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„Tesla stoppen“: Umwelt-Initiative macht gegen E-Autobauer mobil

Tesla fliegt aus der Anlageindex ESG
Foto: David Zalubowski/AP/dpa

Die Mehrheit der Einwohner:innen ist gegen die Erweiterung des Tesla-Geländes bei Grünheide. Nun erhalten sie Unterstützung von Umweltaktivist:innen.

Nach ihrem Votum gegen eine Erweiterung der Tesla-Fabrik haben die Einwohner:innen von Grünheide Unterstützung von Umweltaktivist:innen erhalten. Etwa 80 Personen der Initiative „Tesla stoppen“ besetzten in der Nacht zu Donnerstag ein Waldstück nahe der Autofabrik des Unternehmens, um gegen die geplante Werkserweiterung zu protestieren. Auf dem etwa 120 Hektar großen Areal, welches für die Erweiterung des Geländes gerodet werden soll, errichtete die Gruppe Baumhäuser. Ihr geht es vor allem um den Schutz des Wassers. Die Polizei war vor Ort und sprach mit den Protestierenden. 

Tesla: Besetzer:innen im Waldstücke nahe der Gigafactory

Die Aktivist:innen errichteten rund ein Dutzend Baumhäuser im Kiefernwald, der für die Erweiterung der Tesla-Fabrik weichen soll. Mit großen Seilen wurden die Holzkonstruktionen in verschiedenen Höhen angebracht, wie ein dpa-Reporter berichtete. 

Aktivist:innen des Bündnisses Robin Wood sind vor Ort und haben unter dem Motto „Wald statt Monsterfabrik“ eine Holz-Plattform in einem der Baumwipfel befestigt, auf der Kletternde verweilen können. Sie fordern von Tesla, Gemeinde, Land und Bund, alles zu tun, um die Erweiterung zu stoppen und eine klimagerechte Mobilitätswende voranzubringen.

Die Besetzer:innen haben sich für eine längere Zeit eingerichtet. Eine Feldküche wurde aufgebaut, Schilder weisen auf das besetzte Areal hin. Immer mehr Menschen kämen mit Rucksäcken im Wald an, so der Reporter. Die Stimmung sei nach einer frostigen Nacht friedlich. Die Polizei sei vor Ort und spreche mit den Aktivist:innen. Diese haben angekündigt, dass die Besetzung nahe dem Bahnhof Fangschleuse für unbestimmte Zeit geplant sei.   

Initiative will Tesla-Kritiker:innen unterstützen   

Die Initiative will mit der Besetzung des Waldstücks auch das Votum der Bürger:innen von Grünheide unterstützen, die in einer Einwohnerbefragung gegen den entsprechenden Bebauungsplan stimmten, wie sie mitteilte.

„Uns geht es vor allem um das Trinkwasserschutzgebiet“, sagte Aktivistin Caro Weber der Deutschen Presse-Agentur. Ihr zufolge reisten Umweltaktivist:innen aus dem ganzen Bundesgebiet an. Die Initiative vertraue nicht darauf, dass die Politik dem Willen der Einwohner:innen folgen werde, da schon das bestehende Werk mit Sondergenehmigungen gebaut worden sei. Ein Teil des Tesla–Geländes liegt im Trinkwasserschutzgebiet. Tesla hatte sein Werk auch über vorzeitige Zulassungen errichtet.

Was will Tesla auf der erweiterten Fläche bauen?

Der E-Autobauer will neben dem 300 Hektar großen bestehenden Werksgelände einen Güterbahnhof, Lagerhallen und einen Betriebskindergarten errichten. Dafür sollen mehr als 100 Hektar Wald gerodet werden. Unter anderem Naturschützer:innen und Bürgerinitiativen sind gegen die Erweiterung. Tesla sieht Vorteile für die Region, wenn der Bebauungsplan schließlich durchkäme. Der Güterverkehr könnte mit dem Werksbahnhof entlastet werden. Es gehe auch um mehr Liefersicherheit mit Lagerflächen, so das Unternehmen.

Entscheidung zu Bebauungsplan für Erweiterung steht noch aus

Das Unternehmen war mit den Erweiterungsplänen für die Autofabrik bei den Bürger:innen in Grünheide mehrheitlich auf Ablehnung gestoßen. Knapp zwei Drittel hatten vergangene Woche gegen die Pläne gestimmt. Das Votum ist rechtlich nicht bindend, gilt aber als wichtige Wegmarke. Die Gemeindevertretung muss einem Bebauungsplan noch zustimmen.

Kritiker:innen forderten, ihn zu ändern. Sie sehen keinen Grund für eine Erweiterung des Geländes. Nach Worten von Bürgermeister Arne Christiani werden sich die Gemeindevertreter:innen nicht gegen das Votum der Bürger:innen stellen. 

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