden – wo es auch wirklich ankommt.

Slow Fashion: Second Hand gebraucht kaufen
Kaputte Kleider – wohin damit? (Foto: © CCO / Pixabay)

Wo aber kaputte Kleidung entsorgen? Laut FairWertung, einem Zusammenschluss gemeinnütziger Altkleidersammler, sollte man stark verschmutzte, sehr alte oder stark beschädigte Kleidung und Wäsche direkt im Hausmüll entsorgen. Das sei ökologischer als sie einfach mit in den Altkleider-Container zu werfen. Dort verursachen sie unnötigen Mehraufwand für Sammler und Sortierer. Zwar gibt es Unternehmen, die aus stark beschädigter Kleidung Dämmmaterial oder Putzlappen herstellen, das lohnt sich für die Betreiber der Sammelstellen finanziell allerdings nicht.

Griff ins Klo: Medikamente entsorgen

Abgelaufene und nicht mehr benötigte Medikamente dürfen auf keinen Fall im Klo runtergespült oder sonst irgendwie im Abfluss entsorgt werden. Rückstände von Arzneimitteln können so in der Natur landen und sowohl Mensch als auch Umwelt schaden.

Medikamente kann man bei vielen Apotheken oder bei Schadstoffsammelstellen der Entsorgungsunternehmen abgeben, die für eine sachgerechte Mülltrennung sorgen. Ansonsten kann man Medikamente auch über den Restmüll entsorgen. Am besten tief unten in der Tonne verbergen, damit Kinder nicht versehentlich drankommen.

Infografik Mülltrennung blaue gelbe schwarze braune Tonne

Kennst du weitere Dinge, bei denen unklar ist, in welchen Müll sie gehören? Schreib uns in den Kommentaren!

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(18) Kommentare

  1. Die Alufolie von Schokonikos oder Müsli etc. gehört in die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack – auch wenn kein Grüner Punkt oder ein anderes Symbol des DSD drauf ist. Das nennt sich dann (wie auch im Text erwähnt) „intelligenter Fehlwurf“. Kurzum: besser, es wird recycelt, obwohl nicht dafür bezahlt wurde, als dass es verbrannt wird bzw. mit anderem Restmüll irgendwo auf einer Deponie verscharrt wird.

    Was die Entsorgung von Medikamenten angeht: es ist legal und richtig, sie über den Restmüll zu entsorgen. Man muss aber darauf achten, dass Unbefugte (z. B. Kinder) sie nicht wieder rausfischen können! Apotheken konnten Medikamente früher kostenlos abgeben, inzwischen müssen sie auch dafür bezahlen, weshalb sie keine Medikamente mehr annehmen. Verrückt, aber leider ist das so. Einer von vielen Fehlern im System…

  2. Du hast bestimmt auch irgendwo einen Schrottplatz in der nähe. Sammel einfach alles aus Alu. Also auch die Deckel von Joguhrt, die dinger von Teelichtern, Schalen von Tierfutter, Folie, etc. Übrigens auch leere Sprühdosen falls sowas mal anfallen sollte und gib es dort ab. Kostet nichts und es landet auf jeden Fall im Recycling was beim Gelben Sack ja nicht 100 % sicher ist. dort.

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