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11 erstaunliche Fakten zu Wildbienen und ihrem Schutz

© Eileen Kumpf - Fotolia.com

Sie summen, machen Honig und sind irgendwie bedroht: Das ist das Bild der Bienen, wie wir es im Kopf haben. Hier 11 Fakten, die dir mehr Durchblick beim Thema Bienen und Bienenschutz geben.

Im Jahr 2018 ist die Nachricht bei den meisten Menschen angekommen: Bienensterben ist eine Realität, daher müssen wir unbedingt etwas für die Bienen tun. Doch für welche eigentlich genau? Warum überhaupt? Das und weitere erstaunliche Fakten erfährst du hier.

1. Bienen sind Vegetarier – waren es aber nicht immer

Wir alle kennen das Phänomen, dass Wespen uns im späten Sommer belästigen – und dabei auch vor dem Knabbern am Wurstbrot nicht zurückschrecken. Tatsächlich haben Wespen und Bienen gemeinsame Wurzeln und die heutigen Bienen sind sozusagen „vegetarisch lebende Wespen“ (es gibt aber auch eine Honigwespe, die rein pflanzlich lebt).

2. Wildbienen sind keine Honigbienen

So ist das ja oft unter Verwandten: Man ähnelt einander, trägt den selben Namen – lebt aber an verschiedenen Orten und geht getrennte Wege. Genau so ist das auch bei „Bienen“, mit denen wir meist „Honigbienen“ meinen. Denn die kennt jeder – wegen des Honigs. Doch sie leben zu Tausenden in Bienenstöcken und müssen oft kilometerweit fliegen, um Futter zu finden. Anders die Wildbienen: Sie sind Einzelgänger, die in Pflanzenstängeln, Holzritzen, Lehmböden oder sogar in leeren Schneckenhäusern nisten – und ihre Nahrung in unmittelbarer Umgebung finden. Und es gibt noch einen anderen, wichtigen Unterschied.

Wildbiene und Honigbiene
Die Honigbiene (links) und die Wildbiene (rechts) unterscheiden sich in ihrem Wesen signifikant. (© REWE Group)

3. Es sind die Wildbienen, die bedroht sind

Es ist nicht so, dass wir uns um die Honigbienen keine Sorgen machen müssen – doch ganz besonders bedroht sind die Wildbienen. Weil der Mensch Wiesen zu häufig mäht, Felder mit Insektiziden und Herbiziden bespritzt und immer mehr freie Flächen entweder zubaut oder anderweitig nutzt, verschwinden die Lebensräume und Blütenpflanzen der Wildbienen. Mehr als die Hälfte der rund 560 Wildbienenarten Deutschlands sind laut Roter Liste des Bundesamts für Naturschutz (BfN) gefährdet oder bereits ausgestorben.

4. Monokulturen bedrohen die Wildbienen

Der Mensch baut bevorzugt in Monokulturen an, denn das erleichtert die Planung und die Ernte. Es hat aber zur Folge, dass es nur eine Sorte von Blüten gibt. Das allein würde die Wildbiene vielleicht noch nicht bedrohen, doch zugleich bedeutet das eben, dass Wildbienen stets nur zur kurzen Zeit der Blüte dieser einen Obst-,  Gemüse- oder anderen Kultursorte Nahrung finden. Beispiel Apfelplantage: Da blühen zwar viele Apfelbäume, aber je nach Sorte eben nur im Mai – in der blütenarmen Zeit zwischen Juni und September geht die Wildbiene hingegen leer aus. Experten nennen das Phänomen „Rückgang der biologischen Vielfalt“ – auf einer klassischen, wilden „Wiese“ blühen hingegen viele Pflanzen zu ganz unterschiedlichen Zeiten.

Wiese
Auf dieser Wiese in Rheinhessen blühen viele Wildpflanzen. (© REWE Group)

5. Wildbienen zu retten ist nicht nur was für Baumknutscher

„Wildbienen retten“ klingt nach einem dieser Müsli-Öko-Themen für Menschen, die nichts Wichtigeres zu tun haben. Ist aber nicht so. Denn Wildbienen sind verdammt wichtig. Wenn diese deutlich effizienteren Bestäuber aufgrund menschlicher Eingriffe in die Natur aussterben, dann bleiben der Natur zum Bestäuben nur noch andere Insekten (deren Zahl ebenfalls schwindet) und Vögel (die von Insekten leben, ergo auch weniger werden). Die Natur, wie wir sie kennen, würde verschwinden – am Ende wären unsere schon heute oft künstlich mit industriellen Bienenvölkern bestäubten Treibhäuser, Äcker und Felder die einzigen Orte, an denen noch etwas wächst.

6. Bienen sind ein Wirtschaftsfaktor

In der Natur vollbringen Honig- und Wildbienen die gleiche wichtige Aufgabe: Sie sorgen als fleißige Bestäuber dafür, dass Obst und Gemüse gedeihen können. Wildbienen sind dabei häufig besonders eifrig und erbringen zum Teil eine weit größere „Bestäubungsleistung“ als ihre honigproduzierende Verwandtschaft. Doch das gilt nur, wenn sie einen Lebensraum vorfinden, der ihnen Nistplätze und ein ausreichendes Angebot an Blütenpflanzen mit Pollen und Nektar bietet. Der aber wird knapper, weil wir Landflächen zubauen oder per Landwirtschaft zu Monokulturen umbauen. Man geht davon aus, dass 75% unserer Nahrungsmittel auf Bestäubung angewiesen sind. Anders gesagt: Unser Teller wäre ziemlich leer, wenn die Wildbiene verschwinden würde. Zudem sind 80% unserer heimischen Wildpflanzen auf die Insektenbestäubung angewiesen. Wildbienen sind unbezahlbar für die Natur!

7. Wir müssen biologische Vielfalt sichern

Die Gründe für das Bienensterben sind vielfältig und noch immer nicht genau untersucht. Parasiten wie die Varroamilbe bedrohen eher die Honigbiene, die ja teils regelrecht in Massentierhaltung lebt, und auch der Klimawandel hat Einfluss auf Bienen, Hummeln und Wespen. Für die Wildbienen ist der Rückgang biologischer Vielfalt („Biodiversität“) das größte Problem. Seit 2007 gibt es deshalb in Deutschland eine „Nationale Biodiversitätsstrategie“ (NBS), weltweit gilt derzeit sogar die „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ (bis 2020). Und auch Unternehmen nehmen hier zunehmend ihre Verantwortung wahr.

8. Unternehmen wie REWE und PENNY helfen bei der Sicherung biologischer Vielfalt

Ein 2010 gestartetes Gemeinschaftsprojekt von REWE Group, regionalen Imkern, der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbH, der Bodensee-Stiftung zeigt, wie man biologische Vielfalt sichern kann: Im Rahmen des PRO PLANET Apfelprojekts wurden Nisthilfen aufgestellt, Blühflächen angelegt, für blühende Hecken gesorgt und so innerhalb und rund um die Anbauflächen der Apfelbauern zusätzliche Nahrungs- und Nistangebote für blütenbesuchende Insekten geschaffen. Inzwischen beteiligen sich allein in der Bodensee-Region mehr als 100 Betriebe. Regelmäßige Erfolgskontrollen der Bodensee-Stiftung belegen, dass sich das Engagement auszahlt.

Bilanz REWE Bienenretten
Im Rahmen des PRO PLANET Apfelprojekts wurden in ganz Deutschland Nisthilfen aufgestellt, Blühflächen angelegt und für blühende Hecken gesorgt. (© REWE Group)

9. Die Hilfe für Wildbienen ist sinnvoll und wichtig

„Mit unseren Maßnahmen haben wir dazu beigetragen, dass sich die Wildbienenpopulation deutlich verbessert hat“, sagt Patrick Trötschler, stellvertretender Geschäftsführer der Bodensee-Stiftung, der das Apfelprojekt in der Bodensee-Region betreut. Im Jahr 2017 wurden in und um die Anbauflächen 117 Wildbienen-Arten ermittelt. Darunter befanden sich 25 Arten, die landesweit als bedroht oder als nicht ungefährdet eingestuft sind, zum Beispiel die Bärtige Sandbiene, die Große Harzbiene, die Wald-Pelzbiene oder die Rötliche Kegelbiene. „Auf den Ansaaten wurden oft hohe Individuenzahlen und mit bis zu 34 Wildbienen-Arten mancherorts auch eine große Vielfalt festgestellt. Bei einigen Hilfsmaßnahmen wie den Wildbienen-Nisthilfen kam es seit der letzten Erhebung vor vier Jahren sogar zu einer Verdopplung der Artenzahlen“, sagt der Tierökologe Mike Herrmann, der das Wildbienen-Monitoring durchgeführt hat. „Für intensiv genutzte Obstanbauflächen sind das erfreulich hohe Zahlen.“

10. Naturschutz und Landwirtschaft müssen zusammenarbeiten

Das Projekt zeigt, wie sich Naturschutz und Landwirtschaft ergänzen können. „Der Naturschutz sorgt dafür, dass die Obstplantagen langfristig genutzt werden können – indem sie von den Bienen bestäubt werden “, sagt Johannes von Eerde, Geschäftsführer der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbh. „So schließt sich der Kreis zwischen Naturschutz und Wirtschaftlichkeit. Darin liegt für uns alle eine große Chance“. Die REWE Group belohnt den Einsatz der Bodensee-Obstbauern für den Erhalt der biologischen Vielfalt in ihren Anbaugebieten mit dem PRO PLANET-Label. Damit wird das Engagement auch für die Verbraucher sichtbar.

Die gute Zusammenarbeit der Projektbeteiligten wurde in 2016 mit dem deutschen CSR-Preis in der Kategorie „Vorbildliche Kooperation eines Unternehmens mit NGOs/NPOs“ ausgezeichnet.

11. Das PRO-PLANET-Apfelprojekt vergrößert sich deutschlandweit

Die Erfolgsgeschichte vom Bodensee zieht Kreise: Mit Unterstützung der REWE Group und dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) wurde das Projekt inzwischen auf ganz Deutschland ausgeweitet. Aktuell sind bundesweit mehr als 250 Betriebe in 12 Anbaugebieten daran beteiligt, die biologische Vielfalt im Rahmen des PRO PLANET-Apfelprojekts zu stärken. Die Wildbienen danken es mit ihrem sprichwörtlichen Fleiß: Jede von ihnen besucht pro Tag etwa 5000 Blüten. Das PRO PLANET-Label wird von unabhängigen Experten vergeben und kennzeichnet Produkte, die eine besondere Nachhaltigkeitsleistung auszeichnen. „Unser Apfelprojekt belegt, dass der Dialog und die praktische Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Landwirten einen wertvollen Mehrwert für die Natur, die Anbauregion und alle Beteiligten liefern“, stellt Dr. Florian Schäfer als verantwortlicher Betreuer für die REWE Group fest.

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