Fahrrad-Winterreifen: Das hilft bei Schnee und Eis

Fahrrad, Winter, Schnee
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Wer auch im Winter auf das Fahrrad nicht verzichten will, braucht gute Reifen. Spezielle Winterreifen mit und ohne Spikes bringen mehr Sicherheit auf Schnee und Eis. Wir verraten, worauf du achten solltest.

Die Faustregel für Winterreifen „von O (Oktober) bis O (Ostern)“ kennt fast jeder Autofahrer. Doch auch auf dem Fahrrad hast du im Winter oft zu kämpfen: Während sich einige Mountainbike-Reifen auch für Schnee eignen, rutschst du mit schmaler Bereifung schnell weg – vor allem bei Glatteis. Oder du findest auf weichem Schnee keinen Halt. Aus diesem Grund haben die Fahrradreifen-Hersteller spezielle Winterreifen entwickelt. Doch für wen sind die sinnvoll?

Wann sind Winterreifen fürs Fahrrad sinnvoll?

Mit dem Fahrrad im Winter fahren: Winterreifen sind Pflicht
Mit dem Fahrrad im Winter fahren: Winterreifen sind Pflicht
(Foto: CC0 / Pixabay / theresacroft7)

Fahrrad-Winterreifen haben ein besonders tiefes Profil. Sie sind breiter und griffiger, sodass sie auch auf einer dünnen Schneedecke Halt bieten. Eine Pflicht für Winterreifen am Fahrrad gibt es nicht.

  • Wer bereits Allwetterreifen mit einem griffigen Profil hat, braucht in der Regel keine Winterreifen. Vor allem Mountainbikes und Trekking-Räder sind meist von Haus aus mit soliden Reifen ausgestattet. Um die Haftung zu verbessern, kannst du zusätzlich ein wenig Luft aus den Reifen ablassen. Bei Glatteis und Blitzeis hilft allerdings auch das nicht. Hier solltest du über Winterreifen mit Spikes nachdenken.
  • Wer dagegen mit schmalen Fahrradreifen und wenig Profil (vom Stadtrad bis zum Rennrad) unterwegs ist, kommt im Winter um einen Satz guter Winterreifen nicht herum. Nässe, Schnee und Eis machen es an vielen Tagen unmöglich, sicher und gefahrlos mit dem Rad unterwegs zu sein. Hier stehen Winterreifen mit viel Profil und Winterreifen mit Spikes zur Auswahl.

Bei Schnee helfen Fahrradreifen mit Lamellenprofil

Winterreifen mit Lamellenprofil von Continental.
Winterreifen mit Lamellenprofil von Continental.
(Foto: Continental)

Zur Grundausstattung für den Winter gehören Reifen mit einer Gummimischung, die mit kalten Temperaturen zurechtkommt. Ein griffiges Lamellenprofil gibt zudem sicheren Halt auf Matsch und Schnee.

Besonders renommiert sind Fahrrad-Winterreifen von Continental**, die mit viel Grip auf Schnee und nassen Straßen unter anderem im Test des Fachmagazins Trekkingbike überzeugen konnten. Auch für E-Bikes bietet Continental spezielle Winterreifen an. Die Lamellen geben auch auf eisiger Fahrbahn noch guten Halt und die Gummimischung der Räder ist für frostige Temperaturen ausgelegt.

Tipps:

  • Lass bei den Allround- oder den Winterreifen etwas Druck ab (auf Minimaldruck). Dann erhöht sich die Auflagefläche des Gummis auf der Straße und der Reifen gibt mehr Halt. Sind die Straßen frei von Matsch und Schnee, kannst du wieder mehr Luft in die Reifen geben.
  • Bist du bisher mit schmalen Sommerreifen gefahren, ist die Umstellung auf breite Winterreifen nicht ganz leicht: Die neuen Reifen müssen ebenfalls unter das Schutzblech passen (mindestens einen Zentimeter Abstand) und noch genug Platz zum Rahmen lassen.
  • Nicht alle breiten Winterreifen passen ans Fahrrad: Sie müssen kompatibel zur Felge sein, also nicht zu breit. Daher ist ein Blick auf die Maßangaben der Hersteller wichtig.

Winterreifen mit Spikes für besseren Halt auf Glatteis

Winterreifen mit Spikes von Schwalbe.
Winterreifen mit Spikes von Schwalbe.
(Foto: Schwalbe)

Wer morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, muss oft über leicht vereiste Straßen fahren. Noch mehr Sicherheit geben dann Spikes an den Winterreifen. Während die an Autoreifen verboten sind, darfst du dein Fahrrad mit Spikes ausrüsten. Die kleinen Metall-Stifte ragen in Zweier- oder Viererreihen bis zu 1,5 Millimeter aus dem Reifen hervor. Empfehlenswert sind Winterreifen mit Spikes von Schwalbe**.

Tipps:

  • Mit Spikes kannst du den ganzen Winter fahren – auch auf trockenem Asphalt. Dann klackern die Reifen zwar etwas und haben einen höheren Rollwiederstand, das ist aber nicht weiter schlimm. Gibst du den Reifen etwas mehr Druck, verringern sich die Geräusche. Bei Eis und Schnee musst du dann aber wieder etwas Luft ablassen.
  • Auch bei Spikes musst du darauf achten, dass sie noch unter das Schutzblech passen und ausreichend Abstand zu den Rahmen-Rohren haben. Grundsätzlich gilt aber: Je breiter der Reifen, umso mehr Halt gibt er.
  • Ganz wichtig: Bevor du die Spikes auf Eis und Schnee fährst, musst du sie mindestens 30 Kilometer auf Asphalt einfahren. Dadurch werden die Spikes eingebettet und setzen sich an die richtige Stelle.
  • Verlierst du einmal einen Spike, kannst du vom Hersteller Ersatz-Spikes bekommen und einfach in das vorgefertigte Loch einsetzen.

DIY-Tipp: Spikes für die Winterreifen selber machen

Mit dem Fahrrad im Winter unterwegs.
Mit dem Fahrrad im Winter unterwegs.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Wer möglichst wenig Geld für seine Fahrrad-Winterreifen ausgeben will, hat zwei Optionen: Einmal kannst du nur einen Spike-Winterreifen für das Vorderrad kaufen. Damit bleibst du in der Spur und rutschst nicht so leicht weg. Die zweite Möglichkeit: Spikes selbst nachrüsten.

Spikes selbst nachrüsten

Wenn du 16 stabile Kabelbinder um Reifen und Felge bindest und das Ende abschneidest, sorgst du ebenfalls für mehr Halt auf der Straße. So gut wie echte Spikes ist diese Methode natürlich nicht, aber sie verbessert den Halt der Reifen auf Schnee und Matsch deutlich. Nur auf vereisten Straßen solltest du dich nicht auf die Kabelbinder verlassen und das Rad besser schieben.

Beachte aber: Der Kabelbinder-Trick ist nur für Fahrräder mit Scheiben- oder Trommelbremsen geeignet. Auch der Fahrrad-Dynamo darf nicht im Weg sein.

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