Sexistische Werbeplakate mit vertauschten Rollen

Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018

Werbung, die Frauen diskriminiert oder auf Sex-Objekte reduziert – Sexismus ist in der Werbebranche tief verankert. Besonders schockierend sind ältere Werbeplakate und TV-Spots, die fragwürdige Rollenbilder vermitteln. Ein Künstler hat den Spieß umgedreht.

Frauen, die die Küche nicht verlassen, ihren Mann bedienen, oder nicht imstande sind, selbst eine Ketchupflasche zu öffnen –Werbung aus den 50er- bis 70er-Jahren ist manchmal fast schon schmerzhaft anzusehen. Der Künstler und Fotograf Eli Rezkallah hat solche Werbungen vergangenes Jahr neu interpretiert – und die Rollen vertauscht.

Seine Fotoserie heißt „In einem Paralleluniversum“. „Ich habe mir ein Paralleluniversum vorgestellt, in dem die Rollen umgekehrt und sind und Männer einen Geschmack von ihrem eigenen sexistischen Gift bekommen“, erklärt Rezkallah.

Interessanter Perspektivwechsel

Inspiriert zu dem Projekt wurde der Künstler bei einer Familienfeier. Er hatte zu Thanksgiving seine Familie in New Jersey besucht und ein Gespräch zwischen seinen Onkeln verfolgt. Die Männer waren der Meinung gewesen, dass Kochen und Haushalt „Frauensache“ sei. „Auch wenn ich weiß, dass nicht alle Männer wie meine Onkel denken, war ich überrascht, dass manche es schon noch tun.“

Sexistische Werbung
In der Originalwerbung war statt einem Mann eine Frau zu sehen. (Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018)

Mit seiner Fotoserie will Rezkallah Geschlechterrollen aufbrechen und einen Perspektivwechsel ermöglichen. Die Bilder tragen Slogans von tatsächlichen Werbeplakaten – beispielsweise „“Mach dir nichts draus Schatz, immerhin hast du das Bier nicht verbrannt“ oder „Frauen verlassen die Küche nicht.“

Die Bilder:

Sexistische Werbung
Werbung einer Kleidermarke. (Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018)
Sexistische Werbung
„Keine Sorge Schatz, du hast das Bier nicht verbrannt.“ (Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018)
Sexistische Werbung
Werbung der Fastfood-Kette Hardee’s. (Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018)
Sexistische Werbung
„Wenn deine Ehefrau das herausfindet…“ (Foto: © Eli Rezkallah, produced by Plastik Studios 2018)

Mehr Bilder des von Eli Rezkallah gibt es auf seinem Instagram-Account, sowie auf seiner Webseite zu sehen.

Weiterlesen auf Utopia.de: 

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(5) Kommentare

  1. Das ist alles Amiwerbung – sowas derart Primitives hat es in Deutschland nie gegeben.
    wir erschießen ja auch nicht den Zeitungsjungen, wenn er die Zeitung mal falsch hinwirft, und bei uns wirft er sie ja auch nicht, sondern steckt sie in den Briefkasten.
    Die Menschen in den so genannten „USA“ dürften im Durchschnitt einen viel niedrigeren Intelligenzquotienten haben als die Deutschen – und das, obwohl sie uns seit hundert Jahren mit ihrer Einheitslügenpresse versuchen gehirnzuwaschen.
    Ja, ich verkünde Antiamerikanismus – und wenn man bedenkt, wer in Amerika wirklich herrscht, verkünde ich auch noch etwas Anderes.
    Nieder mit dem „Tiefen Staat“!

  2. Wie war das noch… „[Mein Antiamerikanismus] is‘ nich‘ fad! Der hat laaaange gezogen…“ 😉

    Hoch lebe das Känguru!

    (Wer hier nur Bahnhof versteht, dem rate ich dringend zur Lektüre der Känguru-Chroniken sowie ihrer Fortsetzungen aus der Feder von Marc-Uwe Kling. Lacher sowie nachdenkliche Momente garantiert!)

  3. „Das ist alles Amiwerbung – sowas derart Primitives hat es in Deutschland nie gegeben.“
    Wo hast Du denn die letzten Jahrzehnte gelebt?
    „Die Menschen in den so genannten „USA“ dürften im Durchschnitt einen viel niedrigeren Intelligenzquotienten haben als die Deutschen“
    Wofür dein Kommentar nicht unbedingt einen Beleg darstellt.

  4. „…sowas hat es in Deutschland nie gegeben“? Oh, oh, oh und oha! Alter Filmtipp: „Rendezvous unter dem Nierentisch“. Werbebeispiele:
    „Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen? und: Was werde ich kochen? Und das Wichtigste (jetzt jubelt die Hausfrau in der Küche): Der Pudding! Männer mögen Süßes zum Nachtisch. Am Besten von Dr. Oetker!“
    Mann geht zum Auto, steigt ein, Frau reicht ihm die hinterhergetragene Aktentasche, dazu eine Schachtel Zigaretten: Und hier, Schatz, deine Overstolz. Er: Leicht bekömmlich muss es sein, wie die Overstolz vom Rhein.“
    Könnte ein Dutzend davon zitieren…
    …in Deutschland nie gegeben? Nein! Doch! Ooooh!

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.