Tomaten-Krankheiten: Erkennen und bekämpfen

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Tomaten-Krankheiten können deine Pflanze und somit auch deine Tomatenernte gefährden. Utopia zeigt dir, wie du Tomaten-Krankheiten rechtzeitig erkennst und behandelst.

Tomaten können von vielen verschiedenen Krankheiten heimgesucht werden. Schuld daran sind vor allem Pilzsporen. Aber auch Weiße Fliegen oder zu wenig Nährstoffe können dazu führen, dass Tomatenpflanzen krank werden.

Um eine gute Tomatenernte sicherzustellen, solltest du von vornherein versuchen, Tomatenkrankheiten zu vermeiden. Deswegen: Pflanze deine Tomate an einem sonnigen, geschützen und gut durchlüfteten Standort. So kannst du Pilzerkrankungen wie den Echten Mehltau, Tomatenfäule oder Dürrfleckenkrankheit verhindern.

Häufige Tomaten-Krankheit: Dürrfleckenkrankheit

Keine Kartoffeln in der Nähe von Tomaten pflanzen
Keine Kartoffeln in der Nähe von Tomaten pflanzen (Foto: CC0 / Pixabay / stheaker)

Die Dürrfleckenkrankheit ist eine der am häufigsten auftretenden Krankheiten bei Tomatenpflanzen. Sie entsteht durch Pilzsporen, die vom Windes von Pflanze zu Pflanze getragen werden.

Erkennen

  • Auf den unteren Blättern haben sich graubraune bis braune Flecken gebildet. Sie bilden mehrere Kreise.
  • Die Flecken werden oft von den Blattadern begrenzt.
  • Die Krankheit breitet sich von unten nach oben aus, auch die Stängel zeigen ovale Flecken.
  • Befallene Blätter rollen sich später ein und fallen schließlich ab.
  • Befall der Tomatenfrüchte zeigt sich durch Fäulnis im Kelchbereich.

Behandeln und vorbeugen

  • Zur Vorbeugung sollten Tomatenpflanzen an einem möglichst trockenen Standort mit guter Belüftung stehen, denn ein feucht-warmes Milieu fördert den Pilz.
  • Beim Gießen solltest du darauf achten, die Blätter und Früchte nicht nass zu machen. Du kannst die bodennahen Blätter auch vorsorglich entfernen, damit sie beim Gießen nicht stören.
  • Es sollten keine Kartoffeln in der Nähe der Tomaten wachsen, weil auch Kartoffelpflanzen anfällig für die Krankheit sind.
  • Entferne erkrankte Blätter und entsorge sie über den Hausmüll. Auf dem Kompost würden sich die Pilzsporen weiter verbreiten.

Weiße Flecken auf der Pflanze

Der Echte Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die besonders Tomaten in Gewächshäusern heimsuchen kann. Dort herrscht nämlich ein feucht-warmes Milieu, das dem Pilz gut tut.

Erkennen

  • Von der Krankheit betroffen sind ausschließlich die Blätter und Stiele.
  • Zu sehen ist weißlicher, fleckiger, mehliger Belag
  • Bei starkem Befall sterben die Blätter und Stiele ab, wodurch auch die Früchte nicht mehr versorgt werden und eingehen.

Behandeln und vorbeugen

  • Um Mehltau zu verhindern, kannst du auf resistene Tomatensorten zurückgreifen, z.B. die Sorte Conqueror F1.
  • Die Pflanzen sollte an einem trockenen, gut belüfteten Ort und nicht zu nah beieinander stehen.
  • Gieße am besten morgens, denn so können die Pflanzen während des Tages gut trocknen.
  • Pflanze Tomaten in der Nähe von anderen, abwehrfähigen Pflanzen, z.B. Basilikum oder Knoblauch.
  • Befallene Blätter solltest du schnellstmöglich entfernen und über den Hausmüll entsorgen.
  • Es gibt viele Hausmittel um Mehltau zu bekämpfen, z.B. Pflanzenbrühen, Milch-Sprühkuren oder der Einsatz von Nützlingen.

Weitere Tomaten-Krankheit: Kraut- und Braunfäule

Tomaten brauchen einen sonnigen Ort.
Tomaten brauchen einen sonnigen Ort. (Foto: CC0 / Pixabay / Riala)

Ein nasser Sommer macht Tomatenpflanzen schnell anfällig für die Kraut- und Braunfäule, auch Tomatenfäule genannt.

Erkennen

  • Im Anfangsstadium bilden sich auf den Blättern und Stängeln braune, unscharf begrenzte Flecken.
  • Danach entsteht ein weißlicher Belag.
  • Schließlich färben sich die Blätter schwarz und verwelken.
  • Die oberen Teile der befallenen Triebe fallen herab.
  • Im fortgeschrittenen Stadium verderben auch die Früchte und fallen herab.

Behandeln und vorbeugen

  • Du solltest die Tomaten an einem sonnigen und geschützen Standort pflanzen, an dem sie nach dem Gießen gut trocknen können.
  • Die Tomatenpflanzen sollten in einigem Abstand voneinander stehen und von Kartoffelpflanzen weit entfernt sein. Auf den Kartoffeln entsteht die Fäule nämlich meistens zuerst und der Wind trägt die Pilzsporen zu den Tomaten.
  • Vermeide beim Gießen, dass Spritzwasser auf die Blätter kommt.
  • Befallene Pflanzenteile solltest du schnellstmöglich entfernen und über den Hausmüll entsorgen.
  • Alle Geräte, die mit den befallenen Pflanzen in Kontakt gekommen sind, solltest du mit kochendem Wasser desinfizieren.
  • Du kannst (auch bereits befallene) Pflanzen mit einer Schachtelhalmbrühe (Rezept und Anwendung wie bei Mehltau-Bekämpfung) gegen die Pilzsporen stärken.

Grauschimmel bei Tomaten

Grauschimmelsporen dringen nicht in gesunde Pflanzen ein, sondern befallen bereits geschwächte Gewächse oder dunnhäutige Früchte, was die Tomate besonders anfällig macht. Der Schimmel tritt an geknickten Stielen, verwelkten oder abgeknickten Blättern ein.

Erkennen

  • Zu Beginn der Krankheit bilden sich grau-grüne Flecken an Blättern und Stielen.
  • Hinzu kommt ein grauer Sporenrasen (eine gräuliche Fläche).
  • Die Sporen breiten sich schnell aus, sodass die ganze Pflanze absterben kann.

Behandeln und vorbeugen

  • Am wichtigsten: Achte auf ausreichend Durchlüftung. Die Tomatenpflanzen dürfen nicht zu nah beieinander stehen und sollten möglichst viel Sonne bekommen, damit Feuchtigkeit schnell verdampft.
  • Achte beim Gießen darauf, die Blätter nicht zu nass zu machen. Entferne, wenn nötig, bodennahe Blätter und Triebe.
  • Betroffene Pflanzenteile solltest du möglichst schnell entfernen und über den Hausmüll entsorgen.
  • Um die Widerstandskraft gegen Pilzsporen zu stärken, kannst du deine Tomatenpflanzen mit Schachtelhalmbrühe behandeln (Rezept und Anwendung wie bei Mehltau-Bekämpfung).

Tomaten-Krankheit: Blütenendfäule

Viel Gießen ist bei Blütenendfäule wichtig
Viel Gießen ist bei Blütenendfäule wichtig (Foto: CC0 / Pixabay / zdenet)

Die Blütenendfäule bei Tomaten gibt einige Rätsel auf, denn es ist nicht klar, weshalb sie überhaupt entsteht. Womöglich ist eine Stoffwechselerkrankung der Pflanze, hervorgerufen durch Kalziummangel, verantwortlich für die Blütenendfäule.

Erkennen

  • An den Blütenansätzen unreifer Tomaten bilden sich graubraune bis braunschwarze, wässrige Verfärbungen.
  • Diese trocknen mit der Zeit und verhärten sich.
  • Im weiteren Verlauf verfärben sich die ganzen Tomaten schwarz, ausgehend von der Spitze.
  • Die befallenen Tomaten fallen ab.

Behandeln und vorbeugen

  • Da vermutlich ein Nährstoffmangel die Ursache ist, kannst du vorbeugen, indem du auf eine ausreichende Nährstoffversorgung deiner Pflanzen achtest.
  • Gieße die Tomaten ausreichend, denn im Wasser ist viel Kalzium enthalten (trotzdem sollte keine Staunässe entstehen).
  • Es ist auch ratsam, regelmäßig organischen Dünger an die Pflanzen zu geben.
  • Achte darauf, dass die Tomaten in einem Boden mit einem günstigem ph-Wert von 6 stehen. Einen zu niedrigen ph-Wert kannst du zum Beispiel mit Gesteinsmehl erhöhen.
  • Sind erste Anzeichen der Fäule zu erkennen, kannst du mehrmals täglich einen biologischen Kalziumdünger auf die betroffenen Stellen geben.

Befall mit Weißen Fliegen

Die Weiße Fliege gehört zu den Mottenschildläusen und befällt Tomaten sehr häufig – allen voran Gewächshaus-Tomaten und in einem regnerischen Sommer auch Freiland-Tomaten. Das Problem: Ist eine Tomatenpflanze mit Weißen Fliegen befallen, ist sie auch anfälliger für Pilzkrankheiten.

Schadbild

  • Auf den Blättern und Stängeln sind gelbliche Verfärbungen erkennbar.
  • Ein ganzer Schwarm an kleinen weißen Fliegen schwirrt hoch, wenn du die Pflanze oder ein Trieb leicht schüttelst. Der Schwarm setzt sich sofort wieder auf die Pflanze.
  • Die Fliegen hinterlassen einen klebrigen Honigtau.

Behandeln

  • Der Einsatz von Nützlingen wie Schlupfwespen hat sich gegen Weiße Fliege bewährt. Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier der Weißen Fliegen ab. Die Motten der Schlupfwespen fressen die Motten der Weißen Fliege, die dementsprechend nicht schlüpfen können. Schlupfwespen sind z.B. bei **Avocadostore erhältlich. Auch Marienkäfer sind die natürlichen Fressfeinde von der Weißen Fliege.
  • An Klebefallen im Gewächshaus bleiben die flugfähigen ausgewachsenen Fliegen haften, wodurch ihre Vermehrung unterbunden wird.
  • Du kannst auch ein natürliches Spritzmittel gegen die Weißen Fliegen selbst herstellen. Gebe dazu ein Esslöffel flüssige Schmierseife (kalifrei) in einen Liter Wasser. Bespritze damit die befallene Pflanze bis zu zweimal täglich.

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