Treibstoff aus Speiseöl: Airbus fliegt erstmals ausschließlich mit „Bio-Kerosin“

Treibstoff aus Speiseöl: Airbus fliegt erstmals ausschließlich mit "Bio-Kerosin"
Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Flugzeuge sind echte Umweltsünden. Nun ist das erste Flugzeug mit umweltfreundlicherem Treibstoff geflogen. Doch Umweltschutzorganisationen äußern Bedenken zum Treibstoff.

Am vergangenen Donnerstag hat der europäische Flugzeugbauer Airbus bei Toulouse das erste Mal einen Airbus A319neo mit sogenanntem Bio-Kerosin gestartet. Auch Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird der Treibstoff genannt, der hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzte Pflanzen- und Speiseölen hergestellt wird. Solche Biotreibstoffe sollen die CO2-Emissionen deutlich verringern, sind zurzeit aber erheblich teurer als normales Kerosin.

Airbus arbeitet bei dem Vorhaben mit dem Technologiekonzern Safran, dem Flugzeughersteller Dassault Aviation, Frankreichs Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt Onera und dem französischen Verkehrsministerium zusammen. Ergebnisse von Flug- und Bodentests mit vollständigem Bio-Sprit erwartet Airbus für das kommende Jahr.

Immer wieder experimentieren Fluggesellschaften mit dem Bio-Sprit SAF, meist aber als Gemisch. Die Fluggesellschaft Air France ist im Mai erstmals mit einem nachhaltigen Treibstoff-Gemisch aus Speiseöl aus französischer Produktion zu einem Langstreckenflug aufgebrochen.

Umweltschutzorganisationen stehen dem Bio-Sprit kritisch gegenüber

Kritik am Bio-Kerosin gibt es von Umweltorganisationen. Rettet den Regenwald e.V. hat in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass der Gebrauch nicht umweltfreundlich sei. Der Verein befürchtet, dass Bioabfälle für die Menge an Flugzeugen nicht ausreichen werden und Flugzeugunternehmen stattdessen Palmöl verwenden werden, da dieses recht billig sei. Um neue Ölplantagen zu schaffen, müsse allerdings Regenwald gerodet werden – mit negativen Folgen für die Umwelt.

Außerdem kann Bio-Kerosin allein das Klimaproblem der Airlines nicht lösen. Zwei Drittel des Klimaschadens eines Flugs entstehen laut Greenpeace durch Kondensstreifen in großer Höhe. Die Zahl der Flüge müsse insgesamt sinken. Die Umweltorganisation fordert daher Kurzflüge innerhalb Deutschlands und kürzere europäische Strecken so schnell wie möglich durch ein Netz von Schnellzügen zu ersetzen.

Utopia meint: Beim Fliegen werden klimaschädliche Treibhausgase wie CO2 ausgestoßen, die mitverantwortlich für die globale Erderwärmung sind. Aber dennoch lassen sich manche Flüge nicht durch eine Bahnfahrt ersetzen. Daher sind wir dankbar für Innovationen im Flugverkehr, die in Zukunft das Fliegen umweltfreundlicher gestalten können.

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