Wenn du nach einer umweltfreundlichen und pflegeleichten Alternative zu Standardrasen suchst, könnte ein Kleerasen genau deinen Vorstellungen entsprechen. Mehr zu seinen Vorzügen liest du hier.
Normaler Rasen ist ein Klassiker im Garten, hat aber auch einige Nachteile. Zum einen macht er viel Arbeit: Du musst ihn regelmäßig gießen, schneiden und düngen, damit du lange etwas von ihm hast. Im Gegensatz dazu ist ein Kleerasen wesentlich genügsamer und hat gegenüber dem normalen Grasrasen auch noch einige andere Vorteile.
Was ist ein Kleerasen?
Wie der Name deutlich macht, handelt es sich bei einem Kleerasen nicht um eine Rasenfläche aus Gras. Stattdessen wächst darauf normalerweise Weiß- oder Mikro-Klee. Manchmal besteht ein Kleerasen auch nicht nur aus Klee, sondern aus einer Mischung von Gras und Klee.
Kleerasen birgt im Vergleich zum klassischen Grasrasen einige ökologische Vorteile für den Garten und ist als besonders nachhaltige Alternative zum üblichen Rasen bekannt.
Die Vorteile von Kleerasen
Grasrasen ist pflegeintensiv und bietet wenig Nahrung für Insekten. Im Kontrast dazu hat Kleerasen einige Vorteile. Die wichtigsten davon fasst die Haus-und-Garten-Seite Marthastewart.com zusammen:
- Kleerasen braucht weniger Wasser als normaler Rasen.
- Zudem gedeiht Rasen aus Klee auch ohne viel Dünger.
- Klee bindet Stickstoff im Boden. Dadurch versorgt er sich nicht nur teilweise selbst, sondern verbessert auch die allgemeine Bodenqualität.
- Kleerasen ist perfekt für einen insektenfreundlichen Garten, denn die Blüten des Klees stellen eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten dar.
- In einem Kleerasen haben einige Unkräuter und Moos laut Öko-Test kaum eine Chance zum Gedeihen.
- Ein Rasen aus Klee sieht auch optisch ansprechend aus. Die dichte, weiche Fläche ist trittfest und bleibt ohne viel Arbeit lange schön.
- Die Umstellung auf Kleerasen ist simpel: Du kannst den Klee auch einfach unter das bestehende Gras mischen.
Wie du einen Kleerasen selbst anlegst
Die beste Zeit, deinen Kleerasen auszusäen, ist der Spätsommer oder Herbst. Wir erklären dir, wie die der Umstieg auf Kleerasen in wenigen Schritten gelingt.
Das brauchst du:
- Kleesamen (ungefähr 100-200 Gramm für einen durchschnittlichen Gartenrasen oder etwa ein Kilogramm pro 4.000 Quadratmeter)
- Kalkgranulat oder Katzenstreu aus Ton
- Streuwagen (Rotationssteuer)
So legst du deinen Kleerasen an:
- Mische die Samen: Vermenge die Kleesamen mit einem Füllstoff (das ist das Kalkgranulat oder das Ton-Katzenstreu). Dadurch wird die Mischung schwerer und du kannst sie leichter gleichmäßig verteilen.
- Befüll den Streuwagen mit der Samenmischung.
- Beginne mit dem Aussäen: Starte dafür am Rand der Rasenfläche und verteile die Samen in gleichmäßigen Bahnen. Arbeite dich am besten von der längsten zur kürzesten Seite des Gartens vor.
Tipp: Wenn du die Aussaat vor einem Regenschauer durchführst, ersparst du dir zusätzliches Gießen. Klee braucht zum Keimen am besten feuchten Boden.
Tipps von Expert:innen
Gegenüber Marthastewart.com geben Rasenexperten noch weitere Tipps rund um deinen Kleerasen:
- Beim Umstieg auf gemischten Kleerasen musst du das Gras, das vorher dort wuchs, nicht komplett entfernen. Klee kannst du ganz einfach über dem Gras aussäen. Er wird sich von ganz allein Lücken und passende Stellen zum Wachsen suchen und diese ausfüllen.
- Wenn du einen reinen Kleerasen haben möchtest, solltest du den Grasrasen aber vorher etwas ausdünnen. Ein guter Zeitpunkt, um einen reinen Kleerasen zu säen, ist zum Beispiel nach dem Vertikutieren oder Aerifizieren des Rasens.
Wie lange dauert es bis zum fertigen Kleerasen?
Weißklee keimt meist in etwa vier Wochen. Dass du zunächst noch keinen Klee siehst, ist normal, denn am Anfang wachsen erst einmal die Wurzeln. Die typischen Kleeblätter kommen dann später.
Wichtig ist laut den zuvor zitierten Rasenexperten, dass du deinen Kleerasen mindestens 60 Tage vor dem ersten Frost aussäst, damit der Klee den Winter gut übersteht. Über mehrere Saisons wird dein Kleerasen dann immer dichter und ebenmäßiger. Du brauchst also zunächst etwas Geduld, aber es lohnt sich.
So pflegst du deinen Kleerasen
Bei der Pflege deines Kleerasens kannst du folgende Punkte beachten, damit er gesund wächst und lange schön bleibt:
- Beachte beim Zeitpunkt der Aussaat unbedingt die oben erklärten Hinweise.
- Kombiniere Klee und Gras. Die Kombination mit bestimmten schwachwüchsigen Gräsern wie Schwingelarten bewirkt, dass dein Klee besonders gut und schnell gedeiht.
- Vermeide Unkrautvernichter. Viele Herbizide schädigen nämlich auch den Klee. Unkraut im Kleerasen solltest du also am besten per Hand entfernen. Wie du richtig Unkraut jätest, kannst du hier nachlesen: Unkraut jäten: Tipps und was du beachten solltest.
- Öko-Test empfiehlt, einen Kleerasen im Sommer einmal wöchentlich zu mähen, wenn du vermeiden willst, dass er zu blühen anfängt. Die Blüten sind zwar gut für Bienen und andere Insekten – wenn du kleine Kinder hast, kann es aber sinnvoll sein, die Blüten im Garten zu reduzieren, damit die Bienen keine Gefahr für die Kinder darstellen.
- Es genügt, deinen Kleerasen einmal in der Woche zu gießen. Vertikutieren oder düngen ist nicht nötig.
- Wenn er Blüten ausbildet, sät der Kleerasen sich sogar selbst aus und vermehrt sich somit von allein.