Läuse erkennen und bekämpfen: Darauf musst du achten

Affen Läuse
Foto CC0 pixabay

Vor allem in Kindertagesstätte und Grundschule gibt es immer wieder Läuse. Doch die sind alles andere als leicht zu erkennen. Damit die kleinen Tierchen sich nicht allzu schnell innerhalb der Familie, der Schule oder des Kindergartens verbreiten, muss ein Lausbefall schnell behandelt und gemeldet werden. Folgende Dinge solltest du beachten, wenn du Läuse erkennen und bekämpfen möchtest.

Geht dein Kind in eine öffentliche Einrichtung wie Kindergarten oder Kindertagesstätte, musst du unter Umständen nachweisen, das Kind nach einem Läusebefall behandelt zu haben, bevor es wieder in die Einrichtung darf. Mitunter reicht die Bestätigung der Sorgeberechtigten nicht aus und ein ärztliches Attest wird verlangt.

Läuse erkennen: Nissen von Schuppen unterscheiden

Kopflaus erkennen
Kopfläuse lassen sich nicht immer so leicht erkennen. (Foto CC0 pixabay)

Kopfläuse sind bei frühem Befall nur schwer zu erkennen. Das häufigste Symptom ist Juckreiz. Lebendige Läuse sieht man anfangs allenfalls zufällig, zum Beispiel wenn beim Kämmen eine Laus vom Kopf fällt. Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind aber Lauseier, die sogenannten Nissen, die als weiße Punkte in der Nähe der Kopfhaut zu sehen sind.

  • Um diese ovalen Lauseihüllen eindeutig von normalen Hautschuppen unterscheiden zu können, kannst du mit deinem Fingernagel am Haar entlang streifen. Bleibt die weißliche Hülle kleben und ist schwer zu entfernen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Überbleibsel der geschlüpften Kopflaus.
  • Auch der Fundort der vermeintlichen Lauseier kann ein Indiz für einen Befall sein: Kopfläuse befinden sich vor allem an den Haaren hinter den Ohren, den Schläfen und im Nacken. Sind die Nissen weiter als circa einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, deutet dies eher auf einen älteren Befall hin. Es kann dann sein, dass es nur noch tote oder leere Nissen sind, die auch nach einer Behandlung noch wochenlang an den Haaren kleben bleiben können.
  • Mithilfe eines Vergrößerungsglases solltest du bei einem Lausverdacht systematisch die Kopfhaut absuchen und vor allem nach den besser erkennbaren Lauseiern Ausschau halten. Die entwickelten Läuse haben sich nämlich in ihrem Aussehen sehr an ihren Wirt angepasst.

Kopfläuse mit dem Lauskamm finden

Die geschlüpften Parasiten sind leichter mit einem speziellen Lauskamm (z.B. bei** Amazon) im Haar zu finden. Das Gesundheitsamt empfiehlt, die Haare zuvor mit Pflegespülung zu behandeln, diese anschließend aber nicht auszuwaschen: Die flinken Tierchen können wegen der Spülung nicht weglaufen. Dann mit einem Lauskamm jede Strähne von der Kopfhaut bis in die Spitzen auskämmen und nach jeder Strähne den Kamm auf einem Wattepad oder weißen Papiertuch abstreifen. So findet man die Nissen am ehesten, eventuell auch lebendige Läuse.

Therapie: empfohlene Läusemittel bei Befall

Eine Behandlungsmethode ist die mechanische Entfernung mit Hilfe eines Lauskamms. Hierbei sollte mehrere Wochen lang mindestens zwei Mal pro Woche das gesamte angefeuchtete Haar ausgekämmt werden. Dieses Vorgehen entfernt geschlüpfte Läuse wie auch Lauseier, muss allerdings wirklich konsequent durchgeführt werden, um jegliche Parasiten zu entfernen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher zusätzlich die Behandlung mit chemischen und physikalischen Mitteln wie Läuseshampoos oder Hautölen: Lokal am Kopf wirkende Insektizide und auf Mineralöl oder Silikon basierende Mittel sind die derzeit wirklich wirksamen und anerkannten Methoden bei Lausbefall – auch wenn diese bei der normalen Haarwäsche tunlichst vermieden werden sollten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat eine Liste anerkannter Mittel zusammengestellt, die bei Kopflausbefall angewandt werden sollten. Folgende Vorgehensweise wird empfohlen:

Tag 1: Läusemittel anwenden und Haare nass auskämmen
Tag 5: Haare nass auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu beseitigen
Tag 8, 9 oder 10: wieder mit dem Läusemittel behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten
Tag 13: Nass auskämmen und kontrollieren
Tag 17: letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen

Lausbefall mit Kokosöl bekämpfen

Läuse mit Kokosöl bekämpfen
Kokosöl wirkt als natürliches Läusemittel (Foto: Pixabay, CCO)

Wenn dein Kind nicht in eine öffentliche Einrichtung geht, welche eine chemische Behandlung des Läusebefalls verlangt, kann Kokosöl** eine willkommene natürliche Behandlungsmethode sein. Dieses musst du auf das Haar auftragen und nach etwa zehn Minuten Einwirkzeit mit einem normalen Shampoo ausspülen. Dieses Vorgehen sollte ein bis zwei Wochen lang jeden Tag wiederholt werden. Mit Hilfe des Kokosnussöls werden die Tracheen der Läuse verstopft, wodurch diese ersticken und absterben. Auch die Nissen lassen sich durch das Einölen der Haare in Kombination mit einem Läusekamm leicht entfernen.

Kokosöl ist übrigens vielseitig in seiner Anwendung, du kannst damit zum Beispiel auch dein eigenes Deo herstellen.

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