Mit gelben Bändern ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen

gelbes band
Foto: Utopia / Ines Viertl

Private Obstbäume und -sträucher tragen oftmals zu viel für den Eigengebrauch. Mit gelben Bändern können Garten- und Streuobstwiesenbesitzer:innen Fremde zum Pflücken einladen und so die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren.

Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge landen in Deutschland jährlich etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – während in anderen Teilen der Welt hunderte Millionen Menschen hungern.

Gärten und Streuobstwiesen haben einen Anteil an dieser Lebensmittelverschwendung: Viele Obstbäume und -sträucher tragen weit mehr, als ihre Besitzer:innen verwerten können. Vögel und andere Tiere freuen sich über die Reste, können diese aber oft auch nicht vollständig verbrauchen. An Ende landen die Früchte auf dem Kompost oder verderben als Fallobst. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die keinen Garten besitzen und sich sehr über einen Zugang zu frischem und kostenlosem Obst freuen würden. Ein neues Projekt will genau dort ansetzen.

Gelbe Bänder: Gut für alle

Das gelbe Band soll helfen, dass weniger Fallobst entsorgt werden muss.
Das gelbe Band soll helfen, dass weniger Fallobst entsorgt werden muss.
(Foto: Utopia / Ines Viertl)

Um an dieser Situation etwas zu verändern, führte die Gemeinde Esslingen in Baden-Württemberg 2019 die gelben Bänder ein. Garten- und Streuobstwiesenbesitzer:innen können die Bänder bei der Gemeinde abholen und damit Bäume und Sträucher kennzeichnen, von denen Fremde haushaltsübliche Mengen ernten dürfen.

Inzwischen nehmen auch Gemeinden in vielen anderen Bundesländern an dem Projekt teil – zum Teil geben die Kommunen die Bänder aus, zum Teil die Bundesländer. 2020 wurden die gelben Bänder mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ ausgezeichnet. Diesen Preis vergibt das BMEL einmal im Jahr an Projekte und Initiativen, die einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten.

Übrigens: Auf der Website des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) findest du eine Standortkarte mit registrierten Bäumen in Niedersachsen.

Die gelben Bänder haben gleich mehrere positive Effekte: Weniger Lebensmittel verderben, die Besitzer:innen müssen weniger Fallobst entsorgen und Passant:innen können sich kostenlos mit frischem, gesundem Obst versorgen. Häufig handelt es sich bei den Obstbäumen auf Streuobstwiesen sogar um alte Sorten, die so möglicherweise wieder bekannter werden.

Tipp: Eine weitere schöne Initiative in dem Bereich ist mundraub.org. Deren Karte zeigt an, wo es öffentlich zugängliche Obst- oder Nussbäume und -sträucher sowie Kräuter gibt.

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