Currywurst-Verbot in VW-Kantine: „Resonanz ist sensationell“

Resonanz ein halbes Jahr nach Currywurst-Verbot.
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Die Nachricht vom Currywurst-Aus in einer VW-Kantine sorgte im Sommer für Aufsehen. Vor allem ein Beitrag von Ex-Kanzler Schröder dazu befeuerte die Veggie-Debatte. Nun äußert sich VW dazu, wie die Entscheidung im ersten halben Jahr angenommen wurde.

„Die Resonanz unserer Gäste ist sensationell und durchweg positiv – aus dem Verwaltungsbereich genauso wie aus der Produktion“, sagte der Leiter der VW-Gastronomie, Nils Potthast, der Deutschen Presse-Agentur. Der Verzicht auf die Currywurst in einer Kantine des Volkswagens-Werks in Wolfsburg hat sich bewährt. Auch ohne den Kantinen-Klassiker sei das Speisenangebot teilweise noch vor Betriebsschluss vergriffen gewesen, berichtete Potthast ein knappes halbes Jahr nach dem Beschluss.

Im Sommer herrschte Wirbel um das Aus für die Currywurst

Die Entscheidung für ein fleischfreies Betriebsrestaurant beim größten Autobauer Europas hatte im Sommer für Wirbel gesorgt. Im August kündigte VW zunächst intern an, dass die Kantine im Markenhochhaus in Wolfsburg künftig auf vegetarische und vegane Küche setze und nur hin und wieder Fisch zum Angebot gehören werde. Das bedeutete dort das Ende für die Currywurst.

Seit dem Sommer wird in der Kantine des VW-Werks in Wolfsburg auf vegetarische und vegane Küche gesetzt - mit ab und zu Fisch im Angebot.
Seit dem Sommer wird in der Kantine des VW-Werks in Wolfsburg auf vegetarische und vegane Küche gesetzt – mit ab und zu Fisch im Angebot. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - RitaE)

Vor allem die Reaktion von Altkanzler Gerhard Schröder über den „Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion“ befeuerte damals eine Debatte um Fleischverzehr in Unternehmen. „Wenn ich noch im Aufsichtsrat von #VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben“, schrieb Schröder damals bei LinkedIn.

Currywurst: In der Kantine durch Alternativen ersetzt

„Dabei war von vornherein klar: Es geht nicht gegen die Currywurst, die nach wie vor in allen anderen Kantinen des Werkes angeboten wird“, sagte VW-Gastronom Potthast. Es gehe einfach um mehr schmackhafte Alternativen. Die gebe es nun und sie würden gut angenommen. Auch die Mitarbeiter:innen in der Küche stehen ihm zufolge zu 100 Prozent hinter dem Konzept.

Obwohl die Anzahl der angebotenen Kantinen-Currywürste bei Volkswagen schon häufig über dem Autoabsatz der Kernmarke lag, dürfte das Ausmaß der Debatte mit dem von Schröder gesetzten Hashtag „#RettetdieCurrywurst“ auch intern überrascht haben. Die positive Resonanz zeigt jedoch, dass die Entscheidung richtig war und die Currywurst doch nicht so dringend gerettet werden musste, wie der Ex-Kanzler glaubte.

Utopia meint: Das VW-Werk in Wolfsburg zeigt mit dem Currywurst- und Fleischverzicht, dass eine vegetarische Kantine funktionieren kann – und gut angenommen wird. Denn schließlich gibt es tolle Rezepte ohne Fleisch. Außerdem sind Tofu, Linsen oder Nüsse gute pflanzliche Proteinquellen, welche die Mitarbeiter:innen ebenso mit „Kraft“ versorgen wie eine Wurst. Es ist wünschenswert, dass die Entscheidung in Wolfsburg Menschen dazu anregt, über ihr Essverhalten nachzudenken und dass weitere Kantinen dem Vorbild folgen.

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