CO2-Kompensation: Warum du nicht mehr ohne Ausgleich reisen solltest

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Reisen und vor allem Fliegen produziert Treibhausgase und CO2-Emissionen, die dem Klima schaden – eine CO2-Kompensation kann dir helfen, deinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Der CO2-Ausgleich ist weder schwer noch teuer.

Übers Wochenende nach Mallorca jetten? Zum Shopping-Wochenende nach New York fliegen? Fürs Konzert schnell nach Berlin?

Die meisten Menschen haben längst ein Gefühl dafür, dass solche Vergnügen aus Umweltsicht problematisch sind. Wer sich mal bewusst machen will, wie viel derzeit geflogen wird, wirft dazu einen Blick auf flightradar24.com.

Es wird viel geflogen und wenig co2-kompensiert
Es wird viel geflogen (und wenig co2-kompensiert) (Screenshot flightradar24.com)

Aber wegen Treibhausgasen auf den wohlverdienten Urlaub verzichten? Das will kaum jemand. Und das ist ja auch verständlich.

Es gibt zwei Wege, den Schaden in Grenzen zu halten:

  • Klüger Urlaub machen.
    Wir können gar nicht oder wenigstens seltener fliegen, Urlaub in der Nähe machen oder mit Bus und Bahn verreisen, die beide deutlich weniger CO2 produzieren als das Flugzeug. Seltener fliegen bedeutet auch, längere Zeit am Urlaubsziel zu bleiben statt mehrere Kurzurlaube anzutreten.
  • Beim Reisen CO2 ausgleichen.
    Hierbei berechnet man, welche Menge von CO2-Emissionen freigesetzt wird und kauft Ausgleichszertifikate, die bestätigen, dass andernorts durch Klimaschutzprojekte die gleiche Menge CO2 gebunden wurde. Diese CO2-Kompensation gleich die eigenen Emissionen aus.

Klar muss uns aber auch sein: Gar nicht fliegen ist besser als fliegen & kompensieren. Aber zu fliegen ohne zu kompensieren ist eben am schlechtesten. Am allerschlechtesten sind übrigens Kreuzfahrten

CO2-Emissionen kann man berechnen

Ein Blick auf die CO2-Werte hilft, die Dimension des Problems zu erkennen: So verursachte jeder EU-Bürger pro Jahr im Durchschnitt etwa 9 Tonnen CO2-Äquivalent-Emissionen, die Deutschen liegen mit 11,5 Tonnen über dem Durchschnitt (Quelle: UBA).

Reisen fällt dabei besonders ins Gewicht. Eine Person im Reisebus produziert 32 Gramm CO2 pro Kilometer, im Flugzeug 211 Gramm (Quelle: UBA). Bei 1600 Kilometer Flugreise nach Mallorca fallen samt Rückflug 0,7 Tonnen CO2 an, bei einem Flug nach Australien schon über 12 Tonnen.

CO2-Kompensation ist ein Weg, den Schaden von Flugzeugreisen zu reduzieren
CO2-Kompensation ist ein Weg, den Schaden von Flugzeugreisen zu reduzieren (Infografik: Utopia)

Zugleich wollen wir als Menschheit weltweit die CO2-Emissionen auf ein Niveau reduzieren, das den Treibhauseffekt begrenzt. Rechnet man die erlaubte Gesamtmenge auf den einzelnen Menschen um, erhält jeder von uns ein „klimaverträgliches Budget“. Und das schätzt man auf nur 2,3 Tonnen CO2.

Kurzum: Wir leben weit über unser Budget, und ein einziger Urlaubsflug frisst schon das Budget eines Dritteljahres auf.

Wie die CO2-Kompensation funktioniert

Wer reist, sollte deswegen mit möglichst geringen CO2-Emissionen reisen – oder den Klimagas-Ausstoss wenigstens kompensieren. Und das geht ganz einfach, denn aus der Klimaneutralisierung bzw. CO2-Kompensation ist inzwischen ein Geschäftsmodell geworden.

Und das geht so: Man meldet sich bei den entsprechenden Seiten an und gibt an, was für eine Art von Flugreise man plant. Die Rechner ermitteln den CO2-Ausstoss und den Preis, der bezahlt werden muss, um diese Emission zu neutralisieren. Wer den Preis zahlt, hat die fragliche Kohlendioxid-Emission neutralisiert. Fertig ist der CO2-Ausgleich.

Die Idee ist, dass am Ende das Gesamtsystem klimaneutral(er) arbeitet. Das Geld wird bei Klimaschutzprojekten eingesetzt, um Treibhausgase zu binden. Man pflanzt zum Beispiel Bäume oder nässt trockengelegte Moore neu ein, denn diese binden CO2. Auch gib es Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und so Emissionen verhindern.

Die Erde erwärmt sich, Pole schmelzen und Meeresspiegel steigen, Wetterphänomene fallen heftiger aus als gewohnt und erzeugen hier Überschwemmungen, dort Dürren. Der CO2-Ausgleich ist ein Weg, mit dem jeder Konsument gegen diese Entwicklung vorgehen kann. Hier wichtige Anbieter:

Climate Fair: sozio-ökologische Folgekosten

Climate Fair errechnet bei Flug-, Bahn, Bus- und Autoreisen die mit der Reise einhergehenden „sozio-ökologischen Folgekosten“. Denn Climate Fair will über eine bloße CO2-Kompensation hinaus „ein gesamtgesellschaftliches System erreichen, in dem es gesellschaftlicher Konsens ist, dass nur Waren oder Dienstleistungen angeboten werden, bei denen die Schadenskosten im Preis enthalten sind“.

Weitere Besonderheit: Das Geld geht an regionale, gemeinnützige Nachhaltigkeits-Projekte, die ausdrücklich einen Beitrag zur Ausgestaltung einer sozial und ökologischen gerechten Gesellschaft leisten und die von der gemeinnützigen Klimaschutz+ Stiftung verwaltet werden. Derzeit fließen Investitionen vor allem in regionale Ökostrom- und Energiespar-Projekte.

  • Angebot der gemeinnützigen Stiftung Klimaschutz+
  • strebt einen Konsens über „wahre Kosten“ an
  • Gelder fließen in regional-lokale Nachhaltigkeits-Projekte
  • https://climatefair.de

Die Kalkulation der Folgekosten erfolgt auf Grundlage eines vom Institut für Energie und Umweltforschung entwickelten Experten-Modells sowie Empfehlungen des Umweltbundesamtes. Die Kompensation kostet bei Climate Fair mehr als bei bloßen, im folgenden aufgeführten CO2-Kompensationsangeboten, weil sie versucht, mehr als nur die Folgekosten durch Treibhausgase einzubeziehen. Es bleibt aber dem Nutzer überlassen, ob er diese vollen Kosten übernehmen kann und will.

CO2-Kompensation mit Atmosfair

Die gemeinnützige gGmbH aus Berlin hat mehrfach Testsiege errungen und gilt als eines der besten Unternehmen ist diesem Bereich, mit geringen Eigenkosten, transparenten Unternehmensberichten und sinnvollen Klimaschutzprojekten. Bei Atmosfair kann man unter anderem ein Klimaschutzabo bestellen oder eine Kreuzfahrt kompensieren – den Rechner für Flüge findet man hier. Atmosfair erbringt derzeit 90 % ihrer CO2-Einsparungen nach dem CDM Gold Standard.

  • Gemeinnützig
  • Mehrfacher Testsieger
  • Geschäftsberichte einsehbar
  • Testsieger bei Stiftung Warentest 2018 („sehr gut“)
  • www.atmosfair.de

CO2-Kompensation mit KlimaKollekte

KlimaKollekte ist ein CO2-Kompensationsfonds christlicher Kirchen in Deutschland und möchte Organisationen, Institute, Gemeinden und Privatpersonen sowohl aus dem kirchlichen Bereich als auch darüber hinaus für den Ausgleich unvermeidbarer Treibhausgasemissionen gewinnen. Die CO2-Emissionen werden durch Klimaschutzprojekte kirchlicher Organisationen oder ihrer Partner in Entwicklungsländern vorgenommen.

  • Gemeinnützig
  • Kirchlich
  • Für Privatpersonen, Kirchengemeinden, Unternehmen, Organisationen
  • Testsieger bei Stiftung Warentest 2018 („sehr gut“)
  • klima-kollekte.de

CO2-Kompensation mit Primaklima

Primaklima ist ein gemeinnütziger Verein mit ca. 200 ordentlichen Mitgliedern. Er setzt sich seit über 26 Jahren für den Erhalt und die Mehrung von Wäldern ein. Primaklima konnte nach eigenen Angaben bisher 13,5 Millionen Bäume pflanzen. Die Kompensation der Emissionen erfolgt über Projekte in Bolivien (Gold Standard) und Uganda (VCS/CCBS Standard). Einen CO2-Rechner gibts hier.

  • Gemeinnützig
  • DZI-Siegel für Spenden
  • Für Privatpersonen und für Unternehmen
  • Geschäftsberichte einsehbar
  • leider nur Aufforstungsprojekte
  • Testsieger bei Stiftung Warentest 2018 („sehr gut“)
  • www.primaklima.org

CO2-Kompensation mit The Compensators

The Compensators ist ein gemeinnütziger Verein in Berlin, der ein bisschen anders tickt: Hier gibt man Geld, um Emissions-Zertifikate stillzulegen. Man kauft sozusagen der Industrie CO2-Verschmutzungsrechte weg und zwingt sie so dazu, weniger Treibhausgase auszustoßen. Einen CO2-Rechner für Flugreisen hat The Compensators nicht, man kann einfach selbst angeben, wie viele Tonnen man stilllegen oder wie viel Geld man spenden (oder verschenken) möchte – ideal für kleine Geldbeutel, denn Spenden geht ab 10 Euro.

  • Gemeinnützig
  • kaufen CO2-Zertifikate, um die Industrie zur Ausstoß-Reduktion zu bringen
  • Finanzberichte einsehbar
  • thecompensators.org

CO2-Kompensation mit myclimate

Myclimate ist eine gemeinnützige Stiftung aus der Schweiz und eine der ältesten Organisationen in diesem Bereich. Die Klimaschutzprojekte erfüllen höchste Standards (CDM, GoldStandard, Plan Vivo) und wurden mehrfach ausgezeichnet. Privatpersonen können mit Myclimate verschiedene Arten von Emissionen neutralisieren, den CO2-Rechner für Flüge findet man hier.

  • Gemeinnützig
  • für Privat- und Geschäftskunden
  • Jahresberichte einsehbar
  • Stiftung Warentest 2018: „gut“
  • de.myclimate.org

Weitere Anbieter:

  • Arktik: Gewerblich, CO2-Ausgleich für Autofahren und Fliegen, http://www.arktik.de/
  • ClimatePartner: Gewerblich, für Unternehmen, Aufforstung im Angebot, http://www.climatepartner.com/
  • Project Climate: Nur für Autofahrer, monatlicher Beitrag, gemeinnützig, für Privatpersonen: http://www.wir-fahren-klimafreundlich.org/, für Unternehmen: http://www.project-climate.de/
Wer fliegt, sollte seine CO2-Emissionen kompensieren
Wer fliegt, sollte seine CO2-Emissionen kompensieren (Foto: DLR)

Ist CO2-Ausgleich unsinniger Ablasshandel?

Das alles klingt so verdammt einfach, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass mit der CO2-Kompensation etwas nicht stimmen kann.

Es kommt auf die Betrachtung an:

  • Neutralisieren ist gut.
    Jede neutralisierte CO2-Emission ist besser als jede nicht kompensierte Produktion klimaschädlicher Gase. Das spricht klar für den CO2-Ausgleich bei privaten (oder anderen) Flugreisen. Denn es ist am Ende egal, wo das CO2 ausgestoßen und wo es kompensiert wird – wenn die Gesamtmenge neutral ist bzw. endlich reduziert wird.
  • Vermeiden ist besser.
    Jede gar nicht erst erzeugte Tonne Treibhausgase ist natürlich am Besten, denn bei aller Kompensation darf man nicht vergessen, dass wir unser CO2-Konto massiv überziehen. Dient der CO2-Ausgleich nur dazu, ungeniert mehr reisen zu können, ist er nicht mehr sinnvoll, weil solche Verschwendung die Bemühungen von Klimaschutzprojekten unnötig aufzehrt.

Es ist also ein zweischneidiges Schwert, und über die Klimaschutzprojekte lässt sich im Einzelnen auch streiten.

Unklare Berechnung:
Wie beziffert man einen Klimaschaden denn eigentlich genau? Jeder anders: Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks bringt höchst unterschiedliche Resultate zutage. Ein Beispiel dafür ist Climate Fair, das deutlich höhere Kosten ansetzt mit der Begründung, das gängige Berechnungen nur die Treibhausgase, aber nicht andere „sozio-ökologische Folgekosten“ berücksichtigen.

Aufforstungsprojekte umstritten:
Bäume pflanzen ist immer gut, zeigt aber erst nach Jahren Wirkung und bringt nicht immer die erhoffte Kompensationsleistung. Auch ergab 2018 eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), dass im großen Stil Bäume oder Gräser in Plantagen anzupflanzen für Biodiversität, Nährstoffkreisläufe, Wasserhaushalte und Landnutzung neue Probleme nach ich ziehen kann. Man solle nicht allein auf diese Karte setzen – von den oben genannten Anbietern arbeitet übrigens nur Primaklima allein mit Aufforstung.

Kompensieren vermeidet Vermeidung:
Viele Projekte zum CO2-Ausgleich finden in „Entwicklungsländern“ statt, denn es ist billiger, dort zu kompensieren. Das macht es nicht automatisch schlechter, nur reduziert es unter Umständen die Motivation der Industrie-Nationen, selbst Emissionen zu vermeiden – weil es ja billiger ist, in Ländern des globalen Südens eine preiswerte CO2-Vermeidung „einzukaufen“.

Umweltprojekte greifen in fremde Länder ein:
Geld aus reichen Ländern für Umweltprojekte in arme Länder fliesst, so greift das natürlich unweigerlich in deren Strukturen ein. Was wir für gut und richtig halten, mag dann einen lokalen Anbieter in der Ruin treiben oder andere negative Folgen haben.

Aber: Emissionen auszugleichen ist besser, als das Problem der Treibhausgase einfach zu ignorieren. Die Beschäftigung mit den eigenen CO2-Emissionen ist zudem lehrreich und kann Reisenden helfen, ein besseres Gespür für deren Auswirkungen zu bekommen. Nur wer sich seiner Klima-Sünden bewusst ist, kann versuchen, sie im Alltag und eben auch auf Reisen zu reduzieren. Selbst wenn die eigene Kompensation global gesehen ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so ist sie auf einen selbst bezogen Hundert Prozent dessen, was der einzelne kompensieren kann.

Fazit: Ja zur CO2-Kompensation

Der CO2-Ausgleich bringt allen etwas: Er ist ein Mittel, den eigenen Fußabdruck auf Reisen zu verringern, er schärft unser Bewusstsein für die Produktion von Klimagasen. Die CO2-Kompensation sorgt dafür, dass verschiedenste Klimaprojekte weiterkommen, Moore genässt und Wälder aufgeforstet werden. Doch der CO2-Ausgleich bleibt eine Wiedergutmachung bereits entstandener Schäden, er ist keine Einladung zur Verschwendung. Wirklicher Klimaschutz vermeidet Treibhausgase: Weniger fliegen, öfter mal Mitfahrgelegenheiten nehmen, ein bisschen veganer werden wäre besser.

CO2-Kompensation bleibt also nur die zweite Wahl. „Nicht fliegen“ ist besser.

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(12) Kommentare

  1. Fazit: NEIN zur CO2-Kompensation – zumindest in dieser Form. Die 66€, die man bei Atmosfair für einen Flug nach New York zahlt sind gut aber nicht gut genug. Wer hat denn einen Lebensstil, der selbst ohne Flug in den Grenzen des ökologisch vertretbaren ist und wie wurde das Geld zur Kompensation denn verdient? Wenn schon, dann sollte man alles kompensieren, was über den als verträglich geschätzten 3t/Jahr liegt, ggf. zuzüglich eines Aufschlags, wenn man das Geld als SUV Verkäufer verdient hat und Schritt für Schritt bitte auch die historischen Emissionen. In 5 Jahren haben wir bei gleichem Lebensstil unser CO2 deputat global verbraucht, wir Westeuropäer unseren Anteil sowieso bereits. Da muss man sich doch mal langsam ehrlich machen!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. Sehe ich sehr ähnlich wie solstice. Kompensation kann nicht die Lösung sein und wir sollten mehr nach den Mechanismen Vermeiden und Reduzieren leben. Wenn natürlich dann doch Emissionen anfallen, die sich nicht vermeiden und reduzieren lassen KOMPENSATION. Allerdings vertraue ich da nur der Klima-Kollekte als Kompensationsfonds (die übrigens auch beraten im Sektor Vermeiden und Reduzieren). Die sind ein super kleiner Fonds und dementsprechend sind die Kosten für Administration etc. sehr gering (etwa 90 % deiner Spende gehen direkt an die Projekte!). Sie selber initiieren keine Projekte sondern vermarkten nur die Zertifikate lokaler Partnerorganisationen! Guckt sie euch doch auch mal an: https://klima-kollekte.de/ Besser als nichts allemal!

  3. Ich kann diesem Artikel nur vehement widersprechen! CO2-Kompensation ist moderner Ablasshandel und nicht unterstützenswert. Wir verlagern unsere Probleme in den globalen Süden und dort müssen es die Menschen ausbaden. Wie kann ich von Menschen verlangen, dass sie ihre Lebensweise ändern, anderen Strom erzeugen oder Filter nutzen, um ihr Wasser nicht mehr abzukochen, damit ich weiterhin fliegen kann? Das ist nicht im Sinne der Menschlichkeit!
    Abgesehen davon kann das CO2 nur durch Pflanzen tatsächlich gebunden werden. Die anderen Projekte vermeiden nur. Aber wer weiß denn, ob die PV-Anlagen etc. nicht sowieso gebaut werden? Bzw. wieso kann ich von anderen Menschen verlangen, was ich nicht einmal mache (Deutschland ist mit Abstand Weltmeister im Braunkohleabbau und verbrennen!!!)? Und ist es nicht besser, kein CO2 auszustoßen und trotzdem erneuerbare Energien zu fördern?
    Zu dem sind Aufforstungsprogramme auch keine Lösung. Zumindest nicht als Kompensation. Die meisten Projekte sind konfliktbelastet und den Wald schützen tun sie auch nicht. Sprich ich zahle dafür, dass die Einheimischen im globalen Süden von ihrem Land vertrieben werden, ihre Lebensgrundlage verlieren, die Wälder abgeholzt werden und mit Plantagen mit nichteinheimischen Bäumen wieder aufgebaut werden, mit Glyphosat o.ä. gespritzt werden, um zu überleben, somit den Boden, die Tiere und Menschen gefährden und das alles nur, damit ich ruhigen Gewissens weiter unseren Planeten belasten kann. Zudem müssen diese Plantagen mindestens 100 Jahre stehen, um das CO2 aufzunehmen. Und wer kann das schon garantieren? Mehr dazu auch hier: http://www.redd-monitor.org/

    Also mein Fazit: AUF KEINEN FALL KOMPENSIEREN, sondern die Emissionen reduzieren und zu dem stehen, was man tut und nicht versuchen sich sein Gewissen rein zu kaufen. Gute Projekte gerne unterstützen, aber nicht denken, dass ich damit das Recht erkauft habe, mehr zu emittieren!

  4. Die Illustration zum Artikel zeigt ein Flugzeug mit Kondesnstreifen. Nicht alles, was am Himmel sichtbar wird, ist Chemtrails zuzuordnen. Gar vieles davon ist die Folge von Paranoia. Also Vorsicht!

    Kondensstreifen oder Homomutatus sind lange und dünne künstliche Wolken, die insbesondere im Gefolge von Luftfahrzeugen durch Wasserdampf und sonstige Abgase sowie durch Unterdruck entstehen können. Sie sind insbesondere typisch und dauerhaft für Flughöhen oberhalb von etwa 8 km, wenn wasserdampf- und rußhaltige Triebwerksabgase auf relativ kalte Luft treffen. Sie können in ansonsten wolkenfreien Gebieten ent- und fortbestehen, wenn für eine natürliche Wolkenbildung Kondensationskeime fehlen. Sie zählen zur Gruppe der Cirren und stellen auch eine wichtige Klasse anthropogener Wolken dar. In feuchter Luft können sie auch in niedrigeren Höhen auftreten. Dort können sie statt aus Eiskristallen auch aus Tröpfchen bestehen.

    Allkes klar? 😉
    .

  5. Lieber Herr Winterer,
    toll wäre doch wenn Utopia eine eigenständige, eigen recherchierte Meinung vertreten würde. Das blinde Vertrauen in die Gemeinnützigkeit schadet aus meiner Sicht dem Gedanken von Utopia, ein neutrales und unabhängiges Portal zu sein. Die eigene Bestenliste über Nacht zu löschen, nur weil sie nicht mehr ins Bild passt ist ziemlich schwach.
    Aber ich freue mich darüber, dass erstmals ein klares Statement als Fazit gewählt wurde. Kompensation ist eines von vielen Mitteln den Klimawandel zu verlangsamen. Die Voraussetzung für eine seriöse Kompensation sind dabei eigentlich sehr einfach. Nicht vermeidbare Emissionen betrachten, Gold Standard Projekte wählen und anschließend die gekauften Zertifikate stilllegen lassen. Hier lohnt es sich mal genauer hinzuschauen: Die meisten hier empfohlenen Anbieter sehen dies mehr als Versprechen denn als klare Dienstleistung und machen selbst in ihren Geschäftsberichten keinen Hehl daraus, dass die Stilllegung nur teilweise oder erst Jahre nach dem Verkauf vollzogen wird.

    Die Realität ist leider nicht anders als in anderen Bereichen von Politik und Wirtschaft. Die großen Anbieter lobbyieren sich durch Berlin und schreiben mittlerweile die Anforderungen und Rahmenbedingungen wie CO2 Kompensation auszusehen hat selbst.

    Wahnsinnig schade, dass unabhängiger Journalismus zeitlich und finanziell nicht mehr realisierbar ist und solche Zustände nicht mehr aufgedeckt werden. Utopia hätte das Potenzial dazu.

  6. Die alte Bestenliste befand sich als Webseite auf der alten Plattform, die wir aus technischen Gründen Stück für Stück abbauen müssen. Man hätte die Bestenliste als „neue Bestenliste“ anlegen können, was aber bei 0 bis 6 Kommentaren pro Anbieter den Aufwand nicht rechtfertigt – wenn dieses Thema kein Thema ist, zu dem Nutzer Bewertungen geben wollen, dann lohnt es eben nicht, dazu ein Bewertungssystem zu führen, das für uns leider deutlich komplizierter und aufwendiger zu handhaben ist als ein Artikel.

    Mit dem Löschen der alten Bestenliste (übrigens: am helllichten Tage, nicht „über Nacht“) haben wir die meisten dort vorhandenen Informationen, die dieser Beitrag bislang nicht enthielt, in diesen Beitrag übernommen.

    Wenn Sie nun Argumente gegen einzelne Anbieter oder das ganze Thema vorbringen möchten, dann bitte her damit! Gerne kritisch, neutral, unabhängig! – Aber halt jetzt hier.

  7. Schade, dass hier der Ansatz von ClimateFair (www.climatefair.de) noch nicht aufgegriffen wurde. Eine Weiterentwicklung zur Verantwortungsübernahme für die noch nicht vermeidbaren mobiliätsbedingten Umwelt- und Klimaschäden, jenseits des Handels mit CO2-Zertifikaten und der Illusion scheinbarer Klimaneutralität.
    Hier gilt es als erstes zu hinterfragen ob der Zweck einer gedachten Reise nur mit dieser Reise erreicht werden kann oder ggf. auch auf anderem Wege. Wenn es keinen anderen Weg gibt diesen notwendigen Zweck zu erreichen so gilt es hierfür möglichst das Verkehrsmittel zu wählen, dass hierbei am wenigsten Umwelt- und Klimaschäden verursacht. Und im dritten Schritt die Verantwortung für die mit der Reise und deren CO2-Emissionen verbundenen (noch) nicht vermeidbaren Umweltfolgekosten zu übernehmen, statt diese – wie aktuell üblich – als externe Folgekosten auf die Allgemeinheit und künftige Generationen abzuwälzen.

    ClimateFair bietet hier die Möglichkeit diese zu berechnen und Sie in Form eines Beitrags zugunsten eines lokalen Bürgerfonds der eigenen Stadt oder Gemeinde zu übernehmen.

    Mit anderen Worten hier einfach mal so fair zu sein, dass die Kosten meiner Mobilität die ökologische Wahrheit sagen und die vollen Kosten meiner Reise zu übernehmen, statt einen Teil der Kosten der Gemeinschaft und kommenden Generationen zu überlassen.

    Statt das Angebots scheinbarer Klimaneutralität und damit befreit von jeder Klimaverantwortung weiter reisen zu können gibt es hier „nur“ das Angebot die Verantwortung für die Folgekosten meiner Reisen in Form eines Beitrag für den lokalen Bürgerfonds für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung zu übernehmen und mich als Teilhaber des lokalen Bürgerfonds an der jährlichen demokratisch bestimmten Förderung der gemeinsamen Ausgestaltung nachhaltiger Nachbarschaften sowie nachhaltiger Nord-Süd Partnerschaftsprojekten, lokaler Initiativen zu beteiligen.

    Das Angebot ist da. Nun liegt es an jedem Einzelnen, die notwendige eigene Mobilität möglichst klimafreundlich zu gestalten, sich in Verantwortung gegenüber den noch nicht vermeidbaren Folgekosten am Aufbau des Klimaschutz Bürgerfonds der eigenen Stadt oder Gemeinde zu beteiligen und sich damit an der langfristigen Förderung von Klimaschutzprojekten und einer nachhaltigen gesellschaftlichen Transformation der eigenen Kommune zu beteiligen.

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