Ab heute verbrauchen wir Deutschen mehr, als die Erde verkraften kann

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Ab 4. Mai leben die Deutschen auf Pump, denn: Schon jetzt haben wir die Menge an Ressourcen verbraucht, die uns ökologisch gesehen für das ganze Jahr zur Verfügung steht.

Wäre die ganze Welt so verschwenderisch wie Deutschland, hätten wir heute, am 4. Mai, bereits den Earth Overshoot Day. Denn die Bundesrepublik hat bereits so viele Ressourcen verbraucht, wie sie einem Land ihrer Größe für ein Jahr zustehen. Dies geht aus einer Berechnung des Global Footprint Network hervor.

Deutschland verbraucht mehr Ressourcen als die meisten Nationen

Dieses Jahr fällt der deutsche Earth Overshoot Day auf den 04. Mai. Das ist einen Tag früher als im vorigen Jahr. Es bleibt unumstritten, dass wir Deutschen auch nach der Coronakrise der beiden Vorjahre wieder mehr Ressourcen verbrauchen, als uns zustehen. 2020 und 2019 fiel der deutsche Earth Overshoot Day auf den 3. Mai, 2018 war es der 02. Mai, also einen Tag früher. Dieses Jahr ist der Tag wieder nach vorne gerutscht. Ein deutliches Zeichen, denn: Wären alle Nationen so verschwenderisch wie wir, würden wir den Berechnungen zufolge jährlich im Schnitt 3,0 Erden verbrauchen. Damit zählen die Deutschen zusammen mit Nationen wie USA (5,1), Australien (4,5) und Russland (3,4) zu den besonders verschwenderischen Nationen.

Earth Overshoot Day Anzahl Erden Deutschland
Earth Overshoot Day: So viele Erden bräuchten Deutschland und andere Industrieländer, um den eigenen Bedarf zu decken. (Foto: overshootday.org)

Global gesehen ist die Erde sparsamer als Deutschland im Einzelnen: Der letztjährige Earth Overshoot Day war am 29. Juli. Im Vorjahr fiel der internationale Earth Overshoot Day auf dem 22. August. Das Datum hatte sich 2020 aufgrund der Corona-Pandemie signifikant nach hinten verschoben – 2019 fand der Tag am 29. Juli statt. Auch 2022 ist das Datum des Termins wieder auf den 29. Juli gefallen. Das heißt: Alle Menschen zusammengenommen bräuchten etwa 1,75 Erden, um ihren Bedarf an natürlichen Rohstoffen wie Ackerland und Wäldern zu decken. Auf welches Datum der globale Earth Overshoot Day dieses Jahr fällt, wird das Global Footprint Network im Laufe der kommenden Monate bekannt geben.

Kritik von Umweltschützer:innen: ein Alarmsignal und Aufruf zu Gegenwirken

Umweltschützer:innen kritisieren schon seit Jahren, dass andere den Preis für unsere verschwenderische Lebensweise zahlen müssen. „Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet die Lebensgrundlagen aller Länder und zukünftiger Generationen. Das ist zutiefst ungerecht und geht auf Kosten der Menschen im globalen Süden“, so Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und Armutszeugnis für die verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der vergangenen Jahre.“

Dem BUND zufolge liege das frühe Datum Deutschlands unter anderem am hohen Energieverbrauch, dem hohen CO₂-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie der Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser.

Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, führt an: „Wir konsumieren und wirtschaften als gäbe es kein Morgen. Die Zeche dafür zahlen unsere Kinder und Enkelkinder. Wir müssen den Raubbau beenden und endlich in den natürlichen Grenzen der Erde leben. Dafür müssen wir unsere Finanz- und Wirtschaftssysteme auf Nachhaltigkeit umstellen.“

Die Umweltorganisation WWF rief deshalb unter dem Motto #movethedate bereits im Vorjahr dazu auf, durch weniger Ressourcenverbrauch den Earth Overshoot Day nach hinten zu schieben. Laut WWF, könnte der internationale Overshoot Day um 21 Tage nach hinten verschoben werden, wenn die aktuellen Standards im Bereich der Industrie-Prozesse, dem Gebäudemanagement oder auch bei der Energiegewinnung nachgerüstet und umgebaut würden.

Utopia meint: Der deutsche Erdüberlastungstag und der Earth Overshoot Day machen darauf aufmerksam, dass unser Wohlstand auf der Ausbeutung zukünftiger Generationen basiert. Die letzten Jahre variierte das Datum, auch wegen Corona. Ob nun ein paar Tage früher oder später: Das Problem bleibt bestehen und wir dürfen es nicht ignorieren. Stattdessen muss die Politik dringend Wege finden, den Raubbau an unserer Erde zu stoppen.

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