Nicht nachmachen: 7 dumme Dinge, die Menschen im Urlaub tun

Foto: © colourbox.de

Entspannung am Strand, Abenteuer im Gebirge oder Sightseeing auf einer Städtereise – Urlaub ist für viele die schönste Zeit im Jahr. Weniger schön ist jedoch, was Touristen im Ausland so anstellen. Sieben Beispiele.

1. Natur für Selfies zerstören

Wasserfälle, bunte Blumenwiesen oder ein romantischer Sonnenuntergang: Für das richtige Urlaubsfoto muss die Kulisse stimmen. Auf der Suche nach einem fototauglichen Reiseziel lassen sich viele Touristen von Instagram inspirieren, immerhin gibt es dort die vermeintlichen Geheimtipps. Das Ergebnis: Touristen besuchen populäre Instagram-Orte in Scharen – und zerstören dort die Natur.

Vergangenes Jahr musste beispielsweise der „Walker Canyon“ in Kalifornien zeitweise schließen. Touristen hatten die gesicherten Wege des Abhangs verlassen und die orangenfarbenen Mohnblumen zertrampelt. In Holland hat eine Behörde einen „Selfie Guide“ erstellt, um die beliebten Tulpenfelder zu schützen. Und in Kanada schloss vergangenen Juli eine Sonnenblumenfarm ihre Pforten, nachdem die Menschenmassen ihre Felder zerstörten.

Und das alles für Fotos wie diese: (Möglicherweise musst du die Instagram-Ansicht aktivieren)

2. Um Geld betteln

Ein Phänomen, das vor allem in asiatischen Ländern zu beobachten ist: Touristen betteln bei den Einheimischen um Geld für ihre Reise. Sie setzen sich an einen Straßenrand und stellen Schilder auf, auf denen Sätze stehen wie: „Helft mir, ich brauche Geld für Tickets“ oder „Hallo! Wir bereisen ganz Asien. Bitte unterstützt uns, wenn euch gefällt, was wir tun.“ Eine andere Variante: „Ich reise ohne Geld um die Welt. Bitte unterstützt meine Reise“

Es gibt sogar einen eigenen Begriff für solche Personen: „Begpacker“ – zusammengesetzt aus dem englischen Wort „to beg“ für betteln und „backpacker“ für Rucksacktourist. Die Strategie funktioniert – die Touristen bekommen tatsächlich Geld oder Essen:

Eine Frau aus den Philippinen erklärt, was mit diesem Trend nicht stimmt: „Ist ihnen klar, wie viel ich ausgeben muss, allein um Visa für ihre Länder zu bekommen. Und sie tun so, als ob sie bedürftig wären, in einem Kontext in dem Armut bedeutet, in unmenschlichen Bedingungen zu leben. Begpacking ist eine Beleidigung für uns.“

3. Tierquälerei unterstützen

Elefanten reiten Touristenattraktion Tiere leiden
Eine beliebte Touristenattraktion: Ein Ritt auf Elefanten. (Foto: Foto: "DGJ_4276 - Giddy Up Go..." von Dennis Jarvis unter CC-BY-2.0)

Auf Elefanten reiten, mit Delfinen tauchen oder Löwen beobachten – Tier-Abenteuer sind für viele Touristen der Höhepunkt ihres Urlaubs. Auch wenn dahinter Tierliebe stecken mag, die Tiere selbst leiden: Elefanten beispielsweise werden oft mit spitzen Haken geschlagen und mit anderen brutalen Methoden für die Ausritte gezähmt. Für Delfine, Wale oder Haie bedeutet die Anwesenheit von Menschen Stress – selbst wenn man sie in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet. Wenn Tiere Touristen-Attraktionen sind, werden sie in der Regel ausgebeutet.

Mehr Infos dazu: 5 Touristen-Attraktionen, die man auf keinen Fall mitmachen sollte

4. Gefährliche oder tödliche Selfies machen

Die Foto-Wut vieler Touristen ist nicht nur eine Gefahr für die Natur – sondern auch für die Menschen selbst. Im spanischen Galizien beispielsweise zieht ein türkisfarbener See zahlreiche Besucher an. Bei dem See handelt es sich allerdings um einen gefluteten Steinbruch einer Wolfram-Mine.

Sein Wasser ist mit verschiedenen Schwermetallen belastet, deshalb ist er so blau – und giftig. Foto-Touristen, die dort Baden gingen, berichteten von Hautreizungen und Magenproblemen. Aber das Foto war es wert, soll eine Betroffene gesagt haben.

Der See auf Instagram:

Immer wieder sterben außerdem Menschen bei dem Versuch ein Selfie zu machen: Das passiert beispielsweise, wenn sie sich mit wilden Tieren, im Wasser oder an einem Abhang fotografieren wollen – und dann etwas schief geht. Vergangenes Jahr ist etwa ein australisches Paar in Portugal gestorben. Die beiden waren offenbar bei dem Versuch ein Foto zu schießen eine 39 Meter hohe Mauer heruntergefallen.

5. Überall dieselben Bilder machen

Ziemlich viele Dummheiten im Urlaub haben mit der Suche nach dem perfekten Schnappschuss zu tun. Was aber auch ziemlich bescheuert ist: Am Ende machen doch alle die gleichen Fotos. Auf Instagram findet man hunderttausende Fotos, die identisch aussehen: Dieselben Motive, die gleichen Posen, ähnliche Perspektiven. So einzigartig war der Urlaub nicht – wie dieses Video eindrucksvoll zeigt:

6. Nacktbilder in Tempeln machen

Andere Touristen wiederum wollen sich nicht mit den typischen Urlaubsbildern begnügen – und fotografieren sich lieber oben ohne, mit heruntergelassener Hose oder gleich komplett nackt. Dabei wählen sie als Kulissen gerne wichtige Sehenswürdigkeiten und Tempel:

  • In Kambodscha beispielsweise ziehen sich Touristen besonders gern in der Tempelanlage Angkor Wat aus.
  • In Kairo ist vergangenes Jahr ein dänisches Paar die Cheops-Pyramide hochgeklettert und hat sich dort ausgezogen.
  • In Malaysia hat eine Britin nackt auf dem Gipfel eines Berges posiert, den indigene Völker als heilig betrachten.

Sich an solchen Orten auszuziehen und die Nacktfotos in sozialen Medien zu posten, ist respektlos gegenüber den Menschen, für die die Stätten eine Bedeutung haben. In vielen Fällen ist es außerdem eine Straftat.

7. Zu Filmstätten pilgern

Dubrovnik, Game of Thrones
Die Stadt Dubrovnik in Kroatien: Drehort für Game of Thrones. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Besonders beliebte Reiseziele sind Gegenden, an denen berühmte Filme oder Serien gedreht wurden. Das kann zum Problem werden – wie das Beispiel von Dubrovnik zeigt. Die kleine kroatische Stadt ist einer der Drehorte von „Game of Thrones“ (GoT). Seit dem Erfolg der Serie reisen jedes Jahr extrem viele Touristen an – und Dubrovnik ist mit den Menschenmengen überfordert. Die Behörden haben deswegen Maßnahmen beschlossen, um den Tourismus einzudämmen: Künftig sollen nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe täglich statt sechs anlegen dürfen. In der Altstadt werden nur noch 4000 Gäste erlaubt und es soll weniger Taxis geben.

Problematisch sind nicht nur die Menschenmassen, sondern auch die Art und Weise, wie sich die Touristen verhalten. An einem der GoT-Drehorte beispielsweise gehen einige Touristen gerne nackt eine Treppe herunter, um die Walk-of-Shame-Szene aus GoT nachzustellen, berichtet der Deutschlandfunk. Reiseführer beschweren sich, dass sich die Touristen nicht für die Geschichte der Stadt interessieren, sondern nur für die Game of Thrones. „Die Leute verstehen manchmal nicht, dass wir UNESCO-Weltkulturerbe sind, und dass hier auch Menschen leben, es ist nicht Disneyland oder so“, sagte Jelka Tepsic, stellvertretende Bürgermeisterin im ARD-Interview.

"The Beach", Maya Bay, Ko Phi Phi Leh, Thailand
„The Beach“, Maya Bay, Ko Phi Phi Leh, Thailand (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - pen_ash)

Ein weiteres Beispiel für Filmtourismus, der dem Ort schadet: Der Strand Maya Bay auf der thailändischen Insel Ko Phi Phi Leh. Dort wurden Szenen für den Hollywood-Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio aus dem Jahr 2000 gedreht. Seitdem ist der Ort ein begehrtes Reiseziel geworden – mit fatalen Folgen. Die Touristen hinterließen Müll und störten die sensiblen Meerestiere im flachen Wasser, 90 Prozent der Korallen waren beschädigt. Im Sommer 2018 pilgerten durchschnittlich 3.500 Besucher täglich in die Maya Bay – bis die Regierung dem ein Ende setzte: Sie schloss den Strand für die Öffentlichkeit, bis 2021 dürfen ihn keine Touristen mehr besuchen. In dieser Zeit soll sich die Natur erholen.

So geht es richtig

Urlaub machen geht auch anders – ohne der Natur, Tieren, der Umwelt oder Einheimischen zu schaden. Einige Tipps:

  • Müll vermeiden oder zumindest ordentlich entsorgen.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt Taxis fortbewegen, um die Straßen mit nicht noch mehr Autos zu verstopfen.
  • In trockenen Gegenden Wasser sparen.
  • Aktivitäten mit Tieren meiden.
  • Möglichst bei lokalen Familienbetrieben einkaufen.
  • Kultur und Privatsphäre der Einheimischen respektieren.
  • Kamera oder Smartphone öfter mal in der Tasche lassen und die Eindrücke „ungefiltert“ genießen.
  • Am besten nicht mit dem Flugzeug anreisen – Fliegen ist das klimaschädlichste Fortbewegungsmittel.

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