Heizkosten sparen: Diese 20 Tipps helfen dir beim günstig Heizen

Heizkosten sparen - günstig heizen
Foto: © underdogstudios - Fotolia.com

Heizkosten sparen ist keine Kunst: Wer auch nur einen Teil unserer Tipps beherzigt und dafür sorgt, dass die Wärme nicht sinnlos ins Freie abfließt, kann bares Geld sparen – und zugleich die Umwelt schützen. Die Utopia-Tipps zeigen, wie du im Winter günstig heizen kannst.

Willst du gerne frieren? Wir auch nicht. Niemand will das, doch um sich warm zu fühlen, ist Heizen allein nicht der richtige Weg: Manchmal ist es das glatte Gegenteil. Die folgenden Tipps helfen, Haus und Wohnung warm zu halten, ohne Geld zum Fenster hinaus zu heizen.

Vorweg: Nicht alle Tipps sind für jeden gleich sinnvoll. Moderne, gut gedämmte Häuser gehen anders mit Wärme um als unsanierte Altbauten oder schlecht gedämmte Gebäude. Überlege also im Einzelfall, was für dich wirklich Sinn ergibt, oder engagiere – siehe Tipp Nr. 19 – einen Energieberater.

Heizkosten sparen ist in unseren Breitengraden in jedem Fall der effizienteste Weg, um den Energieverbrauch zu senken. Bei einem durchschnittlichen Haushalt in Deutschland entfallen auf das Heizen 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs.

Heizkosten sparen - günstig heizen
75% deines Energieverbrauchs entfällt auf die Raumwärme. (Foto: © Deutscher Infografikdienst)

1. Heizkosten sparen, das heißt: die richtige Temperatur wählen

Den Raum weniger zu heizen spart Energie. Ob es wirklich die oft behaupteten 6 Prozent Einsparung pro Grad sind, sei dahingestellt und ist auch abhängig vom Temperaturgefälle gegenüber der Außenwelt. Dennoch gilt, wenn du möglichst günstig heizen willst: Statt 25 Grad besser 20 Grad einstellen, auf vielen Thermostaten ist das die mittlere Stufe. Unser Körper passt sich an Temperaturen an, und wir frieren nach Eingewöhnung meist weniger als bei höheren Temperaturen.

> Heizkosten sparen: hohes Potenzial

2. Thermometer nutzen statt auf gut Glück zu heizen

Mach den Test: Frag drei Arbeitskollegen, wie viel Grad es gerade im Büro hat, und du wirst drei unterschiedliche Antworten erhalten. Viele glauben in beheizten Räumen, dass es eigentlich zu kühl sei. Besser als darüber zu spekulieren ist es daher, einfach ein Thermometer anzuschaffen. Mit dem kann sich jeder davon überzeugen, dass man auch bei 24 Grad frieren kann – und sich bei 20 Grad vielleicht sogar viel besser fühlt.

> Heizkosten sparen: niedriges bis mittleres Potenzial

3. Verschiedene Räume unterschiedlich beheizen

Es muss nicht überall gleich warm sein. Wer sich vor allem im Wohnzimmer aufhält, kann es sich dort richtig kuschelig machen – und im Gegenzug andere Zimmer weniger beheizen. In Küche und Schlafzimmer reichen meist auch 16 Grad. Vorsicht: Im harten Winter gar nicht zu heizen, kann auch Schimmel begünstigen, je nachdem, wie die Umgebung beheizt ist (etwa durch Nachbarn und die Mieter, die unter dir wohnen) und ob es starke Feuchtigkeitsquellen gibt.

> Heizkosten sparen: niedriges bis mittleres Potenzial

Heizkosten sparen - günstig heizen
Auch das hilft Heizkosten zu sparen: Ein Thermometer verrät dir, wie warm es tatsächlich in dem Zimmer ist. (Foto: © Greenstars.de/Eurochron)

4. Besser wärmer anziehen als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Die Füße warm zu halten, bringt viel. Denn: Sind die Füße kalt, kommt bei vielen, insbesondere großen, schlanken Menschen, der Kreislauf oft nicht so richtig in Gang. Dagegen helfen Wollsocken, gern auch zwei oder drei im Zwiebelprinzip. Neben einem warmen Pulli sorgt ein einfaches Halstuch dafür, dass man subjektiv weniger friert – ein Schal hilft natürlich noch mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält. Günstig heizen ist also nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für die Gesundheit.

> Heizkosten sparen: mittleres Potenzial

5. Stoßlüften statt ins Freie zu heizen

Keine Seltenheit: dauerhaft gekippte Fenster, unter denen der Heizkörper fröhlich bullert. Die Idee dahinter leuchtet ein: Man hat es sowohl warm als auch für frische Luftzufuhr gesorgt. Doch das funktioniert so nicht. Auf diese Weise kommt nur wenig Luft in die Wohnung, während sie sich gleichzeitig nie richtig aufheizen kann. Besser ist es, die Fenster mehrmals täglich richtig weit zu öffnen und gezielt durchzulüften – aber nur einige Minuten lang. Denn dann gelingt es, die Luft auszutauschen, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Wenn du nach dem Stoßlüften das Fenster wieder schließt, wird die frische Luft schnell wieder warm. Das verhindert auch Schimmel, beispielsweise im Schlafzimmer.

> Heizkosten sparen: hohes Potenzial

6. Es zieht? Fenster besser abdichten

Je nach Fenster zieht es mehr oder weniger in die Wohnung. In Altbauten mit Holzfenstern sowieso, aber auch mal in neuen Gebäuden und bei schlechten Kunststofffenstern. Abhilfe schaffst du, wenn du die Spalten der Fenster mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen abdichtest. Mit einer kleinen Kerze oder dem befeuchteten Finger findest du schnell heraus, wo es noch zieht. Dichtungsbänder gibt es zum Beispiel bei Grünspar.de. Gerade in Altbauten hilft das, so richtig Heizkosten sparen.

> Heizkosten sparen: mittleres Potenzial

7. Günstig heizen mit einer warmen Mahlzeit

Ausgerechnet im Winter Diät zu machen ist keine gute Idee, weil man da eben schneller friert. Ab und zu mal einen Snack sollte man sich schon gönnen und seine Low-Carb-Ernährung eher auf die Sommermonate verlegen. Auch was richtig schön Scharfes hält gut warm.

> Heizkosten sparen: niedriges bis mittleres Potenzial

Der Utopia-Tipp: Eine schöne heiße Tasse Bio-Kräutertee, zum Beispiel mit einem Stück Ingwer darin.

Heizkosten sparen - günstig heizen
Ingwer im Tee bringt nicht nur Vitamin C, sondern wärmt auch von Innen. (Foto: © Colourbox.de)

8. Türen richtig abdichten und Heizkosten sparen

Auch durch Türspalten zieht es gerne mal, und schon verschwindet ein Teil der Wärme. Mit Schaumdichtungsbändern kannst du die Eingangstüren von Häusern und Wohnungen abdichten. Auch bei unterschiedlich stark beheizten Räumen solltest du den Luftzug an den Türen möglichst unterbinden.

Noch ein Tipp: Ein Problem sind oft die Türunterkanten. Unter Schlagwörtern wie „Türbesen“, „Bürstendichtung“ oder „Zugluftstopper“ findest du im Einzelhandel bürstenartige Schienen, die man einfach an die Bodenseite von Türen klebt, schraubt oder wickelt. Liebevolle Unikate gibt es auf DaWanda**.

> Heizkosten sparen: mittleres Potenzial

Heizkosten sparen - günstig heizen
Hilft Heizkosten sparen: Die Feder schließt offene Türen automatisch. (Foto: Greenweez.de)

9. Türen schließen automatisch…

Auch eine gute Idee: automatische Türschließer, die es für wenige Euro gibt. Diese bestehen aus einer mechanischen Feder aus Metall, die man einfach an den Türangeln befestigt. Sie drücken die Türen innerhalb von Wohnungen oder Häusern automatisch zu, das hilft besonders vergesslichen Menschen. Ein einfaches Modell hat Greenweez hier.

> Heizkosten sparen: niedriges Potenzial

10. Freie Sicht auf … den Heizkörper

Nicht jede Wohnung ist ideal geschnitten, und so steht so manches Sofa vor dem Heizkörper. Das ist schlecht, denn die Heizung erwärmt die Wohnung nicht nur, indem sie Umgebungsluft aufwärmt, sie sendet auch Wärmestrahlung ab. Wird diese von Sofas, Regalen oder anderen Möbeln oder Gardinen vor den Heizungen „abgefangen“, wird es weniger gut warm.
Abhilfe schafft: Befreie deine Heizung!

> Heizkosten sparen: mittleres bis hohes Potenzial

11. Heizung früher abdrehen und so Heizkosten sparen

Wer ins Bett geht, schaltet vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch einige Zeit nach, und diese Wärme nutzt dir nicht viel. Schlauer also: Dreh eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung ab. Auch so kannst du Energie und Heizkosten sparen.

> Heizkosten sparen: niedriges bis mittleres Potenzial

12. Heizlüfter ausmustern

So mancher, der friert, behilft sich mit einem elektrischen Heizlüfter unter dem Tisch. Reiner Wahnsinn, günstig Heizen geht anders: Mit Heißluft zu heizen, ist extrem energieintensiv, denn die Geräte verbrauchen immens viel Strom und setzen ihn nicht effizient ein. Außerdem heizen sie auch nicht richtig: Nur der Luftstrom ist warm und oft friert man umso mehr dort, wo die erwärmte Luft nicht hinkommt. Gleiches gilt für Heizstrahler, die inzwischen aber selten geworden sind. Besser: wärmere Kleidung anziehen.

> Heizkosten sparen: hohes Potenzial, denn Heizlüfter sind gewaltige Stromschlucker.

Heizkosten sparen - günstig heizen
Günstig heizen: Programmierbare Thermostate wie das Rondostat HR30 von Honeywell helfen Heizkosten sparen. (Foto: © Honeywell)

13. Günstig heizen mit schlauen Thermostaten

Rüste, wo das eben geht, Heizungen mit programmierbaren Thermostaten aus. Sie können zum Beispiel in der Nacht die Temperatur automatisch auf 15 Grad senken („Nachtabsenkung“) und eine halbe Stunde vor dem Aufstehen die Temperatur wieder erhöhen. Auf diese Weise hast du jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und kannst dennoch jede Menge Heizkosten sparen. Längst gibt es auch intelligente Heizungssteuerungen, die man über Apps bedienen kann. Beispiele findest du bei** tink oder Grünspar.

> Heizkosten sparen: mittleres bis hohes Potenzial

14. Passiv heizen = günstig heizen: einfach die Jalousien runterlassen

Es sind vor allem die Fenster, durch die Gebäude ihre Wärme verlieren – auch, wenn die Fenster geschlossen sind. Abhilfe schaffen einerseits Doppelglasfenster, andererseits auch Jalousien und Rollläden. Wenn du diese im Herbst und Winter in unbenutzten Zimmern und nachts herunterlässt, erhöht das die Isolation der jeweiligen Zimmer und sorgt dafür, dass sich der Wärmeverlust auf weniger als die Hälfte reduziert. Im Zusammenspiel mit schlauen Thermostaten (siehe oben) kann das wirkungsvoll sein, abhängig natürlich auch von der Dämmwirkung der vorhandenen Fenster und der Beschaffenheit der Jalousien.

> Heizkosten sparen: mittleres Potenzial

15. Rohre isolieren

In so manchem Haus liegt das eine oder andere Warmwasser führende Stück Rohr frei und verschwendet wertvolle Wärme zum Beispiel an Kellerräume, die gar nicht beheizt werden müssen oder sollen. Für diese Fälle empfiehlt sich eine spezielle Rohrisolierung aus wärmedämmenden Naturmaterialien, die du einfach um die Rohre wickelst oder als Rohrschalen um die Rohre legst.

Ein Zusatz-Tipp von Utopia-Leser(in) smarla: Achte darauf, dass auch um die Sperrventile eine Isolierung angebracht ist, da hier ebenfalls Wärmeenergie entweichen kann.

> Heizkosten sparen: mittleres bis hohes Potenzial

16. Luft in der Heizung

Einige Heizungen arbeiten weniger effizient, als sie könnten, weil sich in ihnen Luft angesammelt hat. Hier hilft es, die Heizung zu entlüften. Im Fachhandel bekommst du einen Entlüftungsschlüssel (meist sind das simple Innenvierkantschlüssel). Die Heizung entlüften kann aber durchaus knifflig sein. Wir verraten wie’s geht:

> Heizkosten sparen: niedriges Potenzial

Mit dem Schlüssel drehst du die Entlüftungsschraube auf – den Becher zum Wasserauffangen nicht vergessen.

17. Heizkörper gegen Außenwand isolieren?

Seltsame Gemeinsamkeit der klassischen Heizkörper: Stets baut man sie an der Außenseite des Gebäudes, nicht selten unter Fenster und in speziellen Nischen, wo das Mauerwerk dünner ist. Nachträglich angebrachte Isolationsplatten oder Reflexionsfolien sollen hier den Wärmeabfluss stoppen. Aber: Sie bestehen meist aus wärmedämmendem Styropor, nicht gerade ein Naturmaterial. Auch kann es bei dieser doch etwas hemdsärmligen Art der Dämmung leicht zu Schimmelbildung kommen.

> Heizkosten sparen: mittleres bis hohes Potenzial, aber besser einen Fachmann beauftragen.

18. Gut informiert günstig heizen

Unsere Tipps können natürlich nicht jeden Einzelfall abdecken. Nicht alle Heizungen lassen sich mit Thermostaten nachrüsten, Häuser mit speziellen Heizsystemen oder Fußbodenheizungen haben spezielle Eigenheiten und so weiter. Nachtstromspeicherheizungen sind eigentlich ein No-Go und sollten ersetzt werden. Wir empfehlen zur weiteren Lektüre die Broschüren der Verbraucherzentrale-Energieberatung und von co2online sowie unseren Ratgeber Richtig heizen: die 12 besten Tipps zum Energiesparen.

> Heizkosten sparen: mittleres Potenzial

19. Heizkosten sparen durch Heiz-Check oder Energieberater

Die Website co2online bietet einen HeizCheck an, mit dem du herausfindest, ob dein Heizenergieverbrauch niedrig oder zu hoch ist. Erkennt die Seite Einsparpotenziale, hilft sie mit praktischen Hinweisen. Hinter der Website steht eine gemeinnützige Beratungsgesellschaft, deren Kampagnen vom Bundesumweltministerium gefördert werden. Hausbesitzer, aber auch Mieter, können sich für eine Gebühr ein Heizgutachten erstellen lassen, das Stärken und Schwächen analysiert und zeigt.

> Heizkosten sparen: hohes Potenzial

20. Heizkosten sparen: nicht übertreiben

Es gibt einen guten Grund, es beim Heizkosten sparen nicht zu übertreiben. Zu kalte Zimmer oder zu starke Temperaturgefälle zwischen Räumen bergen immer auch die Gefahr der Schimmelbildung, vor allem an Außenwänden und hinter Schrankwänden. Gerade im Schlafzimmer ist die Gefahr von Schimmel hoch, und gleichzeitig kann der Schimmel hier die Gesundheit besonders beeinträchtigen – nirgendwo verbringen die meisten so viel Zeit wie im Schlafzimmer. Lies deshalb auch unbedingt unseren Ratgeber Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel.

Heizkosten sparen – bringen die Tipps wirklich was?

Ja und zwar bares Geld: Jede dieser Maßnahmen bringt vielleicht nur einige Euro, aber zusammengenommen kann das mehrere Hundert Euro pro Jahr ausmachen.

Und: Günstig heizen nützt nicht nur deinem Geldbeutel, es schützt auch die Umwelt: Heizen produziert CO2-Emissionen, die wiederum verändern das Weltklima. Wenn wir nicht anfangen, bewusster und sparsamer zu heizen, haben wir vielleicht bald drängendere Probleme als kalte Füße.

Wie ihr auch an anderer Stelle Geld sparen könnt und der Umwelt etwas Gutes tut, erfahrt ihr in unserem Artikel: Strom sparen: 15 Tipps für den Haushalt

Habt ihr noch Ideen, wie sich Heizkosten sparen lassen? Gebt eure persönlichen Tipps und Favoriten zum günstig Heizen einfach als Kommentare ab!

Weiterlesen auf Utopia:

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. Das sind aber nur Tipps für Heizkörper. Für Fußbodenheizung sind die aber leider nicht geeignet, da diese Heizung viel länger braucht , um zu reagieren. Wenn mir plötzlich zu warm oder zu kalt ist, nützt es nichts, den Thermostat runter bzw. rauf zu drehen. Den Unterschied merke ich dann erst Stunden später. Das ist leider der einzige Nachteil für Fußbodenheizungen. Da muss man halt das Fenster aufreissen, wenns zu warm ist oder was anziehen, wenns zu kalt ist.

  2. wenn man einen eher kühlen Raum nur für kurze Zeit sitzend nutzt, dann kann man sich mit einer Wärmflasche wärmen, anstatt den ganzen Raum für die kurze Zeit zu heizen.

  3. Das Abdrehen von Heizkörpern in der Nacht ist nicht unbedingt eine Energiesparmaßnahme. Speziell bei massiven Altbauten mit dicken Wänden ist eine konstante, gleichmäßige Beheizung energieparender. Eine sehr gute Energiesparmaßnahme ist der Einbau von Wandheizungen oder Fußleistenheizkörpern.
    Dies spart in weniger gedämmten Altbauten bis zu 30% der Heizkosten. Allerdings gilt auch da: Keine Nachtabsenkung.
    Wand und Fußleistenheizungen sind Strahlungsheizungen, sie erwärmen den Baukörper und nicht die Luft. Bei einer Strahlungsheizung muß man die sog. Lüftungswärmeverluste durch undichte Stellen lange nicht so fürchten wie bei den üblichen Konvektoren-Heizkörpern. Sprich, mit Strahlungswärme beheizte Gebäude verlieren nicht so viel Wärme wie mit Konvektionswärme beheizte Gebäude. Ich bin immer wieder überrascht, dass dieses Wissen immer noch nicht zum Allgemeingut geworden ist, zumal es schon seit 40 Jahren bekannt ist. Zumal Strahlungswärme viel behaglicher und gesünder ist.
    Der effektivste Tipp zum Energiesparen fehlt hier: Einbau eines Holzofens. – Oder auch Gasofens, falls Holzöfen in Großstädten nicht erlaubt sind. Auf jeden Fall ein Ofen, der Strahlungswärme abgibt. Denn dort kann man sich richtig auf- und durchwärmen und braucht im Rest der Wohnung nur noch 18-20 Grad.
    Ich selbst wohne in einem Bruchsteinhaus mit ungedämmten Aussenwänden, aber Strahlungsheizung (nur Temperierung, nicht Wandflächenheizung) . Wo man rechnerisch mindestens 250 kwh/qm/Jahr bräuchte, brauche ich 100-115 kwh/qm/Jahr, bei ca. 21 Grad Raumtemperatur. Auch bei Bauherrn ist das so, deren Häuser ich saniert habe. Die Werte sind gemessene Werte, per Wärmemengenzähler, da wir regenerative Nahwärmeversorgung haben. Bei Wärmeversorgung per Kraft-Wärmekopplung werden viele übliche Energiespartipps übrigens häufig obsolet, da in der Regel bei der Stromerzeugung mehr Wärme erzeugt als benötigt wird. Man könnte viel giftiges Styropor und viel Geld sparen, wenn die Energieerzeugung besser koordiniert würde….ich empfehle auch eher die Beratung durch einen erfahrenen Architekten als durch Energieberater. Ein Gebäude ist fast so komlex wie ein Lebewesen, es gibt keine einfachen Lösungen, die uns leider die Dämmstoffindustrie oft vormacht. Die vielen nach Sanierungen verschimmelten Altbauwohnungen sind der beste Beweis dafür.

  4. Hallo Sabine, Wandflächenheizung scheint interessant zu sein, wegen der geringen Vorlauftemperatur. Aber leider sicherlich mindestens so träge wie Fußbodenheizungen. oder? Bei solchen Heizungssystemen ist die Temperaturabsenkung bei Nacht vermutlich tatsächlich fragwürdig. Aber bei konventionellen Heizungen m.E. doch sinnvoll.
    Ich habe leider aber auch schon erlebt, dass Fußbodenheizungen von Seiten der Installateure schlecht eingestellt wurden. Ventile schlossen nicht ganz und so wurde den ganzen Sommer kontinuierlich weitergeheizt. Die Mieter dachten, die hohe Raumtemperatur läge an der guten Dämmung und der Südsonne. Man fühlt ja nicht, ob der Boden gerade leicht beheizt wird. Bei einem konventionellen Heizkörper würde man so eine Fehleinstellung bemerken.

  5. Schön ausführlicher Artikel, danke! Die immer wieder diskutierte Heiztemperaturabsenkung in nicht genutzten Zeiten wäre vielleicht mal einen eigenen Artikel wert oder? Aus meiner Sicht absolut sinnvoll, aber es gibt immer wieder Leute, die die Einsparung in Frage stellen. Könntet Ihr vielleicht mal Expertenkreise befragen?
    Als ergänzenden Tipp hätte ich noch, dass bei längerer Abwesenheit (Wochenende, Urlaub..) die Temperatur auch zB auf 5° abgesenkt werden kann. Je länger die Abwesenheit, desto sinnvoller. Damit der Frostschutz gewährleistet ist, aber besser nicht drunter und zudem kein Heizungsventil auf „null“ schalten. Wenn man jemanden hat, der 1 Tag vor der Rückkehr die Heizung wieder auf „normal“ hochdreht, umso komfortabler.
    Bei Schimmelproblematik kann ich ein Hygrometer empfehlen. An der kältesten Stelle aufhängen (Außenwand) und bei >65% stoßlüften.

  6. Das mit der Nachtabsenkung hat ganz viel zu tun mit der Bauweise des Gebäudes. Hat man ein schweres, massives Gebäude aus Bruchstein oder massivem Ziegel mit 50 cm Aussenwänden, wie das bei Altbauten häufig der Fall ist, macht eine Temperaturreduktion über Nacht, oder sogar übers Wochenende nicht viel Sinn. Um die zig Tonnen Gewicht nach einer Auskühlung wieder auf Temperatur zu bringen, braucht es sehr viel mehr Energie, als ein warmes Gebäude auf Temperatur zu halten. Es ist auch zu berücksichtigen, dass ein kaltes Gebäude schneller durchfeuchtet und die Feuchtigkeit rausheizen braucht auch Energie. Trockene Bauteile dämmen um ein Vielfaches besser. Das ist auch der Grund, warum Wandheizungen so viel sparsamer sind. Träge ja, aber wenn man ein ausgewogenes Verhältnis von Fenstern zu Speicherflächen hat, gleichen die Speicherflächen Temperaturschwankungen aus.

    Zur obigen Frage: Heizung reduzieren auf 5 Grad Raumtemperatur in nicht genutzten Zeiten kann man bei neuen Gebäuden machen, lohnt sich vermutlich aber auch erst ab Leerstand von 1 Woche. Bei schweren Altbauten kann es bis zu 4 Wochen dauern, bis das Gebäude wieder warm ist, nachdem es ganz ausgekühlt war. Als in meinem Altbau mitten im Winter die neue Holzzentralheizung anlief, hat es wochenlang gedauert, bis die Raumtemperatur von ca. 4 Grad auf 20 Grad geklettert war, und ich denke noch mit Schaudern daran, wieviel Holz es gebraucht hat. Es war natürlich noch viel Baufeuchte im Haus, aber neue Türen, Fenster, und gedämmte obere Geschossdecke. Es dauert übrigens auch länger als eine Woche, bis so ein Gebäude ausgekühlt ist, selbst bei Dauerfrost.
    Anders ist es bei Leichtbauweisen, Holzständer, etc. oder bei Gebäuden mit Innendämmung. Die heizen sich sehr schnell auf, und dann kann man auch reduzieren. Diese Frage ist also auf keinen Fall pauschal zu beantworten.

    Flächenheizungen werden in der Tat leider von den Installateuren viel zu groß ausgelegt, dann hat man nicht so hohe Einsparungen oder sogar gar keine. Ich spreche von Temperierung nach Großeschmidt, d.h. es sind nur wenige Rohre in Wand und Fußboden, aber die werden kontinuierlich beheizt.
    Im übrigen laufen Heizungen meistens auch im Sommer wenn die Aussentemperatur unter 18 Grad fällt, denn des Heizungsbauer größte Sorge ist, dass der Bauherr frieren könnte. Nur mit Ausschalten kann man Abhilfe schaffen.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.