Zahnpasta bei Stiftung Warentest: So schneiden Oral-B, Elmex, Meridol & Co. ab

Zahnpasta
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Karolina Grabowska

Stiftung Warentest hat 31 Zahnpasten ins Labor geschickt – mit gemischten Ergebnissen: 16 Universal-Zahnpasten sind gut oder sehr gut, vier Tuben fallen mit „mangelhaft“ im Zahnpasta-Test durch und der Rest lag im Mittelfeld.

Wir sollten es mindestens zweimal am Tag tun: Zähneputzen. Doch welche Zahnpasta ist die richtige? Im Drogerieregal haben wir die Wahl und können zwischen Sensitiv-Zahncreme, Pasta mit Whitening-Effekt und der guten alten Universal-Zahnpasta wählen. Stiftung Warentest hat nun 31 Universal-Zahnpasten im Labor prüfen lassen. Mit dabei sind Eigenmarken von Aldi, Lidl, dm oder Ross­mann, bekannte Marken sowie Naturkosmetik-Produkte. Die Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus.

Stiftung Warentest untersuchte die verschiedenen Zahnpasten auf Wirksamkeit in Bezug auf Karies­prophylaxe (durch Fluorid) und die Entfernung von Verfärbungen. Außerdem geprüft wurde, ob die Produkte Titandioxid enthalten, das ab August 2022 nicht mehr als Zusatzstoff in Lebensmittel eigesetzt werden darf.

Zahnpasta bei Stiftung Warentest: Fünfmal „sehr gut“

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Fünfmal vergaben die Warentester:innen die Bestnote „sehr gut“. Die Testsieger überzeugten vor allem in der Prüfkategorie Karies­prophylaxe durch Fluorid und entfernten Verfärbungen im Test zuverlässig.

Zu den Testsiegern mit einer Gesamtbewertung „sehr gut“ zählen bekannte Markenprodukte, aber auch günstige Eigenmarken:

  • Oral-B Professional Zahnfleisch und -schmelz Pro-Repair Extra Frisch
  • Meridol Zahnfleischschutz Zahnpasta
  • Bevola Zahncreme Fresh von Kaufland
  • Signal Bio Zahnpasta
  • Dontodent Zahncreme antibakteriell von dm

Fluorid, Titanoxid und Zink: Sind diese Zusatzstoffe schädlich?

Bei Fluorid gehen die Meinungen in der Gesellschaft auseinander. Oft verwechselt mit dem schädlichen Gas Fluor, wird Fluorid für gesundheitsschädlich gehalten. Dabei braucht der Körper Fluorid, denn Fluoride sind Salze, die zum Beispiel Bestandteile des Zahn- und Knochengewebes sind. Zu ihren Eigenschaften zählen unter anderem die Härtung von Zahnschmelz und Kariesprophylaxe. Entscheidend ist dabei die Dosis, da zu große Mengen Fluorid zu Vergiftungen führen können. Die Dosierung in Zahncremes ist jedoch unbedenklich. Stiftung Warentest zufolge ist das Risiko, sich durch Zahnpasta mit Fluorid zu vergiften „gleich null“, da hierfür eine „Person den Inhalt von ungefähr 23 Tuben Zahnpasta mit je 100 Milliliter“ verschlucken müsste.

Fluorid ist außerdem in vielen Lebensmitteln enthalten; zum Beispiel Schwarz- und Grüntee, Fisch oder aber als Spurenelement in Mineralwasser. Schon aus diesem Grund ist es schwierig, auf Fluorid zu verzichten. Laut Stiftung Warentest ergibt es jedoch auch Sinn, Fluorid zu sich zu nehmen oder in Zahnpasta zu verwenden, um beispielsweise die Zähne zu schützen.

Fluoride sind jedoch bei Verbraucher:innen nicht unumstritten. Was klar ist: Eine Überdosierung sollte in jedem Fall vermieden werden. Deshalb spricht sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Beispiel gegen die Anreicherung von Nahrungsergänzungsmitteln und sonstiger Lebensmittel mit Fluorid aus. Die eingesetzte Menge in Zahnpasta ist laut Stiftung Warentest jedoch unbedenklich. Erfahre auch mehr dazu im Beitrag „Fluorid: Wichtig oder giftig für gesunde Zähne?

Titandioxid ist – im Vergleich zu Fluorid – ein Stoff, auf den der Körper nicht angewiesen ist und der dort auch nicht natürlich vorkommt. Im Gegenteil: Titandioxid wird Produkten zugesetzt, zum Beispiel Kosmetik. Ab August 2022 ist es verboten, den Stoff in Lebensmitteln zu verwenden, da Expert:innen von einer gesundheitsschädigenden Wirkung ausgehen – bis zu Krebs. Bereits im Mai 2021 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Zusatz­stoff als „nicht mehr sicher“ einge­stuft. 

Zahnpasta mit Titandioxid erhielt von Stiftung Warentest Punktabzug. In 21 der Pasten ist der bedenkliche Stoff laut Herstellerdeklaration enthalten. Durch die Abwertung kam keines der Produkte auf eine Bewertung, die besser war als „gut“, darunter zum Beispiel folgende:

  • Happy Brush Super Vegan Zahnpasta (Gesamturteil „gut“)
  • Elmex Kariesschutz (Gesamturteil „gut“)
  • Theramed Original (Gesamturteil „gut“)

Ein weiterer Zusatz, der sich in vielen Zahnpasten findet, ist Zink. Das Spurenelement wirkt gegen Bakterien und schützt damit vor Plaque, Zahn­stein, Zahn­fleisch­entzündungen und Mund­geruch. In einem Zahnpflegeprodukt wie Zahnpasta macht Zink also durchaus Sinn, vor allem in handelsüblicher Konzentration.

Bei Kindern und Jugend­lichen ist die Gefahr für eine Überdosierung des Stoffes höher als bei Erwachsenen, da ihr Bedarf in der Regel bereits über die Nahrung gedeckt ist. Negative Effekte von zu viel Zink können gravierend sein: das Immun­system wird langfristig geschwächt, es kommt zu Blut­armut sowie zu nervenbe­dingten Bewegungs­störungen. Minderjährige sollten deshalb auf Zahnpasta verzichten, die mit Zink angereichert ist; wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt.

Insgesamt 15 der getesteten Zahncremes enthielten Zink. Darunter auch „sehr gut“ getestete Produkte:

  • Dontodent Zahncreme antibakteriell von dm (Gesamturteil „sehr gut“)
  • Signal Bio Zahnpasta (Gesamturteil „sehr gut“)
  • Oral-B Professional Zahnfleisch und -schmelz Pro-Repair Extra Frisch (Gesamturteil „sehr gut“)
Zahnpasta mit Birkenzucker soll die Zähne besonders gut vor Karies schützen.
Zahnpasta mit Fluorid soll die Zähne besonders gut vor Karies schützen. Für Kinder soll die Zahncreme jedoch weniger Fluorid enthalten als für Erwachsene. (Foto: CC0 / Pixabay / jennyfriedrichs)

Zahnpasta im Test: Breites Mittelfeld und 4 Mal „mangelhaft“

Im Mittelfeld der getesteten Zahnpasten landeten mit „befriedigend“ 11 Produkte. Darunter bekannte Namen sowie Eigenmarken von Supermärkten, Drogerien und Discountern, zum Beispiel:

  • Sensodyne Pro Schmelz tägliche Zahnpasta
  • Dentagard Original
  • dm Alverde Pro Climate
  • Rewe Care Nature Zahncreme Bio-Pfefferminze

Bei einigen dieser Produkte führte das enthaltene Titandioxid zu einer Abwertung: Während die Kariesprophylaxe teils durchaus Bestnoten erzielte, erhielten manche Zahncremes deshalb nur ein „befriedigend“.

Unter den Schlusslichtern der Zahncremes befinden Produkte, deren Wirksamkeit bei der Kariesprophylaxe von Stiftung Warentest nicht bestätigt werden konnte. Der Grund für den Punktabzug: Sie enthalten kein Fluorid. Die Prüfung der Entfernung von Verfärbungen auf den Zähnen ist aus diesem Grund ebenfalls nicht erfolgt und insgesamt führte das Fehlen von Fluorid zu einer Abwertung, mit dem Gesamturteil mangelhaft.

  • Weleda Calendula Zahncreme
  • Sante Dental Med Zahngel Vitamin B12 fluoridfrei
  • Ajona medizinisches Zahncremekonzentrat

Auch bei den getesteten Naturkosmetik-Produkten von Weleda und Sante war für die schlechte Bewertung das fehlende Fluorid verantwortlich. Die meisten Naturkosmetik-Hersteller bieten jedoch beides an: Zahnpasta mit Fluorid und Zahnpasta ohne Fluorid. Im aktuellen Test schnitten Naturkosmetik-Zahncremes mit Fluorid insgesamt auch alle besser ab und landeten im Mittelfeld, zum Beispiel:

  • Signal Bio Zahnpasta mit Eco-Cert-Zertifizierung („sehr gut“)
  • Sante Dental Med Zahncreme Vitamin B12 (Gesamturteil: „befriedigend“, Kariesprophylaxe: „gut“)

Wir raten deshalb weiterhin zu Naturkosmetik-Produkten mit entsprechender Zertifizierung: Im Fall von Zahncreme dann am besten mit Fluorid. Du kannst Zahnpasta auch selber machen.

Alle Testergebnisse kannst du in der test-Ausgabe 07/2022 von Stiftung Warentest nachlesen sowie online auf test.de. Dort findest du auch die Testergebnisse aus den Zahnpasta-Tests von 2020 und 2019.

Auch Öko-Test prüft regelmäßig Zahnpasta, im letzten Zahnpasta-Test fielen einige bekannte Marken durch.

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