Wandfarben weiß, grau oder bunt: ökologische Anbieter ohne Schadstoffe

Foto: CC0/ Pixabay / stux

Viele Wandfarben enthalten Schadstoffe, deren Dämpfe zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Allergien führen können. Doch glücklicherweise gibt es Alternativen ohne problematische Inhaltsstoffe.

Umweltfreundliche Wandfarben mit dem Öko-Siegel „Der Blaue Engel“

Öko-Siegel für Wandfarbe: Weniger Konservierungsstoffe, Lösungsmittel und Weichmacher.
Öko-Siegel für Wandfarbe: Weniger Konservierungsstoffe, Lösungsmittel und Weichmacher.
(Foto: Der Blaue Engel)

Laut ÖKO-TEST werden jährlich etwa 500.000 Liter Innenwandfarbe verpinselt. Viele greifen hierbei zu einer x-beliebige Marke aus dem Baumarkt. Schön aussehen und gut zu verstreichen soll sie sein. Neben der Optik solltest du aber auch einen Blick auf die Zusammensetzung werfen.

Viele Wandfarben enthielten früher Spuren von Asbest, das als krebserregend gilt. Daher hat das Europäische Parlament strengere Gesetze verabschiedet, um giftige Schadstoffe in Wandfarben zu verhindern. Dennoch enthalten einige konventionelle Produkte Konservierungsstoffe, wie etwa krebsverdächtige Formaldehyde oder Isothialzolinone, die Allergien auslösen können. Hautreizungen, Atemproblemen oder andere Erkrankungen können die Folge sein. Wenn du sicher gehen möchtest, dass in deiner Wandfarbe Konservierungsstoffe auf ein Minimum reduziert sind, achte auf den Blauen Engel.

Die gesündere Alternative sind Wandfarben, die ohne diese Stoffe auskommen. Dazu gehören natürliche Wandfarben, aber auch Dispersionsfarben von bestimmten Herstellern.

Tipp für eine faire Wohnungseinrichtung:

Öko-Wandfarben ohne Schadstoffe: diese Typen gibt es

Lehmfarbe - altbewährt für die Wohngesundheit
Lehmfarbe – altbewährt für die Wohngesundheit
(Foto: CC0/ Pixabay / Pexels)

Empfindliche oder gesundheitsbewusste Menschen, müssen nicht auf schöne Wandfarben verzichten. Auch in Sachen Farbe stehen die natürlichen Wandfarben den konventionellen in nichts nach. Hier die wichtigsten Wandfarben im Überblick:

Lehmfarben für ein gesundes Wohnklima

Lehmfarbe wirkt sich ebenso wie Lehmputz positiv auf das Wohnklima aus. Die wohngesunde Malerfarbe besteht meist aus Tonmehlen, Pflanzenstärke und natürlicher Zellulose oder pflanzlichem Eiweiß. Erhältlich in Pulverform wird sie zum Streichen einfach mit Wasser angerührt und benötigt somit keine Konservierungsstoffe. Zudem wirkt Lehmfarbe atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und geruchsabsorbierend. Lehmfarbe wird beispielsweise von Volvox (**kaufen bei PureNature), EMOTON, LESANDO und Conluto hergestellt.

Wände streichen mit Kalkfarbe

Kalkfarbe ist ein gesunder und natürlicher Anstrich. Die diffusionsoffene Struktur und der hohe PH-Wert (circa 12) von Sumpfkalk ermöglicht der Wand zu „atmen“ und beugt somit Schimmel vor. Kalkfarben kommen durch ihre hygienisierende Wirkung ohne Konservierungsmittel aus. Kalkfarbe wird beispielsweise von Haga Natur und AlpenKalk hergestellt. Vom Hersteller AURO gibt es ökologische Kalkfarben in weiß und in bunt (**erhältlich z.B. bei Amazon). Mit der Glattspachteltechnik verwandelst du mit Kalkfarben Badezimmerwände und Wohnflächen in glatte, verdichtete Oberflächen. Sie lassen aufgrund ihrer feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften Wasser ganz einfach abperlen.

Kasinfarbe: Diffusionsoffen, aber ein tierisches Produkt

Kasein wird aus Milch gewonnen.
Kasein wird aus Milch gewonnen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Capri23auto)

Kaseinfarbe zeichnet sich durch Wischfestigkeit aus und ist ebenfalls diffusionsoffen. Das aus dem Milcheiweiß gewonnene Kasein wird als Pulver angeboten und wird erst bei Gebrauch angerührt. Um das organische Kasein vor Bakterienbefall zu schützen, bietet sich ein Zumischen von Kalk an. Da man mit dem Kauf von Kaseinfarbe aber gleichzeitig die hochleistungsorientierte Milchproduktion unterstützt, raten wir davon ab. Außerdem sind wir der Ansicht, dass Lebensmittel auf den Teller gehören und nicht an die Wand.

Silikatfarben: Schadstofffreie Wandfarbe

Silikatfarbe (Mineralfarbe) ist ebenfalls schadstofffrei, diffusionsoffen, unempfindlich gegen Schimmelbefall und äußerst langlebig. Das Bindemittel von Silikatwandfarben ist Kaliwasserglas, das aus Quarzsand und Kaliumkarbonat hergestellt wird.  Zu unterscheiden sind reine Silikatfarben jedoch von den handelsüblichen Dispersionssilikatfarben, denen Kunstharzdispersionen beigemischt sind. Hierdurch können flüchtige organische Verbindungen ausdünsten. Silikatfarbe wird beispielsweise von Kreidezeit und KEIM (**kaufen bei Amazon) hergestellt.

Dispersionsfarben ohne Lösungsmittel

Dispersionsfarbe auf Wasserbasis ist ein Gemisch aus Farbpigmenten, Binde-, Lösungs- und Konservierungsmitteln. Hersteller wie Alpina (**kaufen im BayWa Bau- und Gartenmarkt oder bei Obi) und Auro (**kaufen bei Amazon) haben Dispersionfarbe in ihrem Angebot, die nicht nur klimaneutral herstellt wird, sondern auch frei von Lösungs- und Konservierungsmitteln ist.

Verarbeitung von ökologischen Wandfarben

Nicht immer einfach in der Verarbeitung, aber gesünder - ökologische Wandfarben
Nicht immer einfach in der Verarbeitung, aber gesünder – ökologische Wandfarben
(Foto: CC0/ Pixabay / stux)

Um Ausdünstungen zu vermeiden, fehlen biologischen Malerfarben häufig Verlaufsmittel und Füllstoffe. Deshalb ist es manchmal gar nicht so leicht, die Farbe aufzutragen. Abhängig vom Untergrund solltest du daher eine Grundierungen vornehmen, dann haftet die Farbe besser. Je nach Wandfarbe können außerdem bis zu sechs Anstriche notwendig sein.

Vor dem Kauf solltest du deshalb unbedingt auf das Etikett schauen und gegebenenfalls Inhaltsstoffe nachschlagen. Ausdünstende Stoffe wie Terpene sollten in der Produktdeklaration nicht enthalten sein.

Kennst du weitere Anbieter von biologischer Wandfarbe? Berichte uns gerne von deinen Erfahrungen in den Kommentaren.

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(3) Kommentare

  1. Sorry für die etwas negative Kritik.
    Der Artikel ist nicht genau recherchiert und enthält unlogische Passagen.
    Asbest steht nicht im Verdacht krebserregend zu sein, es ist nachgewiesen stark krebserregend!
    Im Artikel liest man den Satz, als ob Asbest in Farben ausdünsten würde. Asbest ist ein natürliches Mineral, dass nicht verdunsten kann, sondern durch mechanisches Bearbeiten Stäube mit Faserpartikeln freigibt. Diese Partikel sind die große Gefahr. Die Verwendung von Asbest in Farben und überhaupt das in Verkehr bringen ist seit (leider erst) 1978 verboten! Ich könnte noch etwas zu Terpenen schreiben und diverse andere Hinweise geben, ist mir aber zu mühselig….

  2. Lieber stephan.m.,

    vielen Dank für dein Feedback. Im Artikel steht „Viele Wandfarben enthielten früher Spuren von Asbest, das als krebserregnd gilt.“. Die Passage danach ist missverständlich, da geben wir dir Recht und überarbeiten den Teil.

    Viele Grüße,
    Ines vom Utopia-Team

  3. Lehmfarbe in über 300 Farbtönen gibts auch von nolte Naturfarben. Ist in Pulverform ohne jegliche Konservierungsstoffe und funktioniert innen auf jedem saugfähigen Untergrund.