Asbest erkennen: So identifizierst du den gefährlichen Stoff im Haus

Asbest erkennen
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Asbest kannst du selbst im Haus nur schwierig erkennen. Doch es gibt einige Anzeichen, an denen du dich orientieren kannst. Hier erkären wir, woran man Asbest erkennt und was dann zu tun ist.

Asbest erkennen: Das Baujahr ist entscheidend

Wurde das Haus nach 1993 gebaut, musst du dir in der Regel keine Sorgen machen. Denn mit der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) wurde die Verwendung von Asbest in Deutschland strikt verboten. Doch auch wenn das Haus vor 1993 gebaut wurde, muss es nicht unbedingt mit Asbest belastet sein. Spritzasbest wurde in Westdeutschland schon 1979 verboten und nicht jedes Haus wurde mit asbesthaltigen Materialien erbaut.

Wenn du auf der Suche nach Asbest bist, solltest du vor allem nach grauen Flächen Ausschau halten. Denn Asbest hat immer eine gräuliche Farbe – egal, ob es sich um Schaum oder Platten handelt. Da aber auch andere verbaute Materialien eine graue Farbe haben können, ist es gar nicht so einfach, Asbest eindeutig zu identifizieren.

Asbest unterscheiden: schwach oder fest gebundener Asbest?

Bei schwach gebundenem Asbest hilft oft nur eine Vollsanierung.
Bei schwach gebundenem Asbest hilft oft nur eine Vollsanierung. (Foto: CC0 / Pixabay / Gellinger )

Asbest kann in zwei Formen vorliegen: Er kann schwach gebunden oder fest gebunden sein. Besonders gefährlich ist schwach gebundener Asbest – vor allem gespritzter Asbest ist meist schwach gebunden:

  • Schon leichte Erschütterungen können gesundheitsschädliche Asbestfasern freisetzen.
  • Schwach gebundener Asbest kann in Leichtbauplatten an Decken oder Wänden vorkommen.
  • Auch Nachtspeicheröfen wurden häufig mit Asbest verkleidet.
  • Bei schwach gebundenem Asbest müssen die Häuser in der Regel aufwendig und teuer saniert werden.

Fest gebundener Asbest findet sich vor allem in Dachplatten oder Wellpappe, aber auch Rohre oder Kabelkanäle können betroffen sein. Auch in Bodenbelägen wurde fest gebundener Asbest verwendet:

  • Hier besteht keine Gesundheitsgefahr aus, solange Dachplatten, Rohre und Co. nicht beschädigt sind.
  • Besonders problematisch ist es aber, Asbest-Platten zu bohren oder zu schleifen, da dann auf jeden Fall Asbestfasern freigesetzt werden.

Bei Asbest einen Experten rufen

Asbest-Entsorgung Experten überlassen
Asbest-Entsorgung Experten überlassen (Foto: Martin Lindner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

Wenn du Asbest gefunden hast oder dir nicht sicher bist, ob es sich tatsächlich um Asbest handelt, solltest du auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen:

  • Für eine erste Beratung kannst du dich an deine Stadt oder dein zuständiges Landesamt für Umwelt wenden.
  • Nur zertifizierte Sachverständige für Asbest können zweifelsfrei feststellen, ob tatsächlich Asbest vorliegt. Der Sachverständige kann auch einschätzen, ob die asbesthaltigen Stoffe entfernt werden müssen.
  • Fest gebundener Asbest muss in der Regel nicht entfernt werden, da durch die Entfernung wesentlich mehr Fasern freigesetzt werden würden, als wenn die betreffenden Produkte im Haus verbleiben.

Wenn in deinem Haus eine Asbest-Sanierung ansteht, solltest du dich schnell um Handwerker kümmern. Denn die notwendigen Arbeiten dürfen nur von speziell zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. Einen Termin zu bekommen, dauert oft mehrere Wochen. Eine Asbest-Sanierung ist meist mit hohen Kosten verbunden, lass dir also auf jeden Fall einen Kostenvoranschlag geben. Wohnst du zur Miete muss dein Vermieter alle mit der Sanierung verbundenen Kosten übernehmen.

Deshalb ist Asbest so gefährlich

Abriss bei Asbest ist sinnvoll, um Gesundheitsschäden zu verhindern.
Abriss bei Asbest ist sinnvoll, um Gesundheitsschäden zu verhindern. (Foto: CC0 / Pixabay / momentmal)

Es kann bis zu 30 Jahren dauern, bis die gesundheitlichen Folgen von Asbest bemerkbar werden. Deshalb wohnen viele Menschen häufig über Jahrzehnte in einem Haus, ohne die Gesundheitsgefahr zu bemerken.

  • Eine im Zusammenhang mit Asbest anerkannte Krankheit ist die Asbestose (Lungenverhärtung), die durch eingeatmete Asbestfasern entsteht. Sie setzen sich in der Lunge fest und können Atembeschwerden hervorrufen.
  • Wandern die Fasern in die Brust oder den Bauch, können sich dort bösartige Tumore bilden.

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