Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik

Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik
Foto: © der_milchm4nn / photocase.de

Hormonell wirksame Substanzen, allergieauslösende Duftstoffe, Erdöl – unsere alltägliche Kosmetik kann Stoffe enthalten, mit denen man lieber nicht in Berührung kommen möchte. Utopia zeigt die schlimmsten Inhaltsstoffe alltäglicher Pflegeprodukte und gute Alternativen.

Parabene: Konservierungsstoffe mit Nebenwirkungen

Parabene sind in Kosmetika oft als Konservierungsstoffe zu finden; am häufigsten wird nach Angaben des BUND Methylparaben verwendet. Das Problem: Parabene stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. D.h. sie können im Körper wirken wie Hormone – häufig ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen – daher sind sie besonders gefährlich für Schwangere, Föten, Kleinkinder und Jugendliche in der Pubertät. Parabene lagern sich im Körper an und werden mit Krankheiten und Phänomenen wie Unfruchtbarkeit, Diabetes, verfrühter Pubertät und hormonbedingten Krebsarten wie Brust-, Hoden, und Prostatakrebs in Verbindung gebracht.

Der BUND veröffentlichte 2013 eine Studie, derzufolge rund ein Drittel der Kosmetika, die in deutschen Läden verkauft werden, hormonell wirksame Substanzen enthalten. Aber woher wissen wir, wo Parabene drin stecken und wo nicht? Auf der Inhaltsstoffliste kann man sie an der Endung „-paraben“ erkennen (Zum Beispiel Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben, Isopropylparaben, Isobutylparaben). Mit dem ToxFox-Kosmetikcheck des BUND (online und als App) können Verbraucher herausfinden, ob ein bestimmtes Kosmetikprodukt hormonell wirksame Substanzen beinhaltet oder nicht.

UV-Filter und UV-Absorber: Hormone in der Sonnencreme

Viele Pflegeprodukte und Kosmetika wie Sonnencremes, Lippenbalsam und Make-Up enthalten UV-Filter oder –Absorber, zum Beispiel Ethylhexyl Methoxycinnamate oder Bezophenone. Diese Inhaltsstoffe sind ebenfalls hormonell wirksam und dazu allergieauslösend und krebsverdächtig.

Eine richtig „gute“ Sonnencreme ohne solch bedenkliche Inhaltsstoffe zu finden, ist nicht einfach. Wir geben Tipps im Ratgeber: Welche Sonnencreme ist empfehlenswert?

Duftstoffe: wohlriechende Allergene

Weil wir alle gerne gut riechen, enthalten fast alle Bodylotions, Duschgels, Deodorants usw. Duftstoffe. Diese werden in der Regel ganz harmlos deklariert, z.B. als „Parfum“ oder „Fragrance“. Potenziell gefährlich sind dabei vor allem nitro- und polyzyklische Moschusverbindungen: Diese können nicht nur Allergien auslösen, sondern wirkten in Tierversuchen zudem krebserregend und erbgutverändernd. Die Verbindungen lagern sich im Körper an und können sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden. Achtung: Der Duftstoff Coumarin findet sich auch häufig in Naturkosmetik, obwohl er als allergieauslösend, leberschädigend und krebserregend gilt.

Mehr zu Duftstoffen und Parfums ohne bedenkliche Inhaltsstoffe findest du hier: Bio-Parfum: 5 empfehlenswerte Marken.

Tenside/Emulgatoren: Einlass für Schadstoffe

Sodium-Lauryl-Sulfat und PEG-Derivate (zu erkennen am Namensbestandteil „PEG“ oder „-eth“) werden als Tenside oder Emulgatoren beispielsweise in Shampoo und Zahnpasta verwendet; sie kommen in sehr vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz. Beide Stoffe machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe und sind damit unter Umständen allergieauslösend. PEG-Derivate werden zudem häufig aus potenziell krebserregenden (und umweltschädlichen) Erdöl-Derivaten hergestellt.

Aluminium/Aluminiumsalze: Das Gift im Deo

Aluminium Deo
Deos mit Aluminiumsalzen – wirkungsvoll, aber schädlich (© innervisionpro - Fotolia.com)

Vor allem in Deodorants bzw. Antitranspirants finden sich Aluminiumsalze, sie verschließen die Poren und hemmt so den Schweiß. Aluminium gilt jedoch als nervenschädigend, hautirritierend und wurde sogar mit Alzheimer und Brustkrebs in Verbindung gebracht. Aluminium ist in der Regel nicht schwer zu erkennen: es steht auf der Verpackung zum Beipiel als Aluminum Silicate oder Aluminum Chlorohydrate. Die Lösung: Deo ohne Aluminium – Utopia zeigt hier 5 empfehlenswerte Marken.

Gute Deos ohne Aluminium findest du auch in unserer Bestenliste.

Bestenliste: Deos ohne Aluminium

Erdöl: knappe Ressource mit zweifelhaftem Effekt

Erdöl kommt in Kosmetika in Form von Paraffinen vor (zum Beispiel als Paraffinum Liquidum, oder auch als Wax, Vaseline, Mineral Oil oder Petrolatum), bildet aber auch den Ausgangsstoff für viele andere Inhaltsstoffe in herkömmlichen Pflegeprodukten. Erdöl ist nicht nur bei der Förderung und Verwertung äußerst problematisch für die Umwelt, es ist außerdem hautschädigend: Die Haut wird „abgedichtet“, kann nicht atmen und trocknet erst recht aus. Die Stiftung Warentest fand außerdem im Mai 2015 in mineralölbasierten Pflegeprodukten krebserregende Substanzen.

Bleichmittel und Farbstoffe: Chemie auf dem Kopf

Bleichmittel sind zum Beispiel in Zahnpasta und Gesichtscremes enthalten, etwa als Ammonium-Derivate. Farbstoffe stecken natürlich in Haartönungen, aber auch sonst in fast jedem Produkt, was nicht durchsichtig aussieht, etwa in Duschgels oder Parfums. Auf der Inhaltsstoffe-Liste stehen sie oft als Substanzen mit den Endungen –anilin, -anilid oder -amine. Sowohl Bleichmittel als auch Farbstoffe sind in sehr vielen herkömmlichen Kosmetikprodukten enthalten – doch zumindest einige davon gelten als potenziell krebserregend.

Weichmacher: Der tägliche Hormoncocktail

In vielen Pflegeprodukten und Kosmetika sind Phthalate als Weichmacher enthalten (meist zu erkennen am Namensbestandteil -„phthalat“). Das Problem: Die Hersteller müssen sie nicht in jedem Fall auf der Produktverpackung angeben. Oft sind sie als Bestandteil von denaturiertem Alkohol („Alcohol denat.“) enthalten und für Verbaucher somit nicht zu erkennen. Alle Phthalate stehen unter Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Weil sie – genau wie Parabene – auch in vielen anderen Alltagsprodukten enthalten sind, nimmt unser Körper mitunter einen ganzen Cocktail an hormonell wirksamen Stoffen auf. Ganz vermeiden kann man Phthalate als Kosmetik-Inhaltsstoffe nur, indem man zertifizierte Naturkosmetik-Produkte kauft.

Bestenliste: Das beste Bio-Duschgel

Palmöl: Die tägliche Umweltzerstörung beim Einkauf

Die immer weiter steigende Nachfrage nach billigem Palmöl führt vor allem in Südostasien zu gewaltigen Umweltzerstörungen. Wertvoller Regenwald wird durch Brandrodung hektarweise vernichtet – das ist nicht nur traurig, sondern eine ernste Gefahr für das Weltklima. Palmöl findet sich in extrem vielen Kosmetika, da es rückfettend und antioxidativ wirkt und für die Hersteller billig zu bekommen ist. Es ist beinahe unmöglich, den Überblick über all die verschiedenen Bezeichnungen zu behalten, hinter denen sich Palmöl verbirgt. Zum Beispiel bezeichnen fast alle Inhaltsstoffe, die den Wortbestandteil „palm“ oder „palmitate“ haben Palmöl, aber auch die Begriffe Cetearyl Alcohol, Emulsifiers E471, Glyceryl Stearate oder Stearic Acid lassen auf Palmöl schließen. Palmöl wird leider auch in Naturkosmetika verwendet (hier allerdings in der Regel zertifiziert), Alternativen gibt es wenige (Umweltblick listet sie hier auf).

Mehr zur Palmöl-Problematik: Palmöl: wie stoppen wir die Urwaldzerstörung?

Alkohol: steckt überall drin

Alkohol ist in irgendeiner Form Bestandteil fast aller Kosmetika (leider auch von Naturkosmetika). Potenziell gefährlich sind in erster Linie die sogenannten DEA (Diethanolamine), die als Weichmacher oder Feuchthaltemittel wirken: Sie können krebserregend sein. Das US-amerikanische Center for Environmental Health fand 2013 in einer groß angelegten Studie heraus, dass beinahe 100 der getesteten Shampoos krebserregende Cocamide DEA enthielten.

Wie erkennt man, was in Kosmetik steckt?

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Wissen was drinsteckt mit der App Codecheck (© tanatat - Fotolia.com; www.codecheck.info)

Auf der Verpackung von Pflegeprodukten müssen alle Inhaltsstoffe angegegeben sein. In der EU ist dafür eine bestimmte Form vorgeschrieben: Die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) legt fest, wie welche Substanzen deklariert werden müssen. Die Auflistung chemischer Bezeichnungen ist allerdings für den Durchschnitts-Verbraucher nicht immer leicht zu verstehen. Services wie Codecheck und ToxFox helfen: Online und als App zeigen sie, was wirklich in den Produkten steckt, welche Inhaltsstoffe bedenklich sind und warum. Wer sich unsicher ist, sucht hier einfach nach dem konkreten Produkt (bzw. scannt den Barcode mit dem Smartphone) und bekommt dann die gut recherchierte Einstufung der einzelnen Inhaltstoffe angezeigt.

Gibt es Alternativen?

Naturkosmetik-Siegel BDIH

Wer gesundheits- und umweltschädliche Substanzen in Pflegeprodukten vermeiden will, sollte zertifizierte Naturkosmetik-Produkte kaufen. Die gibt es inzwischen fast überall und für jedes Budget: Günstige Varianten sind etwa die Naturkosmetik-Eigenmarken von Drogeriemärkten (zum Beispiel Alverde bei dm, Alterra bei Rossmann). Diese enthalten rein natürliche Inhaltsstoffe, setzen dabei aber meist auf günstige Rohstoffe. Hochwertige Naturkosmetik gibt es von etablierten Premium-Herstellern wie zum Beispiel Weleda, Lavera, Sante oder Dr. Hauschka – viele davon sind in Drogerien oder sogar Supermärkten erhältlich, andere in Bioläden und Apotheken.

Naturkosmetik-Siegel Natrue

Das bekannteste Siegel, das „Kontrollierte Naturkosmetik“-Siegel des BDiH, definiert Mindestkriterien für Naturkosmetik. Die damit gekennzeichneten Produkte sind weitaus umweltfreundlicher und verträglicher als konventionelle. Noch etwas strenger ist das „NaTrue“-Siegel; die Siegel von Ecocert und Naturland findet man eher selten auf Produkten. Die Label „Leaping Bunny“ des HSC und der „Hase mit schützender Hand“ des IHTK sowie das „Vegan“-Siegel garantieren zudem, dass das Produkt tierversuchsfrei hergestellt wurde.

Bestenliste: Die beste Bio-Mascara

Noch mehr zum Thema Siegel und Zertifizierungen: Wann Bio wirklich Bio ist

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(10) Kommentare


  1. Hallo und vielen Dank für diesen Informativen Blog . Wir haben unseren Haushalt bereits komplett umgestellt auf Produkte OHNE Giftstoffe – OHNE Chemie – OHNE Tierversuche . Und die sind preislich nicht teurer als die Chemiekeulen im Supermarkt 🙂 [LINK ENTFERNT V. UTOPIA-TEAM]

  2. Die Angabe sämtlicher Quellenangaben wären wirklich hilfreich. So ist der tolle Text quasi wertlos – wie 99,9% aller Texte im WorldWideWeb. Aus welcher Literatur beziehen Sie nur Ihre Informationen? Können Sie nachliefern?

  3. Hi Leute,
    Ja ja ja .. BAD New is good News

    Über Parabene , Aluminium Paraffine, Silikone usw, wird immer wieder der gleiche Stuss behauptet und Halbwahrheiten von Medien und ToxFox app verbreitet.
    Wusstet Ihr, dass man bei Paraben-haltigen Kosmetik-Salben etw 1500 kg schlucken müsste , um überhaupt erst die Östrogenwirkung einer einzigen Mini-Pille, die täglich geschluckt wird zu erzielen?

    (Anmk. d. Red. Bitte bleiben Sie sachlich!)

      • Was um Himmels Willen sollte man denn an solch einem primitiven polemischen Erguss ohne jeglichen Beleg glauben? 🙂

    • „Die wollen nur Ihren redaktionellen Mist… verbreiten…“
      Ich schlage vor, Du belegst erst mal Deine Behauptungen. Denn ohne Belege ist Dein Kommentar auch nichts anderes als… hm, ja, bleiben wir doch einfach bei dem von Dir gewählten Ausdruck: Mist.

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