Hausboot mieten: Urlaub in Deutschland, Frankreich, Irland …

Hausboot-Urlaub in Deutschland, Frankreich & Co.
Foto: © Leboat

Ein Hausboot mieten kann jeder und bei einem Hausboot-Urlaub fährst du hin, wohin du willst, und legst an, wo es dir gefällt. Vom Hafen in Venedig bis nach Amsterdam – oder einfach vor der Haustüre in Berlin, Mecklenburg oder Brandenburg.

Wer seine Ferien gerne in der Natur verbringt und einmal so richtig abschalten möchte, der sollte sich mal ein Hausboot mieten. Ein Hausboot-Urlaub ist die vielleicht langsamste Art des Reisens: Während das Boot ruhig vor sich hin schippert, hast du Zeit, die einsamen Landschaften oder das wilde Treiben von historischen Städten um dich herum zu beobachten und dich bei einem guten Essen auf Deck zu sonnen.

Hausboot mieten: auch ohne Führerschein

Das Tempo und die teilweise sehr einfachen Fahrtwege sind auch der Grund, weshalb du für die meisten Strecken keinen Bootsführerschein brauchst. Wer ein Hausboot mieten möchte, braucht nicht einmal Erfahrung im Bootfahren.

Der Anbieter gibt euch vor Ort meist eine ausführliche Einführung in die Steuerung. Dank Einführung schafft man locker die – zunächst abenteuerlich wirkenden – Schleusen. Sie funktionieren entweder automatisch oder manuell, haben einen Schleusenwärter oder manchmal auch keinen – dann muss man alleine schleusen.

Hausboot-Urlaub: Anbieter und Ausstattung

Ob Strand oder Städtetrip, Sport- oder Badeurlaub, als Paar oder mit vielen Freunden – ein Hausboot-Urlaub lässt sich so planen, dass für jeden etwas dabei ist.

Zuerst einmal sollte man sich für einen Anbieter entschieden. In Deutschland lassen sich Hausboote zum Beispiel bei kleineren, teilweise lokalen Anbietern wie Floßurlaub BrandenburgYachtcharter Schulz, Riverlodge oder BunBo mieten.

Wer in Ländern wie Frankreich oder Irland ein Hausboot mieten möchte, bucht seine Hausboot-Urlaube bei größeren Anbietern wie LeboatLocaboat oder Kuhnle Tours.

Hausboot mieten für den Urlaub: Near Carrick-on-Shannon, County Leitrim, Ireland
Hausboot mieten – für enen Urlaub in den Landschaften Irlands. (Foto: © Leboat)

Je nach Personenanzahl muss man sich für einen Bootstyp entscheiden. In der Regel sind die Boote für 3 bis zu 12 Personen gedacht. Von einfach, preiswert und mit allem Nötigen ausgestattet bis hin zur luxuriösen Variante mit Designeinrichtung ist alles dabei. Wer nachhaltiger agieren will, läßt Schnickschnack wie Flachbildfernseher und Klimaanlage weg oder erkundigt sich nach ökologischeren Hausboot-Modellen. Leicht ist das noch nicht nicht, aber sieht man sich die Entwicklung an (Ende des Textes), könnte das noch besser werden.

In der Regel immer an Bord sind richtige Betten, eine voll ausgestattete Küche mit Herd, eine Warmwasserdusche und eine elektronische Toilette. Oft ist es auch möglich, sich für die gesamte Fahrt Fahrräder auszuleihen, um somit in einer Stadt mobil zu sein oder Landschaften zu erkunden. Bei manchen Anbietern könnt ihr gegen eine Gebühr auch das Haustier mit auf die Reise nehmen.

Von Frankreich und Italien bis England und Irland

Die schwierigste Entscheidung ist allerdings die für ein Ziel. Zuerst einmal klingt alles spannend – von dem zweitätigen Ausflug auf die Brandenburger Seenplatte bis zum mehrwöchigen Italien-Trip. Wer Weinberge und mittelalterliche Städte auf rund 9.000 Kilometer Kanälen befahren möchte, entscheidet sich für Frankreich. Venedig und die Lagune von Marano erkunden: Einen ausgewogenen Mix zwischen Natur, Strand und Stadt gibt es in Italien.

Belgien bietet historische Denkmäler und verwöhnt kulinarisch. In den Niederlanden wird man auf die bekannten Windmühlen und Blumenfelder stoßen. Zudem ist es auch möglich mit dem Hausboot Amsterdam zu befahren. England bietet vor allem einmal die Themse, dazu wunderschöne Schlösser, Gärten und Landschaften. Genauso wie Schottland mit seinem Caledonian Canal und den Highlands. Zu guter letzt steht noch Irland zur Wahl: Hier sieht man Burgruinen und eine Menge keltischer Überreste.

Hausboot mieten in den Niederlanden, zum Beispiel Amsterdam
Hausboot mieten geht auch in den Niederlanden.

Hausboot mieten für den Urlaub in Deutschland

Auf dem Plan für heimische Bootsfahren stehen vor allem Mecklenburg und Brandenburg. In diesen Gebieten kann jeder ein Hausboot mieten – es eignet sich besonders gut für Wassersportler, Angler und alle, die keinen weiten Weg zurücklegen möchten. Oder aber das Hausboot-Fahren nur einmal ausprobieren wollen – denn die Deutschland-Touren gibt es teilweise schon mit nur einer Übernachtung.

Ein paar Highlights der Gewässer der Mecklenburger und der Brandenburger Seenplatte: die Barockschlösser in Schwerin, der Müritzer Nationalpark, mit dem Hausboot durch Berlin fahren, Potsdam und sein holländisches Viertel entdecken oder das Naturparadies Spreewald. Wer nach Berlin oder Brandenburg reinfährt oder Richtung Spreewald unterwegs ist, braucht allerdings einen Sportbootführerschein.

Hausboote auf Seen, Flüssen und Kanälen

Gut zu wissen: Kanäle haben meist wenig bis keine Strömung. Sie eignen sich daher für Anfänger oder alle, die mehr entspannen als lenken wollen.

Ebenfalls gut bei Kanalfahrten: Man kann fast überall anlegen. Bei Flüssen ist meist mehr Strömung – hier lässt es sich gut schwimmen oder einmal kurz halten, um Wassersport zu machen. Auch Seen kommen hin wieder auf verschiedenen Routen vor. Wer angeln oder eine Pause einlegen möchte, bleibt erst einmal hier.

Wichtige Entscheidung: Möchte man Hin- und Rückfahrt per Hausboot mieten oder lieber nur eine einzelne Fahrt machen? In letzterem Fall sollte man das in seiner Reiseplanung unbedingt berücksichtigen.

Der Preis: Fahrten in Deutschland und kürzere Aufenthalte gibt es oft schon für ein paar Hundert Euro. Entfernte Ziele oder mehrwöchige Trips können aber schon einmal ein paar Tausend Euro kosten.

Hausboote und Nachhaltigkeit

Öko-Hausboot WaterNest 100 - jeder würde so ein Hausboot mieten
Öko-Hausboote (Foto: giancarlozema.com)

Im Urlaub ein Hausboot mieten – ist das nun ausdrücklich nachhaltiger? Ja und nein. Nein, weil man man auch hier viel falsch machen kann und gewiß nicht jedes Hauboot nachhaltiger betrieben wird, ebenso wie ein Conscious Hotel bei Hotels noch eher die Ausnahme ist. Nun suchen aber viele beim Urlaub „das Außergewöhnliche“ oder die Nähe zur Natur; betrachtet man den Hausboot-Urlaub im per Zug erreichbaren Europa oder gar in Deutschland, dann ist Hausboot mieten gewiß nachhaltiger, als mit dem Touri-Bomber an ferne Strände zu düsen.

Künftig könnte sich das noch verbessern. Denn es gibt vermehrt Bemühungen, Hausboote nachhaltiger zu bauen, was am Ende auch nachhaltigeren Hausboot-Urlaub möglich machen würde. Eco Floating Homes in UK, wo Hausboote eine Tradition haben, baut mit regionalen und natürlichen Materialien Hausboote mit geringem Energieverbrauch – ein sehr realistisches Modell im Vergleich etwa zum futuristischen JetCapsule UFO, das als regenerativ mit Energie versorgtes Eigenheim auf dem Ozean schwimmen soll.

Das deutsche System Autartec will energieautarke Wohnsitze auf den vielen Seen in der Lausitz etablieren – gut denkbar, dass wir darin irgendwann Urlaub machen. Beim Floatwing aus Portugal legte man Wert auf eine Herstellung mit möglichst geringem CO2-Ausstoss, auch kann es einen Grossteil seiner Energie selbst erzeugen. Der italienische Architekt Giancarlo Zema hat mit dem WaterNest 100 ein Hausboot entworfen, das sich komplett aus Solarzellen speist, sein Abwasser selbst reinigt und recycelte Materialien so verwendet, dass das Haus seinerseits ebenfalls zu 98% recycelbar ist. Hier ein Video dazu:

Habt ihr schon mal Hausboot-Urlaub gemacht? Was sind eure Erfahrungen? Schreibt uns in den Kommentaren! 

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(4) Kommentare

  1. Es ist schon richtig, dass man für einen Hausboot Urlaub keinen Bootsführerschein braucht. Es sollte einem aber immer bewußt sein, dass der Skipper für alles die Verantwortung trägt und auch finanziell zur Haftung herangezogen wird. Das kann manchmal auch sehr teuer werden, wenn Schäden an anderen Booten bei einer Havarie verursacht werden. Auch können die Mitreisenden den Skipper verklagen, wenn durch seinen Fehler jemand körperlich zu schaden kommt. Ich habe mittlerweile einige Erfahrung und trotzdem charter ich kein Boot ohne eine Skipper-Haftpflicht abgeschlossen zu haben.

  2. Wir waren letzten Sommer auf der Seenplatte unterwegs und es half primär sehr zu endschleunigen und die wundervolle Natur zu genießen. Obwohl wir zu dritt ein eher kleines Boot ohne großen Luxus hatten, haben wir in einer Woche über 30l Sprit verbraucht. In Anbetracht der geringen Entfernungen und niedrigen Geschwindigkeiten kann ich in den Punkt von Nachhaltigkeit nicht viel erkennen. Wir waren auch schon öfters mit verschiedenen Wohnmobilen unterwegs und selbst die sind bei den Entfernungen deutlich sparsamer und günstiger in der Miete.

    Für Hausbootferien noch einen Tipp, bei gutem Wetter statt im Hafen immer in einer schönen Bucht ankern und übernachten. Zum Lohn gibt’s himmlische Ruhe und Natur pur.

  3. Ich weiss auch nicht warum Ihr auf Utopia mit diesem Artikel Werbung allgemein für Hausbooturlaub und nicht nur für spezifisch nachhaltig, ökologischen Hausbooturlaub ohne Sprit macht !?
    Denn inzwischen badet man/frau ja im Meer schon zu einem sehr hochen Anteil in Benzin und Diesel! Und die Strände sind im Sommer voll von rücksichtslosen Bootfahrern!
    Das muss man nicht noch anheizen!

  4. Ein paar kleine Anmerkungen: Wer so ein Hausboot nicht in „Miami-Vice“-Manier durchs Wasser prügelt, kann mit kleinen Verbräuchen hinkommen (3,5 Liter Diesel pro Betriebsstunde sind bei einem 9-Meter-Schiff durchaus drin … das Doppelte aber auch). Noch umweltfreundlicher fährt man in NRW mit den lustigen, aber sehr spartanisch ausgerüsteten „Escargots“ auf der Ruhr. Die haben nämlich einen zweifachen Tret-Antrieb, der lediglich von einem kleinen Elektromotor unterstützt werden kann. Von Mülheim bis zum Baldeneysee und zurück ist ein schöner Vier-Tage-Trip vor allem an den „Brückentags“-Wochenenden möglich. Als Revier hat mir unbedingt die Wasserlandschaft rund um Berlin gefallen – wenn man mal einen Regentag erwischt, saust man selbst aus Köpenick mit der S-Bahn in Nullkommanix in die Stadtmitte oder wohin man sonst zum Metropolenschnuppern will. Toll!

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