Life Hacks: 6 erstaunliche Haushaltstricks

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Hättest du gewusst, dass du mit Kaffeesatz deinen Ofen putzen kannst? Dass Cola dein Fahrrad entrostet und Alufolie deinen WLAN-Empfang verbessert? Wir zeigen dir, wie’s geht und welche Probleme du noch mit ganz einfachen Mitteln lösen kannst – ohne Chemie und unschlagbar günstig.

Immer wieder stößt man im Alltag auf sehr erstaunliche und ungemein praktische Tipps, die das Leben leichter machen – deshalb oft auch „Life Hacks“ genannt. Hier findest du eine Auswahl an Ideen, die wir für besonders alltagstauglich und zugleich nachhaltig halten. Die meisten haben wir bereits selbst ausprobiert. Bei allen freuen wir uns über eure Erfahrungsberichte.

Rost vom Fahrrad entfernen mit Cola

rostige Fahrradkette
Rostige Fahrradkette? Montiere sie ab und lege sie über Nacht in Cola ein! (Foto: "dscn1985" von evan unter CC-BY 2.0)

Ob man Cola trinken sollte, sei hier mal dahingestellt. In jedem Fall gibt Cola ein tolles Hausmittel ab. Wenn du zum Beispiel dein Fahrrad von Rost befreien möchtest, kannst du dir mit einer Flasche Cola leicht behelfen: Einfach die verrosteten Kleinteile abschrauben und eine Weile in Cola einlegen. Trocknest du sie anschließend mit einem Lappen oder Küchentuch, löst sich zumindest der gröbste Rost von alleine. Der Rest lässt sich dann mit Stahlwolle abreiben.

Rostflecken an größeren Fahrradteilen, zum Beispiel am Rahmen oder Lenker, kannst du mit einem in Cola eingeweichten Tuch bedecken. Lass es eine Weile einwirken und reibe die Stellen anschließend mit einem Tuch wieder trocken. Was nun vom Rost noch übrig ist entfernst du mit einer Drahtbürste, Stahlwolle oder Schmirgelpapier. Übrigens ist Cola auch eine interessante Alternative zum chemischen Abflussreiniger: einfach in den Abfluss gießen, einwirken lassen, mit heißem Wasser nachspülen, fertig.

Kaffeesatz als natürliches Scheuermittel

Kaffeesatz
Kaffeesatz einfach wegwerfen? Viel zu schade! (Foto: "Coffee Grounds Macros September 03, 20103" von Steven Depolo unter CC-BY 2.0)

Kaffeesatz macht bei einigen Menschen wahrscheinlich den Großteil des täglichen Biomülls aus. Dabei ist er eigentlich viel zu schade zum Wegwerfen. Er eignet sich zum Beispiel als Scheuermittel: Mische einfach etwas Kaffeesatz mit Seife und gib das Gemisch in den Backofen oder auf den Grillrost, den du reinigen möchtest. Die meisten Verschmutzungen lassen sich damit und mit einer Bürste oder einem Schwamm gut entfernen.

Mit Kaffeesatz kann man übrigens noch wesentlich mehr anstellen: Verteilt man ihn zum Beispiel um das Gemüsebeet, soll er Schnecken und Ameisen fern halten. Eine Portion Kaffeesatz im Kühlschrank kann unangenehme Gerüche neutralisieren. Um Kaffeesatz zu lagern, empfiehlt es sich, ihn auf einem Teller oder in einem flachen Gefäß trocknen zu lassen, sonst kann sich schnell Schimmel bilden.

Einige weitere Beispiele für die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von Kaffeesatz:

Duftende Pflanzen gegen Mücken und Wespen

Duftgeranie
Einige Duftgeranien vertreiben Insekten. (Foto: " starr-051122-5379-Pelargonium_capitatum-flowers-Haleakala_Ranch-Maui" von Forest and Kim Starr unter CC-BY 2.0)

Wer im Sommer im Garten häufig von Mücken oder Wespen gestört wird, gerät schnell in Versuchung, die Plagegeister mit Chemie zu bekämpfen. In vielen Fällen reicht allerdings schon die richtige Bepflanzung völlig aus – egal ob im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank. Als besonders wirksam gelten Duftgeranien der Sorte Pelargonium crispum oder citrosmum. Die Pflanzen erzeugen ätherische Öle, mit denen sie sich selbst gegen Schädlinge verteidigen. Berührt man die Blätter hin und wieder mit den Händen, geht der Insektenschutz auch schnell auf die Haut über.

Duftgeranien sollten vor Regen geschützt sein, aber regelmäßig gegossen werden. In der Wohnung kannst du sie überwintern. Auch Tomatenpflanzen, Lavendel, Basilikum und Schnittlauch sollen Mücken abschrecken. Eine Allzweckwaffe gegen sämtliche Mücken oder Wespen sind die Pflanzen allerdings nicht. Hier hilft also vor allem: ausprobieren. Infos auch im Beitrag Naturgarten und Biogarten.

WLAN verstärken mit Alufolie

Alufolie
Aus Alufolie kann man einen funktionstüchtigen WLAN-Verstärker basteln. (Foto: "Aluminium foil "booster" bag" von Lauri Rantala unter CC-BY 2.0)

Aus ökologischer Sicht gibt es eigentlich kaum sinnvolle Anwendungen für Alufolie. In zumindest einem Fall aber ist das anders: Wenn du deinen WLAN-Empfang verbessern möchtest, kannst du dir nämlich eventuell kostspielige Geräte sparen, indem du Alufolie verwendest.

Solltest du in bestimmten Räumen einfach keinen vernünftigen Empfang bekommen, liegt das oft an besonders dicken Wänden und ähnlichen Hindernissen. Mit etwas Alufolie kannst du zum Beispiel einen Schuhkarton auskleiden, in den du dann deinen Router stellst. Richte anschließend die offene Seite auf den Raum aus, in dem der Empfang verbessert werden soll.

Das Aluminium reflektiert das Signal, das vorher gleichmäßig in alle Richtungen abgestrahlt wurde und schickt es genau dahin, wo es gebraucht wird. Mit etwas Glück kannst du jetzt an Orten Filme ansehen, an denen du vorher noch nicht mal diesen Artikel hättest lesen können. So ein selbstgebauter WLAN-Verstärker eignet sich aber vor allem, um Hindernisse zu überwinden, weniger um die Reichweite des Signals zu erhöhen.

So baust du einen WLAN-Verstärker aus Alufolie:

Glanz im Bad mit Kartoffel- und Bananenschalen

Kartoffelschalen
Kartoffelschalen eignen sich hervorragend, um Spiegel blank zu polieren und vor dem Beschlagen zu schützen. (Foto: " WP_20150610_16_30_39_Rich" von Helen Penjam unter CC-BY 2.0)

Um Edelstahl oder Spiegel zum Glänzen zu bringen, braucht man in der Regel keine chemischen Reinigungsmittel. Auch Kartoffelschalen haben aufgrund der darin enthaltenen Stärke eine sehr gute Reinigungswirkung. Dazu musst du nur die zu reinigende Fläche mit der Innenseite der Schalen gründlich abwischen. Natürlich empfiehlt es sich hier, möglichst große Schalenstücke zu verwenden. Anschließend solltest du die Fläche mit klarem Wasser abspülen oder mit einem feuchten Tuch abwischen. Bei Spiegeln genügt es, trocken nachzuwischen. Der erstaunliche Nebeneffekt: Der Spiegel beschlägt anschließend nicht mehr.

Auch die Innenseite von Bananenschalen eignet sich gut, um damit Edelstahl, Chrom oder auch Silber auf Hochglanz zu polieren, man sollte sie allerdings vorher leicht anfeuchten.

Kochwasser als Blumendünger

Kartoffeln kochen
Nach dem Abkühlen gibt Kartoffelwasser einen guten Blumendünger ab. (Foto: " Cooking Potatoes" von Miia Sample unter CC BY-SA 2.0)

Auch Kochwasser ist eigentlich zu schade, um es einfach im Ausguss zu entsorgen. In dem Wasser, in dem du Kartoffeln gekocht hast, sind zum Beispiel verschiedene Vitamine und Kalium enthalten. Zum Trinken ist es leider nicht geeignet. Dafür kannst du mit dem abgekühlten Wasser deine Blumen gießen und gleichzeitig düngen – allerdings solltest du hierzu ohne Salz kochen.

Neben Kartoffelwasser macht sich auch Eierwasser gut als natürlicher Blumendünger. Die Schalen geben beim Kochen nämlich Kalzium ins Wasser ab. Heißes Kochwasser kannst du auch als natürlichen Unkrautvernichter verwenden. Gieße es dafür über die Stellen im Garten, auf denen du später Gemüse pflanzen möchtest. Dabei sterben die noch im Boden befindlichen Samen und Wurzeln. Dein Gemüse wird hier anschließend umso besser wachsen.

Diese Liste lässt sich definitiv noch lange fortsetzen. Mit Sicherheit kennt ihr noch viele weitere ungewöhnliche und praktische Ideen für den Haushalt. Also: Was sind eure außergewöhnlichen Haushaltstipps?

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(19) Kommentare

  1. Kaffeesatz vertreibt tatsächlich Ameisen. Die wollten sich letztes Jahr in unserer Küchenlampe niederlassen – keine Ahnung wieso. Einfach trockenen Kaffeesatz in die Lampe gefüllt und auf dem Fensterbrett verteilt und nach ein zwei Tagen war keine Ameise mehr zu sehen.

    Bananenschalen kenne ich als Schuhputzmittel. Einfach mit der Innenseite der Schale die Schuhe putzen, evt. mit einem Lappen nochmal drüber gehen, falls sich Fäden der Schale abgelöst haben. Spart die Schuhcreme!

  2. Moin @sammen,
    ich lese gerade:

    „In dem Wasser, in dem du Kartoffeln gekocht hast, sind zum Beispiel verschiedene Vitamine und Kalium enthalten. Zum Trinken ist es leider nicht geeignet.“

    Habt Ihr für diese Aussage eine Begründung? Auweia, ich nutze Kartoffelwasser sehr oft für zur Zubereitung einer Gemüsebrühe am Abend. Was habe ich mir damit nun eingefangen?

  3. @Pippo,
    In den Kartoffeln ist Solanin (ein Pflanzengift) enthalten.
    Solanin zerfällt beim kochen nicht, sondern geht teilweise in das Kochwasser über, da es bei hohen Temperaturen wasserlöslich ist. Deshalb sollte das Kochwasser nach dem Kochen nicht weiter verwendet werden

  4. Coca Cola mag das schaffen, aber ist alles andere als Umweltfreundlich.
    1) Plastik oder Dose = Müll und 2)Ist die Coca Cola Firma ein Wasserräuber in den dritten Weltländern und man sollte diesen durch den Kauf nicht unterstützen. Sonst habt ihr super Tipps und Tricks. Danke 🙂

  5. hmmm auf dieser seite wird vieles verschriehen, wie Cola, Aluminium ungesund, Kaffee muss ja auch rangeschifft werden, aber andererseits wirds wieder befürwortet wofür man die sachen doch brauch?

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