Tomaten ausgeizen: So machst du es richtig

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Wenn du deine Tomatenpflanzen ausgeizt, kannst du ihr Wachstum fördern und dich über eine größere Ernte freuen. Wir erklären dir, wie du Tomaten richtig ausgeizt.

Beim Ausgeizen handelt es sich um eine einfache Maßnahme, die deiner Tomatenpflanze einen Kräfteschub verleihen soll. Wenn du Tomaten ausgeizt, entfernst du die sogenannten Geiztriebe. Das sind überschüssige Seitentriebe, die für die Pflanze sehr kräfteraubend sind.

Ausgeizen – Wie sinnvoll ist es?

Geiztriebe wachsen zwischen Haupttrieb und Fruchttrieb.
Geiztriebe wachsen zwischen Haupttrieb und Fruchttrieb.
(Foto: Utopia)

Ausgeizen bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Entfernst du die Geiztriebe, lenkst du die Nährstoffe und die Energie in den Haupttrieb deiner Tomatenpflanze, was zu einem höheren Ertrag und größeren Früchten führt.
  • Außerdem wächst deine Pflanze dadurch gerade und schlank nach oben. So nimmt sie weniger Platz ein. Besonders auf begrenztem Raum, z.B. im Gewächshaus oder auf dem Balkon, kannst du mehr pflanzen.
  • Die entfernten Triebe eignen sich hervorragend als Dünger.
  • Weniger Triebe bedeuten, dass mehr Luft an die Pflanze kommt. Deshalb haben insbesondere pilzbedingte Tomatenkrankheiten, wie der Echte Mehltau, weniger Chancen. Diese Pilzkrankheiten mögen ein feucht-warmes Klima.

Doch das Ausgeizen ist nicht vollkommen unumstritten unter Hobbygärtnern. Es kann nämlich auch zu Problemen mit deiner Tomatenpflanze führen.

  • Wenn du die Seitentriebe abknipst, oder anderweitig entfernst, entstehen offene Wunden an der Pflanze. Durch sie können Krankheitserreger leichter in die Pflanze eindringen.
  • Außerdem verringert sich die Standfestigkeit der Pflanze. Dies kannst du durch einen Stab kompensieren, mit dem du deine Tomatenpflanze stützt.
  • Ganz wichtig ist, dass du keine Pflanztriebe ausgeizt, denn dadurch könnte die Ernte geringer ausfallen.

Ausgeizen: Darauf solltest du achten

Ausgeizen verringert die Standfestigkeit der Tomatenpflanze.
Ausgeizen verringert die Standfestigkeit der Tomatenpflanze.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Wenn du aber richtig ausgeizt, belohnt dich deine Tomatenpflanze mit vielen und großen Früchten. Achte auf Folgendes beim Ausgeizen:

  • Achte auf den geeigneten Zeitraum: Mit dem Ausgeizen beginnst du, sobald die jungen Pflanzen ins Beet kommen. Wenn die letzte Blüte kommt, kannst du aufhören auszugeizen. Der Zeitraum für diese Maßnahme erstreckt sich also in etwa von Juni bis September.
  • Achte auf den geeigneten Zeitpunkt: Am besten solltest du die Geiztriebe entfernen, sobald sie sichtbar geworden sind. Je kleiner sie sind, desto einfacher ist es, sie zu entfernen. Die entstandenen Wunden an der Pflanze sind sehr klein. Außerdem solltest du einen warmen, trockenen Tag zum Ausgeizen wählen. Regen und Feuchtigkeit können dazu führen, dass die Wunden faulen.
  • Achte auf den Unterschied zwischen Geiztrieb und Fruchttrieb: Das ist enorm wichtig, denn wenn du fruchttragende Triebe entfernst, fällt deine Ernte geringer aus. Zum Glück ist es aber sehr einfach, Geiztriebe zu erkennen: Diese wachsen nicht direkt am Haupttrieb, sondern in den Blattachsen, also an den Schnittachsen zwischen dem Haupttrieb und einem Fruchttrieb. Sie sind besonders einfach zu erkennen, wenn sie noch klein sind.
  • Achte auf Regelmäßigkeit: Am einfachsten ist es, wenn du deine Pflanze wöchentlich auf frische Geiztriebe kontrollierst. Das Ausgeizen nimmt dann nur wenige Minuten in Anspruch und die Pflanze kann sich schnell von den noch kleinen Wunden erholen und ihre Energie in die Früchte investieren.

Anleitung: So geizt du richtig aus

Kontrolliere deine Tomatenpflanzen regelmäßig von oben nach unten: Wenn du so systematisch vorgehst, geht die Arbeit schneller.

  1. Knipse kleinere gefundene Geiztriebe (bis fünf Zentimeter) mit den Fingern ab. Fasse dazu den Trieb zwischen Zeigefinger und Daumen und knipse den Trieb nah an der Blattachse ab.
  2. Größere Geiztriebe werden nah an der Blattachse seitlich weggeknickt.
  3. Schneide die Geiztriebe nicht ab, denn das fördert Infektionen der Wunde.
  4. Lasse die untersten Geiztriebe stehen. Sie können die Stabilität der Pflanze erhöhen.
  5. Damit die Wunden schnell trocknen und nicht faulen, kannst du sie mit einem Tuch abtupfen.

Tipp: Creme dir vorher die Hände ein. Beim Ausgeizen tritt Pflanzensaft aus, der die Haut und die Nägel verfärben kann. Vorher einzucremen erleichtert es dir, die Flecken von der Haut zu waschen.

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(1) Kommentar

  1. Klasse Überblick über’s Ausgeizen!
    Allerdings creme ich mir die Hände jetzt nicht jedes Mal extra ein. Es geht auch so.
    Übrigens, je nach Standort und Sonnenintensität kann es durchaus sinnvoll sein, mehrere Nebentriebe stehen zu lassen. Damit versucht sich die Pflanze selbst Schatten zu spenden und produziert auch mehr Früchte. Zu erkennen an immer wieder neu wachsenden Nebentrieben an vorher ausgegeizten Stellen oder sogar auf den Blättern.
    Generell merken Tomaten von selbst, wo es Sinn macht, neue Triebe zu bilden und stellen auch das Wachstum ein, wenn an der Stelle wenig Licht hin kommt. Naturnahe Sorten müssen daher weniger ausgegeizt werden als konventionell gezüchtete.
    PS: Schade, dass man keine Bilder hochladen kann. Hatte schon Monsterstämme mit 5 cm Durchmesser, Büsche mit 3x3m und Triebe mit ca. hundert Tomaten an nur einer Traube 🙂