EU-Kommission verbietet Titandioxid in Lebensmitteln

Farbstoff Titandioxid künftig im Essen verboten
Foto: Henning Kaiser/dpa

Weiß oder heller wird Essen durch Titandioxid. Doch nun wird der Stoff in Lebensmitteln verboten. Der Grund dafür sind die gesundheitlichen Risiken, die von dem Farbstoff ausgehen.

Marshmallows, Fondant und Mozzarella müssen in Zukunft ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid auskommen. Die EU-Kommission hat am Freitag ein Verbot für den Zusatzstoff in Lebensmitteln wegen möglicher Krebsrisiken erlassen. Es tritt den Angaben zufolge in sechs Monaten in Kraft. „Mit dem heutigen Verbot entfernen wir einen Lebensmittelzusatzstoff, der nicht mehr als sicher gilt“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im vergangenen Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) vorgelegt. Die EU-Staaten hatten dem Verbot bereits zugestimmt.

Warum Titandioxid gefährlich ist

Mehrere Studien lassen die Wissenschaftler:innen vermuten, dass Titandioxid gesundheitlich nicht unbedenklich ist. So etwa eine großangelegte Studie an der Universität Zürich aus dem Jahr 2017. Verdacht der Studie: Titandioxid könnte Darmentzündungen verstärken oder gar begünstigen.

Studie: Titandioxid könnte Darmentzündungen verstärken oder gar begünstigen.
Studie: Titandioxid könnte Darmentzündungen verstärken oder gar begünstigen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Alicia_Harper)

Titandioxid wird meistens in Form von Nanopartikeln, also in winziger Form, eingesetzt. Sind die Partikel unter 100 Nanometer groß, können sie laut der Universität Zürich in Zellen eindringen. Dort sollen sich die Stoffe laut der Studie auch anreichern und Entzündungen verursachen können. Die Forscher:innen der Universität Zürich empfehlen insbesondere Darmerkrankten daher, Nahrungsmittel mit Titandioxid zu vermeiden.

Weiterhin wird befürchtet, dass das Einatmen von Titandioxid-Partikeln krebserregend sein kann. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die EU-Kommission beschlossen, Titandioxid als Gefahrstoff mit dem Hinweis „vermutlich krebserzeugend bei Inhalation“ einzustufen. Das Risiko betrifft vor allem kosmetische Sprays, Aerosole und Pulver und nicht Produkte, die den Weißmacher in fester Form enthalten.

Aufgrund der unsicheren Faktenlage hat Frankreich bereits Anfang letzten Jahres ein Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln durchgesetzt.

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