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Dieses Bio-Kopfkissen „Made in Germany“ räumte bei Öko-Test ab

Kopfkissen bei Öko-Test
Produkte: Öko-Test; Hintergrund: CC0/Pixabay

Ein in Deutschland gefertigtes Naturkissen von Dormiente stach beim Kopfkissen Öko-Test 2020 besonders hervor und ist immer noch erhältlich. Utopia zeigt dir die Testsieger und klärt über die Unterschiede zwischen Synthetik- und Natur-Kopfkissen auf.

Bei der Wahl des richtigen Kopfkissens spielen vor allem Form, Größe und Material eine Rolle – das zeigte der letzte Kopfkissen-Test von Öko-Test aus dem Jahr 2020. Die Verbraucherschützer:innen hatten dafür 20 Kopfkissen in der Größe 80 x 40 Zentimeter auf gesundheits- und umweltschädliche Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Zudem wurden die Kissen mehrfach in die Waschmaschine gesteckt. Unter anderem holte ein Bio-Kopfkissen von Dormiente die Bestnote „sehr gut“, alle Details zum Modell findest du hier in der Testsieger-Übersicht.

14 der Kopfkissen hatten eine synthetische Füllung, sechs Kissen waren mit Naturmaterialien wie Bio-Baumwolle oder Naturlatex gefüllt. Utopia empfiehlt letzteres: Im Gegensatz zu synthetischen Materialien, die auf Erdöl basieren, können solche Naturmaterialien aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Oft enthalten sie zudem weniger Schadstoffe.

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Kopfkissen aus nachwachsenden Rohstoffen sind umweltfreundlicher als solche aus Kunststoff. (Foto: CC0 / Pixabay / manbob86)

Kopfkissen-Testsieger bei Öko-Test 2020

Utopia-Empfehlung: Dormiente Flexopillo Med aus Naturmaterialien

Das Dormiente Flexpopillo Med war zum Erscheinungsdatum des ursprünglichen Tests von Öko-Test mit der Note „gut“ ausgezeichnet worden. Damit war es zunächst kein Kopfkissen-Testsieger. Im Juni 2020 korrigierte Öko-Test diese Bewertung nach oben. So hätten optische Mängel der Bezüge das Gesamturteil im ursprünglichen Test zu negativ beeinflusst. Die Gesamtnote wurde in der Folge auf ein „sehr gut“ korrigiert, was neben dem Flexopillo Med nur das Kronborg Beerenberg (siehe nächster Abschnitt) erreichen konnte.

Im Gegensatz zu diesem besteht das vegane Dormiente-Kissen jedoch zum Großteil aus nachwachsenden Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Herstellung erfolgt in Deutschland. Deshalb ist der Kopfkissen-Testsieger von Dormiente auch die Utopia-Empfehlung.

Kopfkissen Öko-Test: Testsiegerkissen Flexopillo Med von Dormiente
Kopfkissen Öko-Test: Testsiegerkissen Flexopillo Med von Dormiente (© Dormiente)
  • Erhältliche Größen: 40 x 60 cm oder 40 x 80 cm
  • Waschbar: ja, Bezug und Kern separat waschbar bis 60 Grad im Schonwaschgang
  • Außenbezug: Hanf-Strick-Bezug (52% Hanf, 28% Baumwolle (kbA), 20% Lyocell (Tencel)
  • Innenbezug: 100 % Baumwolle (kbA)
  • Füllung: 100 % Naturkautschuk
  • Vegan: ja

Kaufen: ab ca. 93 Euro bei Belama oder Amazon

Jysk Kronborg Beerenberg aus Synthetik

Das Modell Kronborg Beerenberg von Jysk (ehemals unter der Marke „Dänisches Bettenlager“ bekannt), erhielt ebenfalls ein „sehr gut“. Die Tester:innen bemängelten darin lediglich unnötige optische Aufheller, die die Umwelt belasten können. Die Füllung des Kissens besteht komplett aus Synthetik, lediglich der Bezug ist aus Baumwolle gefertigt.

Jysk Kronborg Beerenberg Kissen-Testsieger bei Öko-Test
Jysk Kronborg Beerenberg Kissen-Testsieger bei Öko-Test (© Jysk)
  • Erhältliche Größen: 40 x 80 cm oder 80 x 80 cm
  • Waschbar: ja, 60 Grad Feinwäsche
  • Bezug: 100 % Baumwolle
  • Füllung: 100 % Polyester
  • Vegan: keine Angabe

Kaufen: für ca. 45 Euro bei Jysk

Kissen im Test: Ikea mit schlechtem Schadstoff-Ergebnis

Was bedenkliche Inhaltsstoffe betraf, schnitt ausgerechnet ein Ikea-Produkt am schlechtesten ab: Im Kissen Skogsfräken wurde (wie auch in einigen anderen Kissen) Antimon gemessen. Antimon ist ein giftiges Halbmetall, das nicht eingeatmet werden darf und die Haut reizen kann. Antimonrückstände bilden sich bei der Polyester-Herstellung. Bei Naturmaterialien ist Antimon deshalb kein Thema.

Außerdem fand das Labor sogenannte halogenorganische Verbindungen in dem Ikea-Kissen: Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Stoffen, die Allergien auslösen können.

Kissen aus Naturmaterialien oder Synthetik? Die Vor- und Nachteile

Naturkissen haben gegenüber Kunststoff-Kissen den Vorteil, dass sie kein Antimon enthalten können, nicht auf Basis von Erdöl hergestellt werden und beim Waschen kein Mikroplastik freisetzen. Allerdings lässt sich die Füllung von Naturkissen oft nicht so einfach waschen. Für sein Testsieger-Kopfkissen empfiehlt Dormiente daher etwa, Bezug und Kissen separat zu waschen. Synthetik-Kissen gelten hingegen als einfacher waschbar und daher auch für Allergiker:innen gut geeignet. Ergänzt werden muss außerdem, dass Kopfkissen mit Naturfüllung im Schnitt teurer sind als solche mit Polyester-Inhalt.

Wie oft neue Kopfkissen kaufen?

Öko-Test versucht im Test auch, die Frage zu beantworten, wie oft man sich eigentlich ein neues Kopfkissen kaufen sollte. Dabei ist die Antwort gar nicht so einfach. Denn: Die Angaben der Hersteller dazu, in welchem Zeitraum ein Kopfkissen aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden sollte, reichen von „alle zwei Jahre“ bis zu „alle zehn Jahre“, so die Tester:innen.

Die Haltbarkeit eines Kissens hängt auch davon ab, wie oft man das Kissen wäscht, auslüftet und nachts mit Schweiß oder Speichel benetzt. Vorläufiges Öko-Test-Fazit: Die Entscheidung, wann ein neues Kissen ansteht, ist sehr individuell.

Alle Ergebnisse: Öko-Test hat die Testergebnisse erstmalig in der Ausgabe 10/2022 veröffentlicht, sie sind auch im Jahrbuch für 2023 abrufbar.

Mitautorin: Nadja Ayoub

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