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Im Winter bei offenem Fenster schlafen: eine gute Idee?

Foto: CC0 Public Domain- Unsplash/ Anna Dudkova

Ob im Sommer oder im Winter: Manche schwören drauf, bei offenem Fenster zu schlafen. Nachts zu lüften hat durchaus einige Vorteile – aber auch Nachteile, die man bedenken sollte.

Wahre Frischluftfans lassen auch im Winter nachts ihr Fenster gekippt, wenn nicht sogar sperrangelweit offen. Aber ist das gesund? Und verpulvert man dabei nicht eine Menge Heizenergie?

Schlafen bei offenem Fenster: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Bei offenem Fernster zu schlafen hat einige Vorteile – zum Beispiel kühlt die frische Luft im Sommer überhitzte Räume, in denen es sich sonst schlecht schlafen lässt. Außerdem gelangt dabei die ganze Nacht über viel frische Luft ins Zimmer. So sinkt auch der CO2-Gehalt der Luft. Ist dieser dagegen sehr hoch, drohen beim Aufwachen Kopfschmerzen, warnt die Verbraucherzentrale.

Sie weist auch darauf hin, dass ein Mensch pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasser abgibt. Vor allem, wenn mehrere Menschen in einem Raum schlafen, kann ein gekipptes Fenster helfen, die Feuchtigkeit im Raum zu senken.

Tipp: Wer nicht bei offenem Fenster schlafen will, kann stattdessen vor dem Schlafengehen ausreichend lüften.

Nachts ein Fenster zu öffnen, bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich – vor allem im Winter. Heizt man das Zimmer, in dem die ganze Nacht über gelüftet wird, geht dabei viel Energie verloren. Heizt man es nicht, kann das Zimmer nachts so stark auskühlen, dass man friert.

Im Sommer gibt es weniger Gründe, die dagegen sprechen, bei offenem Fenster zu schlafen – Allergiker:innen sollten bei Pollenflug trotzdem darauf verzichten.

Wer in einer Stadt oder an einer vielbefahrenen Straße lebt, sollte auch bedenken, dass Lärm durch ein gekipptes Fenster ungehindert in den Raum eindringen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass sich Verkehrslärm nachts besonders negativ auf unsere Gesundheit auswirken kann. Die WHO warnt in ihren Lärm-Richtlinien davor, dass sich ein hoher Geräuschpegel nachts auf unseren Schlaf auswirken kann. Tagsüber bringt die Organisation Lärm unter anderem mit erhöhten Risiken für Herzkreislauferkrankungen in Verbindung.

Ist Schlafen bei offenem Fenster gesund?

Frische Luft gilt als gesund, Schlafen bei Kälte soll sogar das Immunsystem anregen. Diese Vorstellung entkräftet Peter Geisler, der Leiter eines Schlaflabors der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg, gegenüber der Apotheken-Umschau: „Wissenschaftlich gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte„. Der Experte verweist aber darauf, dass es im Zimmer möglichst weder zu kalt noch zu heiß sein sollte, um einen guten Schlaf zu fördern.

Die richtige Temperatur beim Schlafen

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt 18 Grad Celsius im Schlafzimmer für einen angenehmen Schlaf. Nachts oder bei Abwesenheit könne die Temperatur weiter gesenkt werden.

Schlafmediziner Peter Geisler hebt gegenüber der Apotheken-Umschau hervor, dass die ideale Temperatur individuell verschieden ist und auch von der Schlafkleidung und dem Bettzeug abhänge. „Ideal ist die Raumtemperatur, bei der man weder schwitzt noch friert“, rät er.

Faizt: Schlafen bei offenem Fenster – ja oder nein?

Ist es also empfehlenswert, bei offenem Fenster zu schlafen, oder nicht? Die Frage lässt sich nur individuell beantworten. Peter Geisler empfiehlt, auf den eigenen Körper zu achten. Wacht man morgens häufig zerschlagen auf und ist tagsüber müde, sollte man dem Schlafforscher zufolge die Ursachen erforschen. In diesem Fall kann man auch versuchen, das Fenster nachts gekippt zu lassen – oder eben nicht – sowie mit der Raumtemperatur experimentieren und den nächtlichen Lärm im Blick behalten.

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