Raumluft verbessern: Pflanzen mit luftreinigender Wirkung

Pflanzen für ein gutes Raumklima
Foto: CC0 / Pixabay / juliaharwood

Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff um und sorgen so für frische Luft. Einige Pflanzen können jedoch viel mehr als das: Manche Gewächse reinigen die Luft von Schadstoffen und verbessern damit die Raumluft in deinem Zimmer. Wir zeigen dir fünf luftreinigende Pflanzen.

Pflanzen gegen schlechte Raumluft

Etwa 80 bis 90 Prozent unserer Lebenszeit verbringen wir in geschlossenen Räumen. Aber nur in wenigen Räumen stehen auch Pflanzen. Dabei wäre genau das sehr wichtig.

Denn dank Farben, Lacken, elektrischen Geräten, Möbeln und sogar Teppichen befinden sich teils giftige Dämpfe in unserer Raumluft. Darunter Trichlorethylen, Formaldehyd, Benzol, Xylol und Ammoniak – allesamt bedenkliche Gase. Sie können Auslöser für Kopfschmerzen, Schwindel, Allergien und andere Krankheiten sein. Außerdem verhindern sie die Konzentration und machen uns unproduktiv.

Doch bereits vor knapp 30 Jahren konnte die NASA in einer Studie nachweisen, dass bestimmte Zimmerpflanzen chemische Schadstoffe abbauen und somit das Raumklima verbessern. Die amerikanische Raumfahrtbehörde wollte mit ihrer „Clean Air Study“ ursprünglich herausfinden, wie sie das Klima in den Raumstationen verbessern kann. Herausgekommen ist eine Liste an luftreinigenden Pflanzen.

Sechs Pflanzen für ein gutes Raumklima

Die 5 effektivsten Schadstoffkiller für ein gutes Raumklima
Die 5 effektivsten Schadstoffkiller für ein gutes Raumklima (Foto: lovethegarden.com)

Zimmerpflanzen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie sind auch Schalldämpfer, Sauerstoffspender, Luftbefeuchter und Schadstofffilter in einem. Vor allem im Winter können die natürlichen Luftreiniger für eine angenehme, frische Atmosphäre sorgen und gegen die trockene Heizungsluft helfen.

Damit die Pflanzen ihre luftreinigende Wirkung entfalten können, empfehlen die Forscher mindestens eine Pflanze pro neun Quadratmeter. Dabei gilt: Je größer die Pflanze, desto größer der Effekt.

  1. Friedenslilie: Die auch als Scheidenblatt bezeichnete Pflanze ist ein wahrer Alleskönner und bindet die meisten Giftstoffe aus der Luft. Sie ist pflegeleicht und benötigt lediglich einen warmen Platz mit indirekter Sonneneinstrahlung. Ihr großer Nachteil: Sie ist giftig für Hunde und Katzen und auch einige Allergiker reagieren empfindlich.
  2. Chrysantheme: Die Chrysantheme ist ebenfalls ein Allrounder, aber leider auch giftig für unsere vierbeinigen Artgenossen. Die Zimmerpflanze mag es sonnig und regelmäßig gegossen zu werden. Staunässe gilt es ebenso wie Austrocknen zu vermeiden.
  3. Drachenbaum (Dracaena reflexa): Drachenbaum, Bogenhanf und Efeu bereinigen deine Luft von fast allen genannten Schadstoffen, bis auf Ammoniak. Der schön anzusehende, immergrüne Südländer bevorzugt einen hellen Standort und sparsames Gießen.
  4. Bogenhanf (Sansevieria trifasciata): Die exotische Pflanze gehört wohl zu den pflegeleichtesten, natürlichen Luftreinigern. Sie freut sich über viel Sonne und gelegentliches Düngen.
  5. Gemeiner Efeu: Der Efeu gedeiht am besten an hellen Plätzen ohne direkte Sonneneinstrahlung. Wärmer als 20° C sollte es auf Dauer jedoch nicht werden. Auch beim Gießen ist die Pflanze genügsam. Efeu kommt mit wenig Wasser aus, möchte aber regelmäßig gegossen werden.
  6. Efeutute: Bei dieser Kletterpflanze kannst du nicht viel falsch machen. Sie benötigt einen hellen Standort, hin und wieder eine sanfte Dusche aus der Sprühflasche und es genügt, wenn du sie ein Mal in der Woche gießt.

Exotische Zimmerpflanzen können giftig sein

Weitere luftfilternde Pflanzen findest du in einer aufbereiteten Infografik der Webseite lovethegarden.com. Die meisten Pflanzen aus der Nasa-Studie tropische oder subtropische Pflanzen. Für Garten und Balkon raten wir von exotischen Gewächsen eher ab – bei exotischen Zimmerpflanzen solltest du zumindest folgende Faustregeln beachten:

  • Vorsicht bei Billig-Blumen aus dem Baumarkt, Möbelhäusern oder Supermärkten. Die dort verkauften Pflanzen werden während der Aufzucht oft mit Pestiziden behandelt – für das Raumklima und die Gesundheit ist das schädlich.
  • Am besten kaufst du deine Pflanze bei einer lokalen Bio-Gärtnerei, dort bekommst du auch bessere Beratung. Oder du fragst in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach Ablegern, um sie selber zu züchten.
  • Vorsicht: Manche der Pflanzen aus der NASA-Liste können giftig für Tiere sein. Wenn du Tiere im Haushalt hast, prüfe vorher, ob die Zimmerpflanzen, für die du dich entschieden hast, dazu gehören.

Raumluft verbessern – weitere Tipps

Auch wenn du deine Innenräume mit reichlich luftreinigenden Pflanzen bestückt hast, können die folgenden Tipps nochmals deine Raumluft verbessern.

  • Lüfte richtig: Regelmäßiges Stoßlüften sorgt für frische Luft und transportiert Keime nach draußen.
  • Ein Staubsauger mit Allergiefilter (HEPA-Filter) reduziert die Hausstaubbelastung (zum Beispiel bei **Memolife).
  • Wenn du nicht mit offenem Fenster schläfst, solltest du darauf achten, dass deine Schlafzimmerpflanzen dir nicht die Luft „wegatmen“. Ein gutes Beispiel ist der Bogenhanf. Er speichert CO² und macht die Luft somit nicht stickig.
  • Die optimale Raumtemperatur für Wohlbefinden und volle Konzentration liegt zwischen 20-25° C und die Luftfeuchte zwischen 40-60 Prozent.

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(2) Kommentare

  1. Bezüglich, dass Supermarktpflanzen usw. Giftzeug enthalten und man in lokaler Biogärtnerei einkaufen soll: Das waren exakt meine Gedanken, doch ich hatte keine Biogärtnerei gefunden wo man Zierpflanzen kaufen konnte wie sie im Artikel erwähnt werden, lediglich Pflanzen wie Gurken, Tomaten und ähnliches was auch draussen gedeiht…

  2. In meiner Masterarbeit habe ich mich intensiv mit der Reinigungsleistung von Zimmerpflanzen auseinandergesetzt. Die besagte Studie der NASA, auf die sich ein Großteil aller Literatur zu dem Thema bezieht, ist wenig aussagekräftig. Nur ein kleines Beispiel: Wurden Pflanzen aus dem Versuchsaufbau entfernt, konnte ebenfalls eine Reduktion von vorher eingedüsten Schadstoffen gemessen werden. Andererseits wird nur ein Bruchteil der Ergebnisse offen dargelegt.

    Von diesen wurden wiederum nur die positiven Werte von anderen Wissenschaftlern aufgegriffen – zur Untermauerung ihrer Thesen. So liest man gerne, dass gewisse Pflanzen 90 % der Schadstoffe filtern – einen Realitätsbezug besitzt diese Aussage nicht.

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