Die schlimmsten Öko-Sünden im Garten

Die schlimmsten Öko-Sünden im Garten
Foto: © PNetzer / photocase.de

Was wächst in deinem Garten? Womit düngst du deine Pflanzen? Was steckt in deiner Blumenerde? Auch umweltbewusste Hobbygärtner machen im Garten folgenschwere Fehler. Doch schon mit ein einfachen Tricks wird der Garten zum grünen Paradies.

Wildblumen im Garten pflanzen, Wiese anlegen, Verstecke für Tiere anlegen, Begrenzungen und Wege ziehen, den Garten richtig gießen und natürlich düngen: hier 10 Tipps zur naturnahen Gartengestaltung zum Durchklicken:

1. Pestizide im Garten versprühen

Chemische Pflanzenschutzmittel wie Herbizide und Insektizide sollten im Garten tabu sein. Viele der Spritzmittel sind äußerst bedenklich für die Natur, die Tierwelt und auch für unsere Gesundheit: Reste davon gelangen in den Boden, ins Grundwasser, schädigen Bienen und andere Insekten und finden sich auch in den Früchten der Pflanzen wieder. Das Monsanto-Pestizid Roundup zum Beispiel ist nach wie vor in vielen Baumärkten erhältlich und wird von vielen Hobbygärtnern bedenkenlos versprüht – dabei gilt der Wirkstoff Glyphosat als krebserregend. Die französische Umweltministerin schlug deshalb erst kürzlich ein Verkaufsverbot für das Unkrautvernichtungsmittel vor.

Besser: Unkraut jäten anstatt chemisch vernichten, Schädlinge absammeln, Nützlinge pflanzen, Mulch einsetzen oder natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden. Der BUND gibt praktische Tipps zum biologischen Pflanzenschutz.

Roundup: Monsanto raus aus dem Garten
Auch lesenswert: Monsanto raus aus unserem Garten!

2. Im Garten Kunstdünger einsetzen

Kunstdünger (mineralische Dünger, Stickstoffdünger) haben im Garten genauso wenig verloren wie Pestizide, denn sie bringen gleich mehrere Probleme mit sich: Die Herstellung verbraucht enorm viel Energie, die Dünger schädigen längerfristig die Böden und unter Umständen enthalten sie sogar giftige Schwermetalle, die in die Früchte übergehen können. Die Nährstoffe in Kunstdünger sind zwar für die Pflanzen sofort und in (zu) großer Menge verfügbar, geben aber dem Boden keinerlei Nährstoffe zurück und werden schnell ins Grundwasser ausgewaschen. Die Pflanzen wachsen zwar rasch, sind aber anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Im Garten besser: organische Düngemittel wie Kompost, Hornspäne, Gesteinsmehl, Mist, Regenwurmhumus oder Kräuterextrakte. Wer viel Platz hat kann es auch mal mit der so genannten Gründüngung versuchen.

3.Billig-Pflanzen kaufen

Billig-Pflanzen sind oft fremde Arten und gefährden die regionale Pflanzenvielfalt. Denn im ganzen Land bieten Gartencenter, Baumärkte und Discounter zu Dumping-Preisen die gleichen Pflanzen an, und Hobbygärtner von den Alpen bis zur Küste kaufen sie. Einige dieser Zierpflanzen verwildern – statt regionaler Vielfalt droht der Einheitsbrei in der Pflanzenwelt.
Greenpeace fand zudem im Frühjahr 2014 in Billig-Zierpflanzen jede Menge bedenkliche Pestizide: Rund 80 Prozent der untersuchten Zierpflanzen waren mit Pestiziden belastet, die für Bienen gefährlich sein können (Studie als PDF). Anstatt also mit Lavendel oder Glockenblumen die Bienen zu erfreuen, vergiften Sie sie unter Umständen mit Baumarkt-Pflanzen. Aufgrund der Pestizid-Belastung und Überdüngung überleben viele der vermeintlichen Pflanzen-Schnäppchen außerdem nicht lange in Ihrem Garten. Lassen Sie also lieber die Finger von solchen Angeboten.

Im Garten besser: In lokalen Gärtnereien, auf Wochenmärkten oder im internet bekommen Sie heimische Pflanzen und Saatgut. Informieren Sie sich im Zweifelsfall einfach beim Händler, wie die Pflanzen gezüchtet werden. Hilfreiche Infos und Listen mit empfehlenswerten und bienenfreundlichen heimischen Pflanzen gibt es zum Beispiel beim BUND und bei der Initiative Deutschland summt.

4. Blumen auf Torf pflanzen

Einer der wichtigsten Tipps für alle Hobbygärtner, denen Umwelt und Klima nicht völlig egal sind: kaufen Sie auf keinen Torf bzw. torfhaltige Erde. Denn für Blumenerde mit Torfanteil werden immer noch Moore trocken gelegt und zerstört. Darunter leiden Pflanzen und Tiere, aber auch das Klima, denn der Torfabbau setzt gespeichertes CO2 frei.

Im Garten besser: Torffreie Erde bekommen Sie inzwischen in vielen Baumärkten und Gartencentern und manchmal auch beim lokalen Wertstoffhof. Noch besser ist natürlich ihr eigener Kompost. Mehr Infos und Tipps zu torffreier Erde für deine Blumen gibt es hier.

5. Pflanzenabfälle im Garten verbrennen

Laub, nasses Holz und andere Pflanzenabfälle sollten Sie nicht im Garten verbrennen. In einigen Bundesländern ist das sogar verboten. Doch das qualmende Feuer nervt nicht nur die Nachbarn: Der Rauch enthält Schadstoffe wie Feinstaub und Kohlenwasserstoffe, die als kreberregend gelten.

Im Garten besser: Pflanzenabfälle und Laub zu dafür vorgesehenen Sammelstellen bringen oder noch besser in den eigenen Kompost geben. Tipps dazu finden gibt’s hier: Kompost: Gratisdünger für den Gartenboden

6. Nervige Laubsauger verwenden

Das Lieblingsspielzeug vieler Hausmeister verbraucht Energie und ist nervtötend laut. Modelle mit Verbrennungsmotor stoßen außerdem schädliche Abgase aus. Ein weiteres Problem: nützliche Kleintiere wie Insekten, Regenwürmer, Spinnen oder Frösche werden oft einfach mit aufgesaugt und sterben in Geräten mit Häckselfunktion.

Im Garten besser: Der gute alte Rechen ist deutlich umwelt- und tierfreundlicher – und verschafft dir sogar etwas Bewegung.

7. Tieren mit dem Garten den Lebensraum nehmen

Hast du ein Herz für Tiere? Möchtest du etwas gegen das Bienensterben tun? Dann halten deinen Garten nicht zu „sauber“ – vor allem im Herbst. Reine Rasenflächen und zurechtgestutzte Hecken bieten Tieren kaum Lebensraum und wo kein Laub und keine Wildpflanzen wachsen dürfen, kann auch sonst wenig leben.

Im Garten besser: Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen können im Winter verschiedenen Tieren wie etwa Igeln Unterschlupf und Futter bieten. Heimische Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern hervorragendes Vogelfutter und Nahrung für Bienen. Trauen Sie sich, etwas „unordentlich“ zu sein!

8. Das Obst im Garten vergammeln lassen

Die Äpfel, Birnen oder Beeren aus dem eigenen Garten sehen oft nicht so makellos aus wie die aus dem Supermarkt, schmecken nicht immer gleich und manchmal fällt auch einfach zu viel Obst an. Doch nichts davon ist ein Grund, die kostbaren Lebensmittel einfach vergammeln zu lassen. Ein paar Früchte hängen oder liegen zu lassen, ist zwar sinnvoll, weil es Kleintieren wie Insekten und Igeln hilft. Doch größere Mengen einfach nicht zu ernten ist Verschwendung.

Im Garten besser: Wenn dir die Früchte roh nicht schmecken oder mehr zu ernten ist, als du verbrauchen kannst: Probiere doch mal aus, eigene Marmelade zu kochen, Obst einzumachen oder bring die Äpfel zum Entsaften und trinken deinen eigenen Saft! Der NABU hat eine Übersicht von Mostereien in ganz Deutschland erstellt, zu denen man Obst zum Entsaften bringen kann. Falls du nicht selbst ernten kannst oder willst: verschiedene Initiativen wie zum Beispiel mundraub.org haben sich Wege einfallen lassen, (Fall-)Obst vor dem Vergammeln zu retten.

Mehr dazu im Artikel: Rettet das Fallobst!

Rette das Fallobst

9. Wasser im Garten verschwenden

Wer im Sommer jeden Tag im Garten gießt, verbraucht so ganz schön viel Wasser. Viel problematischer allerdings als das bloße Gießen mit Leitungswasser ist die Dauer-Bewässerung von Rasen, um diese schön grün zu halten. Rasensprenger verbrauchen sehr viel Wasser und sind doch eine rein kosmetische Maßnahme. Oft erholt sich vertrockneter Rasen beim nächsten Regen sowieso wieder von selbst.

Im Garten besser: Eine Regentonne im Garten eignet sch wunderbar für die Bewässerung Ihrer Gartenpflanzen. Lies dazu auch unsere Tipps zum Wassersparen im Garten.

10. Ständig den Rasen mähen

Motorisierte, benzinbetriebene Rasenmäher sind im Frühjahr und Sommer nicht nur eine erhebliche Lärmquelle, sondern auch Ursache für erhebliche Mengen Luftschadstoffe. Da sie meist nicht wie moderne Autos über einen Katalysator verfügen, ist der Ausstoß an gesundheits- und klimaschädlichen Schadstoffen pro verbrauchtem Liter Benzin auch deutlich höher. Der Benzinverbrauch variiert zwar von Modell zu Modell – am umweltfreundlichsten sind aber immer noch Geräte, die gar keines verbrauchen.

Im Garten besser: Bei einer Rasengröße unter 200 Quadratmeter empfiehlt der BUND den Einsatz von Handrasenmähern. Das schont die Umwelt und macht gleichzeitig fit. Allerdings sollte man seinen Rasen der Tierwelt zuliebe sowieso nicht allzu oft mähen und lieber auch mal „wilde“ Wiesen stehen lassen. Benzinbetriebene Rasenmäher lohnen sich nur bei großen Rasenflächen und man sollte dabei unbedingt auf ein lärm- und schadstoffarmes Modell mit geringem Benzinverbrauch setzen.

Noch mehr Infos und Tipps zum ökologischen Garten gibt’s in unserer Bilderstrecke Gartengestaltung:

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(31) Kommentare


  1. Da bin ich ja gaaanz unbewusst schon fast perfekt 🙂
    Spindelrasenmäher, handbetrieben, für ca. 200m2 Rasenfläche. Nie Erde mit Torf oder Pflanzen in Torf-Erdemischung gekauft/verwendet.
    Zu den „Billigpflanzen“: Wenn ich bei Hornbach&Co. auf dem „Rammschwagen“ heimische Pflanzen für einen Bruchteil des Normalpreises sehe, kaufe ich sie. Ansonsten „tötet“ Hornbach & Co. sie.
    Wir wohnen nur zur Miete, aber haben, wo vom Eigentümer erlaubt, „Bienen- und Schmetterlingswiesen“ gesät, Stauden wie Lupinen, Sonnenhut, Verbene etc. gepflanzt.
    Setzlinge für den Gemüsegarten kaufen wir bei einer Gärtnerei, welche PSR- und Demeter-Ware anbietet. PSR = ProSpezieRara, also „alte“ Sorten an Gurken, Tomaten, Salaten & Co. . Dazu kaufen wir in dieser Gärtnerei auch so Sachen wie „Himmelsleiter“, Ringelblumen, Habichtskraut…..

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