Deo selber machen – so einfach geht’s

Deo selber machen
Foto: Utopia/vs

Wer fertigen Deodorants nicht traut, kann ganz leicht sein Deo selber machen – mit einfachen Zutaten und ohne große Vorkenntnisse. Im Prinzip brauchst du nur Natron, Wasser und ätherisches Öl.

Willst du Deo selber machen, brauchst du nur ein wenig Geschicklichkeit und Geduld. Hilfreich sind auch Experimentierfreude und Durchhaltevermögen, denn nicht immer klappt es beim ersten Mal perfekt. Wichtig: Wer sich gesund ernährt und regelmäßig wäscht, benötigt meist kein hartes „Antitranspirant“. Wer ohne Anstrengung oder Hitze unnatürlich viel schwitzt, sollte einen Arzt konsultieren.

Deo selber machen: die Zutaten

Als Deo-Wirkstoff dient in vielen Rezepten simples Natron (Natriumhydrogencarbonat NaHCO3, nicht jedoch Soda oder Natronlauge Na2CO3), das man in der Apotheke, in Drogerien und auch im Supermarkt („Kaiser Natron“) in Lebensmittelqualität kaufen kann. Das weiße, kristalline Pulver neutralisiert Gerüche und wirkt zudem basisch, es neutralisiert also Säuren – hier die Fettsäuren der Haut.

Als zweites benötigt man eine Trägersubstanz, um das Deodorant aufzutragen, sowie eine Verpackung dafür. Selbstgemachte Deodorants in flüssiger Form lösen das Natron in Wasser, man kann sie zum Beispiel in gebrauchte, sorgfältig gereinigte Spray-Flaschen oder Deo-Roller füllen. Leere Spray-Flaschen gibt es auch in der Apotheke für wenig Geld – einfach mal nachfragen.

Leichter selber machen kannst du Deodorants in Form einer Creme, die man einfach in Dosen oder Gläsern aufbewahrt und mit den Fingern auf die Haut aufträgt. Bio-Kokosfett** zum Beispiel hat einen relativ niedrigen Schmelzpunkt: Eine damit hergestellte Deocreme ist, im Kühlschrank aufbewahrt, noch streichfest, wird in der Achsel aber nahezu flüssig und pflegt ganz nebenbei. Keine Sorge: Raffiniertes beziehungsweise desodoriertes Kokosöl riecht nicht nach Kokos.

Deo selber machen mit Kokosöl
Gut zu wissen, wenn du dein Deo selber machen willst: Kokosfett wird bei Zimmertemperatur weich. (Foto: Pixabay, CCO)

Einige Blogger haben auch ganz findige Rezepte für selbst gemachte Deo-Sticks entwickelt. Dabei wird das Kokosfett mit simpler Stärke (Kartoffeln, Mais und anderes) sowie veganen oder nicht veganen Wachsen gebunden. Auf diese Weise lassen sie sich auch außerhalb des Kühlschranks nutzen. Die Stärke verstopft die Schweißporen, wirkt hier also ähnlich wie die berüchtigten Aluminiumsalze, nur ohne bislang bekannte Nebenwirkungen.

Ätherische Öle wie Lavendel-, Limetten- oder Salbei-Öl unterbinden (in Grenzen) die Transpiration, wirken teils desinfizierend, teils sorgen sie einfach nur für einen guten Geruch. Sie sind mit am problematischsten, weil sie erstens nicht in hoher Konzentration auf die bloße Haut aufgetragen werden dürfen, zweitens je nach Benutzer auch allergen wirken können. Ganz allgemein raten wir dazu, hochwertige ätherische Öle zu verwenden und auch hier darauf zu achten, dass es sich um Bio-zertifizierte Öle handelt.

Weitere Zutaten wie Teebaumöl können zusätzlich antiseptisch und konservierend wirken. Weitere Öle und Fette wie Shea-Butter oder Jojoba-Öl wirkend bindend und pflegend, gleiches gilt für Aloe-Vera-Gel.

Deo selber machen: das Utopia-Rezept

Diese Eigenproduktion besteht aus Natron, hochwertigem Lavendelöl und abgekochtem lauwarmem Wasser; die Sprühflasche haben wir aus der Apotheke.

Wenn du mit unserem Rezept in wenigen Minuten dein Deo selber machen willst, brauchst du folgende Mengen:

  • 2 TL Natron
  • 10-12 Tropfen Lavendelöl (gibt es z. B. im Avocado Store** oder im Reformhaus)
  • 100 ml abgekochtes, lauwarmes (!) Wasser
  • 1 leere Sprühflasche
  • ggf. einen Trichter

Deo selber machen: so geht es

Hast du alle Zutaten beisammen, vermischst du lediglich Wasser, Natron und Lavendelöl gut miteinander. Dann füllst du die Deodorant-Mischung in die Sprühflasche um – fertig ist dein selbstgemachtes Deo ohne Aluminium! Du kannst natürlich auch statt Lavendel andere ätherische Öle verwenden. Achte darauf, dass sie in hochwertiger Bio-Qualität sind und dass du nicht allergisch darauf reagierst. Probiere vorsichtshalber das DIY-Deodorant an einer nicht so empfindlichen Körperstelle aus. Lavendelöl lässt sich übrigens gut mit den Ölen von Bergamotte, Muskatellersalbei und Bitterorange mischen.

Mit einem Trick kannst du vorher testen, wie gut die Qualität deines ätherischen Öls ist. Gib dafür einen Tropfen Öl auf ein Blatt Papier und warte, bis es verdunstet. Ist es von guter Qualität, bleibt kein öliger Fleck zurück.

Deo selber machen: hilfreiche Blogger-Rezepte

  • Auf schwatzkatz.com gibt es nicht nur eine, sondern gleich mehrere Anleitungen, wie du Deo selber machen kannst. „Mein persönlicher Favorit ist das Deo-Puder„,  sagt Bloggerin Jasmin Schneider. „Es ist günstig, funktioniert wirklich extrem gut und ist auch nicht schwer zu machen.“ Ihre leicht verständlichen Anleitungen bieten Rezepte, Einkaufshinweise und Fotos zum Beispiel für ein Natron-Deodorant in flüssiger Form, eine Creme und eine Deo-Stick-Variante. Interessant auch ein Rezept, das zusätzlich Tonerde nutzt, damit das DIY-Deo besser verträglich ist.
Deo selber machen - Jasmin Schneider von schwatzkatz.com macht sogar Deo-Sticks selbst
Jasmin Schneider zeigt auf schwatzkatz.com gleich mehrere Möglichkeiten, wie man sein Deo selber machen kann, darunter auch Deo-Sticks im Eigenbau. (Fotos: Jasmin Schneider, schwatzkatz.com)
  • Eine einfache Anleitung für Deodorant-Creme bietet das Blog Leben ohne Plastik. Es setzt auf Kokosöl, Stärke und Natron, die einfach miteinander verrührt werden.
  • Anne Tieseler verwendet in ihrem Blog Grüner Alltag handelsübliches Backsoda als Natron und Maisstärke sowie Teebaumöl und bewahrt das Ergebnis im Marmeladenglas auf.
  • Die Autorin von LangsamerLeben mischt in einem Creme-Rezept Kokosöl mit Kakaobutter und Lavendel-Zitrone-Öl, in einem Rolldeo-Rezept kommen auch Bienenwachs und Mandelöl zum Einsatz, beim Deodorant-Spray Alkohol in Form von Wodka.
  • Deo selber machen - selbstgemachte Deocreme der Bloggerin Stephanie Wiermann von fiefhusen.de
    Die Deocreme der Bloggerin Stephanie Wiermann von fiefhusen.de (Fotos: Stephanie Wiermann, fiefhusen.de)

    Das Deodorant-Rezept von fiefhusen.de verwendet Kokosöl, Sheabutter, Natron, Stärke und Salbeiöl. Die Autorin nennt übrigens auch einen plastikfreien Shop für die Zutaten.

Deo selber machen: erst testen

Wer es zum ersten Mal versucht, sollte sich das selbstgemachte Deodorant nicht gleich großflächig unter die Achseln reiben. Prüfe lieber erst an weniger empfindlichen Hautpartien, ob allergische Reaktionen auftreten. Dann teste im nächsten Schritt nur kleine Partien in den Achseln. Einige Deo-Selbermacher berichten etwa von Hautreizungen. Auch sollte man nicht gleich alle denkbaren, zusätzlichen Zutaten auf einmal zusammenrühren, sondern mit einfachen Rezepten anfangen und dann Variationen probieren.

Deo selber machen: deine Erfahrungen, eigene Rezepte?

Wie sind deine Erfahrungen beim Deo selber machen? Hast du eigene Ideen oder Rezepte? Uns interessiert auch, was nicht funktioniert. Berichte im Kommentar davon!

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(12) Kommentare

  1. Soda wird Deutschlandlandläfig zu Na2CO2 und auch NaHCO3. Das 1 kann zu im Backen nehmen. Daher heißt es auch Backsoda. Das Backsoda hat einen sehr hohen Ph-Wert, daher wird es auch häufg in der Volks- und Alternativ-Medizin bei niedrigen Ph-Wert eines Menschen eingesetzt. Die zweite ist das Waschsoda. Schreibt bitte in Deutschen Artikeln über Soda immer die chemische Formel.

    • Was nutzt den Leuten die chemische Formel? Die steht nämlich nicht auf den Packungen. Ich habe sowohl Natron = „Backsoda“ (von Kaiser) als auch Soda = „Waschsoda“ (von Heitmann) im Haus und bei beiden steht keine chemische Formel auf der Packung!

  2. Danke für den Link zum Rezept auf unseren Blog! Das Deo hat inzwischen nicht nur bei Daniel und mir, sondern auch im Familien- und Bekanntenkreis den Test bestanden. Wie Lisa schon sagt, scheinen Natron und Kokosöl eine magische Kombination zu sein 🙂
    LG ~Anne
    ______________________
    http://grüneralltag.de

  3. Ich habe die Deovorschläge von schwatzkatz.com bereits probiert und bin völlig begeistert. Der Deo Puder ist schlichtweg genial und super einfach herzustellen. Ich war im Büro der einzige ohne Probleme bei den über 30 Grad in der letzten Zeit – das macht nicht nur mir Freude, sondern auch den Kolleginnen, hehe 🙂

  4. Seit geraumer Zeit mische ich mir meine Deocreme nach einem der oben genannten Wege selbst.
    Ich verwende Kokosöl (in Rohkostqualität), Sheabutter, Maisstärke, Kaiser Natron und ein paar Tropfen ätherisches Orangenöl. Wenn man das Natron vorher im Mörser oder einem elektrischen Zerkleinerer zu Staub mahlt/ mahlen lässt, ist das Auftragen deutlich angenehmer. Das Natron hat sich zumindest bei mir bisher nie komplett aufgelöst.

    Durch die Maisstärke und die Sheabutter wird bei warmen Wetter das dann flüssige Kokosöl stabilisiert, sodass es stets eine Creme bleibt. Die Maisstärke bindet zwar auch etwas von dem Schweiß, allerdings sollte man es damit wegen möglichen hellen Rändern auf dunklen Oberteilen nicht übertreiben. Mir selbst ist es allerdings noch nie passiert, obwohl ich meist dunkle Farben trage.

    Meiner Meinung nach ist die Rohkostqualität des Kokosöls wichtig, damit alle Vorteile des Öls geschöpft werden können. In diesem Zustand wirkt es beispielsweise antibakteriell und beugt dem Schweißgeruch ebenfalls vor.
    Natürlich sollte auch bei allen anderen Zutaten auf entsprechend hohe Qualität wert gelegt werden.
    Da das Deo nur dünn aufgetragen und wie in meinem Fall vielleicht auch noch mit anderen Ölen gemischt wird, riecht es nach ein paar Minuten überhaupt nicht mehr nach Kokos. Ich selbst mag den Kokos-Geruch beispielsweise überhaupt nicht, verwende das Deo aber täglich.
    An sehr langen und heißen Tagen fülle ich mir einen Teil des Deos in ein kleines Twist-Off Glas um und nehme es unterwegs mit. Wenn ich stark schwitze, muss es dann doch erneuert werden.
    Mit der Menge eines kleinen „Aufstrich-Glases“, also diese kleinen Streichcremes von dm mit der Füllmenge von 180g, komme ich einige Monate aus.

    Ich kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen, ein anderes Deo als dieses zu benutzen.
    Es ist für mich verlässlich, pflegend, handlich und quält meine Nase nicht so wie die meisten anderen Deos.

    Vielen lieben Dank, dass ihr so umfangreich und kompetent über ein so „nebensächliches“ Problem berichtet!

  5. Ihr kommt doch nicht mehr klar unter den Achseln
    Ihr fettet euch die Achseln mit so vielen Schichten diversen Fetten ein dass ihr nach zwei Tagen ne Lösung die Achseln wieder atmungsaktiv zu bekommen
    Viel Spass beim fetten 🙂

    • Dude, du hast ja sowas von keine Ahnung .. das einzig mögliche Bedenken wäre das Einstellen der eigenen Fettproduktion seitens des Körpers, wie z.B. auch bei der zu intensiven Nutzung eines Lippenpflegestifts.

      Hat jemand damit Erfahrungen? Es geht hierbei eher um die cremes & co – Neigen die länger täglich behandelten Hautflächen zum Austrocken beim absetzen/auslassen?

  6. Mit etwas Ausprobieren des Mischungsverhältnisses habe ich eine Deocreme hinbekommen die bei Temperaturen von ca. 18 – 25 Grad fast so eine Konsistenz hat wie gekaufte Deocreme. Enthält Bio-Kokosfett, feine Stärke und microfeine Heilerde. Die Heilerde ist auch gut für die Haut und wirkt auch noch desodorierend, allerdings ist damit diese Creme nicht für sehr helle Kleidung geeignet. Parfümiert habe ich mit Teebaumöl und Zitronengrasöl.

  7. Hilfe! Ich habe jetzt schon 2 x das Utopia-Rezept (flüssiges Deo, s.o.) ausprobiert aber immer setzt sich das Natron wieder von der Flüssigkeit ab und verklumpt dann. Ist das bei Euch nicht so?? Was mache ich falsch? Normalerweise benutze ich auch einfach etwas Öl und Natron pur, was eigentlich super klappt aber immer so schmiert…

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