Heizung entlüften: Wenn der Heizkörper nicht warm wird – so geht’s

Heizung entlüften
Foto: Sven Christian Schulz / Utopia

Wenn sich Luft im Heizkörper befindet, dann solltest du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Entlüften.

Heizung entlüften: Anleitung mit fünf Schritten

Wenn deine Heizung nur teilweise oder gar nicht warm wird, ist fast immer Luft in der Heizung die Ursache. Normalerweise steigt heißes Wasser in die Rohre des Heizkörpers und erwärmt ihn. Doch wenn sich Luft in der Heizung befindet, nimmt sie den Platz im Heizkörper ein. Das Ergebnis: Der Raum bleibt kalt und die Heizung muss entlüftet werden. Das kannst du sehr leicht selber erledigen – auch ohne handwerkliches Geschick.

Beachte: Nicht alle Heizungen lassen sich am Heizkörper entlüften. Schaue oben an der Heizung, ob sich dort ein Entlüftungsventil mit einem Vierkantstift befindet. Dann kannst du die Heizung mit einem Entlüftungsschlüssel entlüften:

  1. Drehe alle Heizungen auf die maximale Temperatur auf und warte etwa zehn bis 15 Minuten.
  2. Drehe die Heizung zu und halte ein saugfähiges Tuch vor das Entlüftungsventil, da Wasser herausspritzen wird. Achtung: Das Wasser ist oft sehr schmutzig und kann unschöne Flecken an Wand und Möbeln hinterlassen. Decke diese sicherheitshalber ab.
  3. Nimm einen Entlüftungsschlüssel und drehe das Ventil vorsichtig (!) gegen den Uhrzeigersinn auf – maximal eine halbe Umdrehung. Den Schlüssel bekommst du in jedem Baumarkt und im Internet, zum Beispiel bei Amazon**.
  4. Es entweicht daraufhin Luft und nach einigen Sekunden (je nachdem wie viel Luft im System ist) Wasser.
  5. Sobald dir nur noch Wasser entgegenläuft, drehe das Ventil schnell wieder fest zu.

Tipp: Beginne mit dem Heizkörper, der sich am nächsten am Heizkessel befindet. Arbeite dich dann von den unteren Stockwerken nach oben durch.

Warum du die Heizung entlüften solltest

Die Heizung zu entlüften, lohnt sich. Du kannst bis zu 15 Prozent Energie sparen, wenn du ein- bis zweimal im Jahr die Heizungen im Haus entlüftest. Ein Gluckern der Heizung weist dich darauf hin, dass sich Luft im Heizungssystem befindet. Es gibt auch Heizungsventile, die deine Heizung automatisch entlüften (gibt es z.B. bei Amazon**). Sie sparen bis zu 20 Prozent Energie ein.

Heizung wird nicht warm: Ursachen und Lösungen

Wenn die Heizung nicht warm wird, hilft oft entlüften.
Wenn die Heizung nicht warm wird, hilft oft entlüften.
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Wenn die Heizung nicht warm wird, hilft es meist, die Heizung zu entlüften. Es gibt aber noch weitere Gründe, warum der Heizkörper kalt bleibt. 

  • Heizkesseldruck: Oft liegt es auch am Wasserdruck im Heizkessel, wenn die Heizung nicht richtig warm werden will. Der Druck sollte zwischen 1,5 und 2,0 bar betragen. Dies ist auf dem Manometer am Heizkessel mit einer grünen Markierung gekennzeichnet. Ist der Druck zu niedrig, kannst du Wasser nachfüllen. Ist der Druck zu hoch, etwas Wasser ablassen.
  • Thermostatventil: Das Thermostatventil rutscht manchmal zu weit in den Heizkörper und reagiert dann nicht mehr auf Drehbewegungen am Thermostat. Wenn du den Einstellkopf abnimmst, siehst du die Ventilspindel. Sie sollte etwa fünf Millimeter herausragen und sich auf das Ventil drücken lassen. Manchmal klemmt das Ventil jedoch und lässt sich folglich auch nicht drehen. Dann musst du vorsichtig (!) mit einem Hammer von vorne auf den Stift schlagen. Auch eine Zange kann helfen, den Stift etwas herauszuziehen. Klemmt der Stift nicht mehr, kannst du das Thermostat wieder aufsetzen.
  • Kessel schaltet sich ab: Bei extremen Temperaturschwankungen können sich Heizkessel abschalten. Die Kessel zeigen dann auf dem Display einen Fehlercode an, der von einem Installateur gelöscht werden musst. Dann muss er den Kessel reparieren oder kann ihn im besten Fall einfach wieder einschalten. 
  • Einstellungen: Falsche Einstellungen an der Heizung (zum Beispiel Wassererwärmung statt Heizen) oder ein Stromausfall können dazu führen, dass die Heizung nur lauwarm wird. Auch eine falsche Uhrzeit kann ursächlich dafür sein, da die Heizung oft in der Nacht auf einer niedrigeren Stufe läuft. Wenn die Heizung noch im Sommermodus ist, wird sie oft auch nur lauwarm. Der Wintermodus lässt sich aber am Bedienfeld leicht einstellen.
  • Umwälzpumpe: Ist die Umwälzpumpe aus, bleibt auch die Heizung kalt. Leise Geräusche und ein Vibrieren signalisieren, dass die Pumpe läuft. Falls nicht, solltest du einen Sanitärdienst kommen lassen.

Übrigens: Indem du die Heizung regelmäßig entlüftest, kannst du Energie sparen. Noch mehr schonst du die Umwelt, indem du auch das Thermostat richtig einstellst. Wie das geht, erfährst du hier: Heizkörper-Thermostat einstellen: Das bedeuten die Zahlen wirklich 

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