Der Central Park als Versuchslabor: Wie New Yorks Wahrzeichen Städten in der Klimakrise helfen soll

new york central park lab
Foto: CC0 / Pixabay / dariasophia

Der Central Park in New York ist als Ausflugsziel beliebt. Doch auch er steht aufgrund der Klimakrise vor wachsenden Herausforderungen. Ein neues Forschungsprojekt will aus den Problemen des Parks jetzt zukunftsorientierte Lösungen ableiten.

Der Central Park in New York gilt als „grüne Lunge“ der US-amerikanischen Millionenstadt. Auf einer Gesamtfläche von 3,41 Quadratkilometern beherbergt er unter anderem Rasenflächen, kleine Waldstücke, einen See und mehrere Teiche. Nicht zuletzt dank dieser abwechslungsreichen Gestaltung zeichnet sich der Park auch durch eine bemerkenswerte Artenvielfalt aus.  

Als Zufluchtsort vor der Hektik der Großstadt ist der Central Park bei New Yorker:innen und Tourist:innen gleichermaßen beliebt. Dabei ist er mehr als nur ein Freizeitangebot: Sein vielfältiges Ökosystem könnte uns auch dabei helfen, den Klimawandel im Allgemeinen und die Herausforderungen, die er für Städte im Besonderen darstellt, besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage ließen sich dann möglicherweise neue Lösungen für die klimabedingten Probleme der Zukunft entwickeln.

Diesen Ansatz vertritt das Anfang 2022 gegründete Central Park Climate Lab, ein wissenschaftliches Projekt, das den Park als großes „Klima-Labor“ versteht. Hervorgegangen ist es aus einer Partnerschaft zwischen der Yale School of Environment, der New Yorker Umweltorganisation Natural Areas Conservancy und der Central Park Conservancy, also der zentralen Parkverwaltung. Die beteiligten Wissenschaftler:innen wollen untersuchen, wie sich aktuelle Klimaveränderungen und Wetterextreme auf die Natur im Park auswirken – und wie es Pflanzen und Tieren gelingt, sich an diese Veränderungen anzupassen. 

Der Central Park als Klima-Labor: Forschen für die Zukunft

Das Central Park Climate Lab untersucht, wie die Natur im Park sich an den Klimawandel anpasst.
Das Central Park Climate Lab untersucht, wie die Natur im Park sich an den Klimawandel anpasst.
(Foto: CC0 / Pixabay / unserekleinemaus)

Das Climate Lab betont, dass Stadtparks ebenso anfällig für den Klimawandel sind wie andere Naturgebiete. Sie sind immer wieder extremen Wetterereignissen ausgesetzt, zum Beispiel Starkregen, Hitze- und Kälteextremen oder heftigem Wind. Während des Hurricanes Ida etwa, der im September 2021 große Teile von New York unter Wasser setzte, fielen allein über dem Parkgebiet 80 Millimeter Regen innerhalb einer Stunde. Obwohl solche Ereignisse häufiger werden, sind Städte damit oft immer noch überfordert. Laut dem Central Park Climate Lab gibt es bislang keine einheitlichen Richtlinien, an denen sich Stadtverwaltungen orientieren können, um ihre Parkgelände besser zu schützen und auf den Klimawandel vorzubereiten.

Die Forschung des Climate Lab soll das ändern und am konkreten Beispiel von New York Erkenntnisse erarbeiten, die auch auf andere Städte und größere Zusammenhänge übertragbar sind. Zu diesem Zweck will das Forschungsteam umfangreiche Daten sammeln und sich dabei sowohl auf Satellitenaufnahmen als auch auf Messungen und Beobachtungen am Boden stützen. Zum Beispiel soll das zu- oder abnehmende Wachstum der Bäume mit speziellen Geräten überwacht werden. 

Fragen, die sich das Climate Lab im Rahmen dieser Messungen stellt, sind zum Beispiel: Wie viel CO2 kann der Park binden? Wie viel Abkühlung bietet er nicht nur den Menschen, die ihn besuchen, sondern auch Anwohner:innen in seiner Nähe? Die Forschung geht also über die reine Beschreibung von Zuständen hinaus und will zur Lösung von Problemen beitragen, die durch den Klimawandel bedingt sind. Dazu gehören der Ausgleich von CO2-Emissionen durch Bäume als natürliche Kohlenstoffspeicher oder der abkühlende Effekt, den Pflanzen auf ihre Umgebung haben können.

Das Central Park Climate Lab als Blaupause für andere Städte

Obwohl sich die Forschung zunächst auf den Central Park selbst beschränken soll, gibt es bereits Pläne, sie auf andere Grünflächen im Großraum New York auszuweiten. Das kündigt das Climate Lab auf der Website des Parks an. Im weiteren Verlauf sollen dann auch in anderen amerikanischen Städten ähnliche Projekte verwirklicht werden. Konkrete Informationen, welche Städte dafür in Frage kommen könnten, gibt es bislang allerdings noch nicht.

Auf Grundlage der gewonnenen Daten und der Vorarbeit anderer Klimaforscher:innen will das Labor weitreichende Strategien für den städtischen Raum entwickeln. Sie sollen sowohl zur Eindämmung des Klimawandels beitragen als auch die Anpassung an Klimaveränderungen erleichtern, die bereits eingetreten sind. Auch Städte außerhalb der USA könnten bei der Gestaltung ihrer Stadtparks also künftig von diesen Erkenntnissen profitieren.  

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