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Sardinien-Urlauber nehmen Sand mit – jetzt droht ihnen Gefängnis

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Forrest Cavale

Sand vom Traumstrand als Souvenir für zu Hause? Besonders auf Sardinien ist das keine gute Idee. Ein französisches Paar übertrieb es damit, sackte gleich 40 Kilo ein – und muss nun die Konsequenzen tragen.

Türkisfarbenes Wasser und weißer Sand wie in der Karibik: Sardinien ist für seine wunderschönen Strände bekannt. Wer das Urlaubsgefühl mit in den Alltag retten will, indem er Sand mitnimmt, begeht damit allerdings eine Straftat. Und viele Touristen scheinen davon nichts zu wissen.

So auch ein Paar aus Toulon in Südfrankreich, das die Insel besucht hatte. Wie die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ und französische Boulevardzeitung „Le Parisien“ berichten, hatten die beiden Sand vom südsardischen Strand in Chia im Gepäck. Und zwar kein kleines Gläschen, sondern ganze 40 Kilogramm (den Inhalt von zwei durchschnittlichen Reisekoffern) – aufgeteilt auf 14 Plastikflaschen.

Das Paar war sich nicht darüber im Klaren, etwas Verbotenes zu tun

Mit einer solchen Menge hätten sie nicht nur die heimische Badezimmerdeko aufpeppen können, es hätte für mehrere Sandburgen gereicht. Allerdings kamen die Urlauber nicht weit: Auf der Fähre, mit der sie in ihrem SUV nach Frankreich übersetzen wollten, stoppte sie die italienische Polizei „Guardia di Finanza“.

Laut den Medienberichten sei sich das Paar nicht darüber im Klaren gewesen, etwas Verbotenes zu tun und hätte bloß ein Souvenir mitnehmen wollen. Nun drohen ihm wegen Diebstahls öffentlichen Eigentums zwischen einem und sechs Jahren Haft.

Sand mitzunehmen ist auch in kleinster Menge untersagt

Das Auswärtige Amt warnt auf seiner Webseite: „In Sardinien ist jede Art von Veränderung der Sandstrände oder die Mitnahme von Sand, Kiesel oder Quarzgestein, auch nur in kleinster Menge, gesetzlich verboten. Bei Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Norm werden Sanktionen in Höhe von 500 Euro bis 3.000 Euro verhängt.“

Dass es in Italien, und speziell auf Sardinien, streng untersagt ist, Sand mitzunehmen, ist eigentlich nichts Neues. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Touristen die Strände plündern – erst Anfang August musste ein Brite 1.000 Euro Strafe für eine Flasche Sand im Gepäck zahlen, wie die „Sardiniapost“ berichtet. Und nicht immer steckt dahinter Naivität und privates Interesse: Der Zeitung „Corriere della Sera“ zufolge häufen sich auch die Fälle, in denen der Sand online weiterkauft wird.

Sardinien Strand Meer
Sardinien ist für seine Traumstrände mit weißem Sand bekannt. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Manu95)

Die Sandräuberei gefährdet die empfindlichen Küstensysteme

Wenn man bedenkt, dass die makellosen Strände Sardiniens Hauptattraktion sind, erscheint es verständlich, dass die Inselbewohner sie schützen wollen. Die Sandräuberei gefährde die empfindlichen Küstensysteme, warnten die Behörden vergangenes Jahr; auch der WWF hatte eine Aufklärungskampagne gestartet. Seitdem herrschen an den beliebtesten Stränden strengere Kontrollen. Am Strand „La Pelosa“ hat der Bürgermeister sogar verboten, Handtücher direkt auf den Sand zu legen – und so aus Versehen Sand abzutragen.

Auch das Auswärtige Amt bezeichnete es letzten Sommer in einem Facebook-Beitrag als „beträchtlichen Umweltschaden“, dass Touristen auf Sardinien jedes Jahr tonnenweise Sand, Steine und Muscheln als Souvenir mitnehmen.

Hier kannst du den Facebook-Posts des Auswärtigen Amts sehen:

Viele Strände auf Sardinien befinden sich in Naturschutzgebieten. Mögliche Umweltschäden, wenn der Sand verschwindet: Die Entfernung von Gewässerböden und Sedimenten bedroht Arten, die am Boden leben, schädigt Pflanzen und Korallen. Wird das Wasser durch aufgewühlte Sedimente getrübt, blockiert dies das Sonnenlicht, das Wasserpflanzen zum Wachstum brauchen. Grundsätzlich ist Sand ein knappes und schützenswertes Gut – auf Sardinien weist er zudem eine einzigartige Zusammensetzung auf (teils ist er aufgrund von Korallenresten rosa, teils besteht er aus reiskorngroßen Quarzkristallen).

Aktuelle Fälle zeigen, dass noch immer Aufklärungsbedarf besteht

Die aktuellen Fälle des britischen Touristen und des französischen Paars zeigen, dass offenbar immer noch Aufklärungsbedarf besteht. Auch wer nicht gleich 40 Plastikflaschen mit Sand füllt, sondern „nur“ eine kleine Menge als Andenken mitnimmt, schadet damit der Umwelt – und bei den Massen an Sardinien-Besuchern summiert sich das schnell.

Die Natur und der Geldbeutel werden es dir also danken, wenn du den Sand am Strand lässt. Und was viele ebenfalls nicht wissen: An Steinstränden solltest du keine Steintürme bauen – auch wenn sie genauso schön anzusehen sind wie der feine, weiße Sand.

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