Wegen L’Oréal-Übernahme: Noch mehr Bioläden boykottieren Logocos

Foto: © Der Marktladen

Der Naturkosmetik-Hersteller Logocos wurde von L’Oréal gekauft – in der Öko- und Bio-Branche hat die Übernahme für Aufruhr gesorgt. Zahlreiche Läden haben Logocos-Marken wie Sante oder Logona sogar komplett aus dem Sortiment genommen. Hier eine Übersicht.

Auch wenn Logocos nun zu L’Oréal gehört – Naturkosmetik bleibt Naturkosmetik. Sante, Logona, Heliotrop und die anderen Logocos-Marken erfüllen weiterhin die strengen Standards und sind Naturkosmetik-zertifiziert. Trotzdem nehmen viele Kunden und Fans der Marken den Zusammenschluss mit L’Oréal übel.

Viele kündigten an, künftig auf Kosmetik der Logocos-Marken zu verzichten – weil sie keinen Großkonzern wie L’Oréal unterstützen möchten. Und auch zahlreiche Unternehmen machen beim Boykott mit. Mehr als 20 Bioläden haben sämtliche Kosmetik von Logocos aus dem Sortiment genommen.

L’Oréal-Übernahme ein unheilvolles Vorzeichen?

Als eine der ersten Firmen verkündete die Münchner Biomarkt-Kette Vollcorner im August den Boykott von Logocos-Artikeln. Die Kette betreibt 17 Filialen in und um München. Auch über den Tübinger Biomarkt „Der Marktladen“ berichteten wir bereits. Der Inhaber des Marktes sieht in der Übernahme ein unheilvolles Vorzeichen: „Die Übernahme der gesamten Naturkostbranche durch konventionelle Handelskonzerne steht uns bevor.“

In den letzten Wochen haben sich weitere Bio-Märkte bei Utopia gemeldet und erklärt, dass sie ebenfalls keine Logocos-Produkte mehr verkaufen. Auch zahlreiche Kunden schickten uns Adressen von Logocos-freien Läden.

Diese Biomärkte führen keine Produkte mehr von  LogonaSante, Heliotrop, neobio und Fitne:

  • Biogahr (Kitzingen)
  • Biomare (Leipzig)
  • Biooase Lindau
  • Dänzer Bioland Gärtnerei und Hofladen (Backnang)
  • Der Marktladen (Tübingen)
  • Emma am Meer (Heiligenhafen)
  • Fair & Quer Naturkost/Naturwaren (Heidelberg)
  • Frau von Grün (Salzburg)
  • Kostbar Naturkost (Leipzig)
  • Kraut & Rüben (Berlin)
  • Landwege (Lübeck und Bad Schwartau)
  • Lebensgarten-Soest (Soest)
  • Märkische Kiste (Bio-Lieferservice in Berlin)
  • Miraherba (Ludwigsburg)
  • Naturkost Bothfeld (Hannover)
  • Naurata GmbH (Überlingen, Köln)
  • Oikos Naturkostladen in Dannenberg
  • Slickertann Naturkost (Münster)
  • Terra Verde Biomärkte (Bad Homburg, Groß Gerau und Darmstadt)
  • Wilde Rübe Biomarkt und Bistro (Oldenburg i. Holstein)
  • Vollcorner (München und Umgebung)

Logocos, L’Oréal und Nestlé

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L’Oréal-Kosmetik (© Utopia)

Die verschiedenen Biomärkte kritisieren zum einen, dass L’Oréal für bestimmte Produkte oder Inhaltsstoffe Tierversuche durchführt. (Das sagt L’Oréal selbst zu diesem Vorwurf.). Die Naturkosmetik von Logona ist weiterhin tierversuchsfrei, trotzdem wollen die Läden – und auch viele Kunden – L’Oréal auch nicht indirekt unterstützen.

Der zweite große Kritikpunkt ist L’Oréals Verbindung zu Nestlé: Nestlé ist mit rund 23 Prozent an L’Oréal beteiligt. „Wir haben die Produkte von SANTE, LOGONA und Co. gerne und gut verkauft …Mit Großkonzernen wie Nestlé und L’Oréal aber, die mit allem gegen unsere Überzeugungen und Grundsätze arbeiten, können wir uns in keinster Weise identifizieren, noch wollen wir sie unterstützen“, schreibt beispielsweise der Naturkostladen „Fair & Quer“ in einem Statement.

Logocos-Marken bleiben Naturkosmetik

Dass sich durch die Zusammenarbeit mit L’Oréal an den Logocos-Produkten selbst etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Zertifizierte Naturkosmetik bleibt zertifizierte Naturkosmetik und ist auf jeden Fall empfehlenswerter, als herkömmliche Alternativen. Ob Logocos sich mit der Zusammenarbeit mit L’Oréal wirklich einen Gefallen getan hat, ist jedoch zumindest fraglich.

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