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Ökobilanz von Tierfutter: Die Unterschiede zwischen Trocken- und Nassfutter sind riesig

Foto: CC0 / Pixabay, Alkhaine

Nicht nur wir Menschen, auch unsere Haustiere hinterlassen einen nicht unerheblichen CO2-Fußabdruck. Bei Hunden und Katzen spielt dabei die Art der Fütterung eine große Rolle. Eine aktuelle Studie zeigt: Mit dem richtigen Futter können Hunde- und Katzenbesitzer:innen die Klimabilanz ihres Vierbeiners um ein Vielfaches verbessern.

In Deutschland leben mehr als 10 Millionen Hunde und knapp 17 Millionen Katzen, Tendenz steigend. So lieb wir unsere vierbeinigen Mitbewohner:innen haben: Unsere Haustiere haben Auswirkungen auf die Umwelt und hinterlassen einen recht ordentlichen CO2-Pfotenabdruck. Besonders umweltbelastend ist die Produktion von Tierfutter.

Wissenschaftler:innen haben jetzt nachgerechnet und sich die Umweltauswirkungen von verschiedenen Futtermitteln für Hunde und Katzen genau angeschaut. Das Fazit der brasilianischen Studie (erschienen im Wissenschaftsjournal „Scientific Reports“): Trockennahrung ist deutlich besser fürs Klima als sogenanntes Nassfutter.

Das Team um Marcio Brunetto von der Universität Sao Paulo hat insgesamt knapp 1.000 Nahrungsmittel für Hunde und Katzen untersucht. Dabei analysierten die Wissenschaftler:innen sowohl in Brasilien erhältliches fertiges Trocken- und Nassfutter als auch selbst zubereitetes Futter.

Umweltbilanz von Trockenfutter und Nassfutter

Die Studie zeigt:

  • Trockenfutter für einen 10 kg schweren Hund ist verantwortlich für 828 kg Kohlendioxid (CO2)-Äquivalente pro Jahr. Feuchtfutter (aus Beuteln oder Dosen) für einen 10 kg schweren Hund verursacht 6.541 kg CO2-Äquivalente – also ungefähr acht Mal so viel.
  • Auch selbst zubereitete Nahrung ist schlecht für die Umwelt, hier fällt die Klimabilanz allerdings ein bisschen besser aus als bei Nassfutter aus dem Handel.

Besser Trocken- als Nassfutter: Die Art der Proteine ist entscheidend

„Es ist notwendig, die Umweltauswirkungen von Haustierfutter zu berücksichtigen, da sie erheblich sind und die Population von Haustieren tendenziell zunimmt“, erklären die Wissenschaftler. Ein wichtiges Kriterium bei der Ökobilanz von Tierfutter ist die Art der Proteine, auf der das Futter basiert. Tierische Proteine haben in der Regel höhere CO2-Äquivalente als Proteine aus Obst und Gemüse.

Das zeigt ein Beispiel: Die Produktion von 100 g Erbsenprotein ist für 0,4 kg CO2-Äquivalente verantwortlich, für die Produktion von 100 g Protein aus Rindfleisch sind es 35 kg CO2-Äquivalente – also fast 90 mal mehr.

Utopia.de meint: Wenn du dein Haustier mit Fleisch fütterst, solltest du unbedingt Futter mit einer möglichst geringen Umweltbelastung wählen:

  • Trockenfutter ist besser als Nassfutter.
  • Der CO2-Fußabdruck verschiedener Fleischsorten fällt unterschiedlich aus. Rindfleisch liegt mit 13,6 kg CO2-Äquivalent vor Hähnchen (5,5 kg) und Schweinefleisch (4,6 kg).
  • Hunde können relativ problemlos vegetarisch ernährt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um hochwertiges Fertigfutter handelt, das alle wichtigen Nährstoffe enthält oder dass ein Fachtierarzt die Zusammensetzung des Speiseplans berechnet. Katzen allerdings sind Fleischfresser und sollten möglichst nicht vegetarisch ernährt werden, empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund.

Zu den Vorschlägen der Wissenschaftler:innen zur Förderung nachhaltigerer Tiernahrung gehört die Verwendung alternativer Proteinquellen, zum Beispiel in Form von Tierfutter auf Insektenbasis, das mittlerweile von einigen Herstellern angeboten wird.

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