Ist Lakritz gesund? So viel darfst du essen

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Wie gesund ist Lakritz wirklich? Erfahre hier, welche Nebenwirkungen die schwarze Leckerei haben kann, wie viel du naschen darfst und warum Lakritz dennoch gut für deinen Körper sein kann.

 

Lakritz schmeckt aufgrund seines unverwechselbaren herb salzigen Geschmacks nicht jedem. Wer es mag, kann nur schwer genug davon bekommen. Besonders in Norddeutschland und Skandinavien ist die schwarze Süßigkeit beliebt. Doch zu viel Lakritz ist nicht gesund.

Das sogenannte Rohlakritz entsteht in einem aufwändigen Verfahren aus den Wurzeln der Heilpflanze Süßholz. Die Hülsenfrucht wächst im Mittelmeerraum und in mittelasiatischen Ländern. Gemischt mit Zucker, Glukosesirup, Mehl, Kartoffelstärke, Aromen und manchmal Salmiak entstehen aus dem zähen schwarzen Grundstoff verschiedenste Variationen und Geschmacksrichtungen.

Gesundes Lakritz: Verwendung als Medizin

Aus der Süßholzwurzel ist die Grundzutat für Lakritz
Aus der Süßholzwurzel ist die Grundzutat für Lakritz (Foto: CC0 / Pixabay / Kundenpfadfinder)

Lakritz war zunächst eine Medizin, bevor es zur uns bekannten Süßigkeit wurde. Römer, Griechen und Ägypter schätzten die gesunde Wirkung von Lakritz und nutzten den Pflanzensaft gegen Erkältungs-, Lungen und Magenerkrankungen.

Lakritz kann also gesund sein und wird auch heutzutage noch medizinisch verwendet, häufig als Bestandteil von Hustensäften. Forscher gehen davon aus, dass die Süßholzwurzel eine heilsame Wirkung bei Entzündungen hat, Magensäure vermindert und Schleim aus den Bronchien löst. Eine Übersichtsarbeit iranischer Forscher von der University of Medical Science schreiben der Süßholzwurzel eine ganze Reihe von Effekten auf den Körper zu:

  • schleimlösend
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • antiviral
  • antioxidativ
  • beruhigend auf die Magenschleimhaut

Eine Studie am National Defense Medical College in Japan kommt zu dem Schluss, dass Glycyrrhizinsäure wahrscheinlich die Genesung von Infektionen der oberen Atemwege beschleunigen kann. Die Säure wird von der Pharmaindustrie als Rohstoff für neuartige Medikamente genutzt, unter anderem zur Therapie von HIV und der Infektionskrankheit SARS.

Zu viel Lakritz ist ungesund

Ist Laktritz gesund? Zu viel kann zu Bluthochdruck führen
Ist Laktritz gesund? Zu viel kann zu Bluthochdruck führen (Foto: CC0 / Pixabay / tomwieden)

Die Glycyrrhizinsäure ist gleichzeitig dafür verantwortlich, dass das Naschen zur Belastung für deine Gesundheit werden kann. Die US-amerikanische Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA warnte 2017 offiziell davor, dass zu viel Lakritz nicht gesund ist.

Die Folgen von zu viel Lakritz:

  • Mit Glycyrrhizin wird Kalium ausgeschieden und die Aufnahme von Natrium und Wasser steigt. Das kann Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen hervorrufen.
  • Lakritz senkt den Testosteronspiegel, wodurch es zu vorübergehenden Potenzstörungen kommen kann.
  • Zu viel Lakritz kann zu Wassereinlagerungen und Ödemen führen.
  • In der Schwangerschaft kann Lakritz die Entwicklung des Embryos negativ beeinflussen. Ausführliche Infos bekommst du in diesem Artikel: Lakritz in der Schwangerschaft: Das solltest du beachten.
  • Glycyrrhizin kann bei übermäßigen Konsum die Wirkung von einigen Medikamenten verändern.

Besonders Menschen über 40 und mit Vorerkrankungen rät die FDA zur Vorsicht. Für sie ist zu viel Lakritz besonders ungesund.

So viel Lakritz ist gesund

Süß und Bund: Kinderlakritz ist eine beliebte Süßigkeit
Süß und Bund: Kinderlakritz ist eine beliebte Süßigkeit (Foto: CC0 / Pixabay / Shirley810)

Lakritz ist gesund, wenn du es in Maßen zu dir nimmst. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, unter 100 Milligram Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen und regelmäßigen Lakritzkonsum zu vermeiden. Daher solltest du nicht mehr als 50 Gramm Kinderlakritz pro Tag essen. Das entspricht etwa einem Viertel einer handelsüblichen Packung.

Besonders aufpassen solltest du bei Lakritz, welches als „Extra starkes Erwachsenenlakritz“ oder „kein Kinderlakritz“ gekennzeichnet ist. Diese Produkte haben einen deutlich höheren Anteil Glycyrrhizinsäure und sind meist mit Salmiaksalz versetzt, was den Blutdruck zusätzlich erhöhen kann. Hiervon solltest du höchstens fünf Gramm am Tag essen. Personen mit Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen sollten generell auf Lakritz verzichten.

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(1) Kommentar

  1. Vor einigen Jahren habe ich wirklich gerne Lakritze gegessen, nie übermäßig viel, aber doch gerne. Das hat sich lustigerweise total verändert mit den Jahren, heute finde ich es wirklich nicht mehr lecker und würde es auch nicht mehr freiwillig essen, finde allein den Geruch merkwürdig!