Als Gärtner:in hast du dich vielleicht schon einmal gefragt: Dürfen Giftpflanzen eigentlich auf den Kompost? Oder wird die Komposterde dann auch "giftig"? Hier erfährst du die Antwort.
Ein Komposthaufen gehört in jeden naturnahen Garten. Doch nicht alles an Grünschnitt sollte auf dem Kompost landen.
Wie steht es um Giftpflanzen? In diesem Artikel erfährst du, ob du Ziergehölze und andere Giftpflanzen kompostieren kannst und was du dabei beachten solltest.
Was sind Giftpflanzen?
Viele Gartenpflanzen enthalten von Natur aus giftige Substanzen – zum Beispiel, um Fressfeinde und Schädlinge fernzuhalten, aber auch, um konkurrierende Nachbarpflanzen zu verdrängen.
Hast du mit Giftpflanzen Hautkontakt, kann das juckende oder brennende Reizungen auslösen. Nimmst du Teile von Giftpflanzen zu dir, führt das zum Beispiel zu Verdauungsstörungen, Kreislaufproblemen oder auch weitaus gefährlicheren gesundheitlichen Schäden.
Die Frage, ob Giftpflanzen auf den Kompost dürfen, ist deshalb mehr als gerechtfertigt – immerhin wird die Komposterde später meist zum Düngen essbarer Nutzpflanzen verwendet.
Dürfen Giftpflanzen auf den Kompost – oder nicht?
Die kurze Antwort lautet: Grundsätzlich dürfen die meisten Giftpflanzen auf den Kompost.
Bei den toxischen Substanzen in einer Pflanze handelt es sich um organisch-chemische Verbindungen. Sie werden in einem mehrmonatigen Verrottungsprozess vollständig zersetzt. Übrig bleibt Kompost aus vollkommen ungiftigen Bestandteilen.
Wichtig: Es gibt Ausnahmen – nicht alle Giftpflanzen solltest du auf den Kompost geben. Die folgenden Pflanzenarten kannst du jedoch zum Beispiel bedenkenlos kompostieren:
- Fingerhut
- Eisenhut
- Eibe
- Goldregen
- Oleander
- Seidelbast
- Pfaffenhütchen
- Thuja
- Maiglöckchen
- Herbstzeitlose
- Christrose
Diese Giftpflanzen gehören nicht auf den Kompost
Manche Arten von Giftpflanzen solltest du auf keinen Fall auf den Kompost geben. Sie zeichnen sich durch die folgenden Merkmale aus:
- Sie besitzen Samen, die sich großflächig selbst aussäen. Hier ist das Risiko groß, dass sich die Pflanzen durch herunterfallende Samen rund um den Kompost invasiv ansiedeln.
- Sie haben sehr ausdauernde Samen. Es kann sein, dass zwar die anderen Teile der Giftpflanze verrotten, nicht aber die Samen. So kann es dazu kommen, dass die Samen mit dem Kompost aufs Beet gelangen und sich dort aussäen.
Bei diesen Giftpflanzen solltest du deshalb Vorsicht gelten lassen:
- Gemeiner Stechapfel
- Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude)
- Beifußblättriges Traubenkraut oder Ambrosia
Gut zu wissen: Auch problematisch sind Pflanzen, die mit chemisch-synthetischen Giftstoffen wie beispielsweise Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Es ist nämlich möglich, dass sich die Pestizide auf dem Kompost nicht rückstandsfrei auflösen. Pflanzen, die diese Stoffe enthalten, sind zum Beispiel oft konventionelle Schnittblumen oder mit Wachs ummantelte Amaryllis-Zwiebeln.
Giftpflanzen kompostieren: Tipps
Das Wichtigste zuerst: Trage bei der Gartenarbeit mit Giftpflanzen möglichst langärmelige Kleidung und Gartenhandschuhe. So beugst du möglichen Verletzungen und Hautausschlägen vor.
Manche Giftpflanzen, wie beispielsweise der Heckenschnitt von Eibe oder Thuja, verrotten nur sehr langsam. Du kannst den Kompostierprozess beschleunigen, indem du die Pflanzen häckselst, bevor du sie auf dem Kompost entsorgst. Zusätzlich kannst du sie mit möglichst feuchtem, schnellzersetzendem Kompostmaterial bedecken, etwa mit Grasschnitt, Fallobst oder Gemüseresten.
Weiterlesen auf Utopia.de:
- Kompost verrottet nicht? So kannst du ihn beschleunigen
- Vielfaltsgarten: Alte Sorten, Insekten und Vögel schützen
- 6 Vorteile vom Kompost, die du noch nicht kanntest
War dieser Artikel interessant?