Wasserverband limitiert Wasser in Privathaushalten – Tesla trägt Mitschuld

Wasserverband limitiert Wasser in Privathaushalten – Tesla trägt Mitschuld
Foto: CC0 Public Domain / Pexles - Nithin PA / unspalsh - David von Diemar

Das Wasser in Brandenburg wird knapp. Mitverursacher ist die Fabrik von Tesla in Grünheide. Um die Trinkwasserversorgung sicher zu stellen, soll es zu einer Limitierung von Leitungswasser pro Haushalt kommen.

„Hier ist überall Wasser. Sehen Sie sich um. Sieht das hier etwa aus wie eine Wüste? Es regnet so viel.“ Unter Lachen sagte Tesla-Chef Elon Musk bei einer Pressekonferenz im letzten Sommer diese Worte. Zuvor hatte ein Journalist angemerkt, dass die Tesla-Fabrik der Region viel Wasser entnimmt. Anders als Musk behauptet herrscht in manchen Regionen Deutschlands sehr wohl Wasserknappheit. Auch in Grünheide, wo Tesla am 22. März das erste europäische Werk eröffnete.

Wasserverbrauch auf 105 Liter am Tag beschränken

Die Tesla-Fabrik befindet sich inmitten eines Trinkwasserschutzgebietes. Daher wurde im Vorfeld des Baus vor allem die lokale Wasserversorgung diskutiert. Wie Zeit.de berichtete, kann und möchte der lokale Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) den Wasserverbrauch von Privathaushalten auf etwa 37 Kubikmeter pro Person im Jahr limitieren. Am Tag sind das dann 105 Liter pro Person – so viel, wie innerhalb von zehn Minuten aus einem normalen Duschkopf fließt. Momentan liegt der tägliche Wasserverbrauch des Bezirks bei 175 Litern pro Kopf. Durch eine im Dezember veränderte Satzung hat der Verband die Möglichkeit Verträge problemlos anzupassen und diese Limitierung durchzuführen.

In Verträgen mit Privathaushalten als Neukund:innen hat WSE bereits begonnen eine Deckelung der Wasserversorgung zu vereinbaren. Das sei notwendig für den Fall, dass nicht mehr Wasser aus dem Boden gepumpt werden dürfe, sagte die Sprecherin des WSE, Sandra Ponesky, im April der Deutschen Presseagentur. Außerdem wolle der Verband so die Trinkwasserversorgung sicherstellen, heißt es in der Zeit. Die Maßnahmen seien damit zwar keine direkte Reaktion auf das Tesla-Werk, aber es gebe einen Zusammenhang. Denn aufgrund des hohen Wasserverbrauchs der Fabrik könne die Grundversorgung nicht mehr garantiert werden.

Werde die vereinbarte Menge bei Privathaushalten überschritten, werde der Haupthahn aber nicht zugedreht und es drohe kein Stopp der Wasserversorgung, sagte Ponesky. Die Trinkwasserversorgung sei rechtlich gesichert. Möglich seien dann aber Ordnungs- oder Bußgelder – diesen Weg wolle der Verband aber nicht gehen.

Deckelung der Wasserverbrauchs mit Tesla

In den vergangenen Monaten hatte WSE bereits ähnliche Verträge zu Deckelungen der Wasserlieferung mit Industrieunternehmen abgeschlossen. Auch mit dem Autobauer Tesla hat der Verband eine Vereinbarung getroffen: 1,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Musks bei der Eröffnung der Gigafactory, der Tesla-Fabrik in Brandenburg.
Tesla-Chef Elon Musk bei der Eröffnung der „Gigafactory“, der Tesla-Fabrik in Brandenburg. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)

Bislang wurde dem WSE nur die Entnahme einer bestimmten Menge an Grundwasser genehmigt. Durch bereits bestehende Flächennutzungspläne und Bodenverdichtung in den Gemeinden werden Reserven gänzlich ausgeschöpft. Für alle weiteren Projekte fehlen derzeit Grundwasserentnahmemengen.

Durch die Ansiedlung von Tesla versprachen sich manche Politiker:innen eigentlich einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region. Im Zeit-Podcast „Was jetzt?“ sprechen die Hosts von einem „Tesla-Effekt“, der die Wirtschaft ankurbeln hätte können. Doch den verhindert jetzt die Wasserknappheit.

Wasserknappheit auch schon vor Tesla

Doch die Gefahr von Wassermangel in der Region gab es auch bereits vor Tesla. In den vergangenen Jahren förderten Wasserverbände laut Zeit mehr Wasser, als von den Landesbehörden genehmigt wurde und mussten dafür Strafen zahlen. Darunter auch WSE. Die Grundwasserstände sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, genauso der Wasserspiegel in Seen. Daher werden Anwohner:innen angehalten Wasser zu sparen und beispielsweise ihre Gärten im Sommer nicht zu bewässern.

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