Shampoos gegen trockenes Haar: Öko-Test findet Silikone und flüssiges Mikroplastik

Fotos: Ökotest; CC0 Public Domain / Unsplash - tim mossholder

Ein Shampoo gegen trockenes Haar soll pflegen. Doch statt wohltuender Pflege stecken oft umstrittene Inhaltsstoffe in der Tube: 20 Shampoos hat Öko-Test geprüft – jedes vierte ist durchgefallen.

Pflegende Shampoos versprechen sprödes Haar schon nach kurzer Zeit wieder zum Glänzen zu bringen. Dabei greifen ihre Hersteller tief in die Trickkiste: Die einen setzen auf synthetische Silikone, die sich um die Haare legen und sie vorübergehend geschmeidig machen. Andere Anbieter mischen Pflanzenöl oder Aloe Vera ins Shampoo – die bessere Variante. Man sollte dennoch keine Wunder von den Shampoos und ihrem pflegenden Inhalt erwarten: „Als könne ihr Inhalt toten Hornfasern – nichts anderes ist ja der sichtbare Teil unserer Haare – neues Leben einhauchen“, bringt es Öko-Test auf den Punkt.

Shampoo gegen trockene Haare im Test

Wer trockene Haare gut pflegen will, greift besser zu Produkten ohne umstrittene Inhaltsstoffe. Bei Öko-Test war das nur bei Naturkosmetik der Fall: Alle sieben zertifizierten Shampoos haben die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Sie sind frei von synthetischen Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel PEGs und Silikonen. Naturkosmetik-Shampoo bleibt deshalb die erste Wahl. Allerdings enthalten alle Shampoos Duftstoffe, sodass Allergiker genau die Liste der Inhaltsstoffe prüfen sollten.

Unter den konventionellen Shampoos gegen trockene Haare sind nur wenige „gute“ Produkte. Viele haben schlechter abgeschnitten. Auch Produkte großer Marken hat Öko-Test geprüft, wie zum Beispiel L’Oréal, John Frieda und Guhl.

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Haare waschen: Shampoo ohne Silikone
Nachhaltiger für Haar und Umwelt sind Shampoos ohne Silikone. (Foto: Element5 Digital on Unsplash (CC0))

Shampoo-Test: Mit Silikonen gegen trockene Haare

Silikone sind beliebt bei Kosmetik-Herstellern: Sie sind einfach und billig herzustellen, lange haltbar und geruchslos. Im Shampoo sorgen Silikone dafür, dass die Haare glatt und geschmeidig sind. Dazu legen sie sich wie ein Mantel um die Haare – richten aber ansonsten kaum etwas aus. Im Gegenteil: Auf Dauer können sie das Haar lasch machen.

Sechs Produkte im Test enthalten Silikone, darunter die Shampoos von Guhl und John Frieda. Während sie dem Haar einen schönen Schein statt echter Pflege verleihen, bekommt die Natur die Silikone deutlich zu spüren: Viele Silikone sind nicht wasserlöslich und gelangen beim Haare waschen über das Abwasser in die Umwelt.

Kunststoff für die Haare: Flüssiges Mikroplastik im Shampoo

Einige Hersteller haben ihren Shampoos eine Extraportion Kunststoff zugesetzt: Diese synthetischen Polymere erkennst du an den Bezeichnungen „Polymer“ oder „Polyquaternium“ im Namen des Inhaltsstoffs. Auch sie sollen kurzzeitig für Glanz sorgen, gelangen über das Abwasser aber ebenfalls in die Umwelt. Es handelt sich bei den Polymeren um wasserlösliche Kunststoffverbindungen. Nur bezeichnet Öko-Test diese nicht als Mikroplastik, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition).

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND dagegen sprechen in all diesen Fällen von Mikroplastik, wir von Utopia schließen uns dem an. Denn auch diese wasserlöslichen Kunststoffe sind bedenklich: Viele von ihnen sind biologisch nicht oder nur schwer abbaubar und reichern sich in der Natur an. Plastik bleibt also weiter ein Problem – ob man es nun Mikroplastik nennt oder nicht. Im Shampoo-Test enthalten acht Produkte flüssiges Mikroplastik, darunter das Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo. In Naturkosmetik-Produkten sind synthetische Polymere dagegen nicht erlaubt.

Haarkur selber machen
Schlecht für die Umwelt: Flüssiges Mikroplastik. (Foto: © Piotr Marcinski - fotolia.com)

Hohe Anzahl problematischer Inhaltsstoffe

In manchen Shampoos gegen trockenes Haar stecken einige problematische Inhaltsstoffe: Das Guhl Feuchtigkeits-Aufbau Shampoo Kaktusfeigen-Öl enthält neben Silikonverbindungen und Mikroplastik auch erhöhte Mengen an krebsverdächtigen Formaldehyd/­-abspalter. Dieses kann zudem die Schleimhäute stark reizen und allergische Reaktionen auslösen, so Öko-Test. Außerdem steckt auch ein bedenklicher UV-Filter im Shampoo. Ethylhexyl Methoxycinnamat steht im Verdacht wie ein Hormon zu wirken. Das Guhl-Shampoo ist im Test daher durchgefallen.

Im John Frieda Hydrate & Recharge Shampoo steckt der UV-Filter ebenfalls. Außerdem hat Öko-Test umstrittene halogenorganische Verbindungen gefunden: Das Iodpropinylbutylcarbamat kann Allergien auslösen und die Umwelt schädigen, erklärt Öko-Test. Eine andere halogenorganische Verbindung ist Methylchloroisothiazolinon (MIT), die im Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo steckt. Dieser Stoff ist in Kosmetik, die auf der Haut bleibt, bereits verboten. In abwaschbaren Produkten dürfen Hersteller den Stoff aber noch verwenden, kritisiert Öko-Test. Auch diese beiden Shampoos sind mit der schlechtesten Note deshalb durchgefallen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 06/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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