Fahrradkodierung: So fliegen Fahrraddiebe auf

Fahrradkodierung gegen Fahrraddiebstahl
Foto: CC0 / Pixabay / 2468Klaus-Cassube

Eine Fahrradkodierung macht es Dieben schwer, das gestohlene Fahrrad wieder zu verkaufen. Die Kodierung hilft der Polizei, das Fahrrad dem eigentlichen Besitzer zuzuordnen. Wir erklären, wie die Fahrradkodierung funktioniert und warum einige Hersteller sie verbieten.

Fahrradkodierung: Kampf den dreisten Fahrraddieben

Jedes Jahr werden bei uns hunderttausende Fahrräder gestohlen. 2015 waren es allein in Deutschland laut Polizei 335.174 Fahrräder. In Österreich wurden es im selben Zeitraum 28.018 Räder geklaut. Das sind jeden Tag im Schnitt 77 Fahrräder.

Die Wahrscheinlichkeit das Fahrrad wieder zu bekommen, ist allerdings sehr gering: Nur 5 von 100 gestohlenen Rädern finden laut Bundesministerium für Verkehr wieder zu ihren Besitzern zurück. Mit einer Fahrradkodierung steigt die Wahrscheinlichkeit, ein gestohlenes Fahrrad zurück zu bekommen.

Fahrradkodierung – so funktioniert’s

Fahrradkodierung an der Sattelstange
Fahrradkodierung an der Sattelstange (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Eine Fahrradkodierung hilft der Polizei, gestohlene Fahrräder ihren Besitzern zuzuordnen. Auch der Verkauf von gestohlenen Rädern ist für Diebe dadurch schwerer. Heute ist das bundesweit einheitliche Codiersystem unter dem Namen EIN (Eigentümer-Identifizierungs-Nachweis) bekannt.

  • Der EIN- oder FEIN-Code enthält verschlüsselte Angaben zu Wohnort, Adresse und den Initialen des Eigentümers.
  • Nach Vorlage des Personalausweises und der Kaufquittung wird der ermittelte Code mit einem Pantografen verkleinert und in das Sattelrohr ungefähr 0,1 bis 0,2 mm tief eingefräst.
  • Eine Folie soll die Gravur schützen und Diebe abschrecken.

Taucht das Fahrrad nach einem Diebstahl wieder auf, kann die Polizei den Besitzer anhand des Codes schneller ausfindig machen. Auch wenn du inzwischen umgezogen bist, bekommt die Polizei das über die Meldebehörden heraus.

Wo geht’s?

Du kannst dein Fahrrad in einer ADFC Werkstatt und bei einigen (wenigen) Polizeidienststellen kodieren lassen. Hier kannst du nach einem Anbieter in deiner Nähe suchen.

Fahrradkodierung ist nicht immer möglich

Bevor du dein Fahrrad kodieren lässt, solltest du dir die Garantie deines Fahrrad-Herstellers genauer ansehen. Manche Hersteller entziehen nämlich die Garantie wenn das Fahrrad kodiert wird, da ihrer Meinung nach die Fräsung die Stabilität des Rahmens beeinträchtigt.

Außerdem können dünne Rahmen und Carbonrahmen nicht kodiert werden. Besonders wichtig ist dagegen eine Kodierung bei E-Bikes, da sie sehr häufig gestohlen werden.

Beachte: Ein gebraucht gekauftes Fahrrad kannst du nur kodieren lassen, wenn du einen Kaufvertrag hast.

Schutz vor Fahrraddieben

Schutz vor Fahrraddieben ist nicht schwer
Schutz vor Fahrraddieben ist nicht schwer (Foto: CC0 / Pixabay / Photoman)

Um es Fahrraddieben schwer zu machen helfen auch einige weitere Tricks:

  • Achte beim Kauf darauf, ein unauffälliges und einfaches Fahrrad zu wählen. Je unauffälliger und günstiger in der Anschaffung, desto sicherer ist es.
  • Beim Kauf eines teuren Fahrrads solltest du schon vorher wissen, wie und wo du es abstellen kannst. Verschlossen im Keller ist sicherer als am Laternenpfahl auf der Strasse.
  • Suche ein gutes Schloss, dass sich in Tests als besonders sicher herausgestellt hat. Testsieger bei Stiftung Warentest war 2017 das Trelock Bügelschloss BS 650 (gibt es zum Beispiel bei **Amazon).
  • Ist in der Hausratversicherung das Fahrrad nicht mitversichert, kannst du eine Diebstahlversicherung abschließen. Dies lohnt sich aber nur bei teuren Fahrrädern.

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