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Darum sind nachhaltige ETFs in der Regel wenig nachhaltig

CC0 Public Domain / Unsplash – Micheile Henderson

Die beliebten Indexfonds, sogenannte ETFs gibt es jetzt immer öfter in „grün“. Doch die Produkte von BlackRock & Co. sind in der Regel vieles – nur wenig nachhaltig. Ein kurzer ETF-Nachhaltigkeits-Check.

ETFs (Exchange Traded Funds) sind in aller Munde und bei vielen Anlegerinnen und Anlegern beliebt. Wer kostengünstig in Investmentfonds investieren will, entscheidet sich oft dafür. ETFs gibt es jetzt auch in grün. Was taugen die nachhaltigen ETFs – Augenwischerei oder ernstzunehmendes nachhaltiges Investment?

Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds bilden einen Börsenindex nach und werden deshalb oft auch Indexfonds genannt. Sie können etwa den Deutschen Aktienindex (DAX), der die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen beinhaltet, nachbilden, sprich Aktien von jedem der 30 Konzerne kaufen. Steigt der DAX, steigt auch der Wert des ETFs, fällt der deutsche Leitindex, fällt auch der ETF.

Ein Fonds, der einen Index nachbildet, ist unaufwändig: Er benötigt keinen Fondsmanager und kein Analyseteam, das über die Auswahl der Aktien nachdenkt. Es ist von vorne herein klar, welche Aktien in einem Indexfonds landen. Aus diesem Grund sind ETFs meist auch günstiger als gemanagte Fonds.

Eine wirklich positive Wirkung erzielen gemanagte Fonds. (CC0 Public Domain / Unsplash – Chris Liverani)

Sind nachhaltige ETFs wirklich nachhaltig?

Kurz und knapp: In der Regel nicht wirklich. „Nachhaltige“ Indexfonds werden meist erstellt, indem aus Tausenden Aktien die nachhaltigsten 25 % oder 50 % einer Branche herausgefiltert werden. Dieser Ansatz ist als „Best-in-Class“-Verfahren bekannt. Das hat zufolge, dass zum Beispiel Aktien von Öl- und Kohlekonzernen in einem nachhaltigen ETF landen können, weil sie „nachhaltiger“ sind, als ihre Wettbewerber aus der Branche. Sie sind sozusagen die am wenigsten schädlichen Unternehmen ihrer Branche.

Im Portfolio des sehr beliebten iShares Dow Jones Global Sustainability Screend ETF des Fondsriesen BlackRock befinden sich zum Beispiel die Ölgiganten Total und Royal Dutch Shell. Darüber hinaus investiert der ETF in den Atomkonzern Electricité de France oder Nestlé. Eine weitere Aktie, die im Halbjahresbericht 2019 genannt ist, ist der drittgrößte Goldminenbetreiber der Welt AngloGold Ashanti. Diesem wird von Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen, dass die Goldförderung vor allem in Ghana zu Umweltbeeinträchtigungen, Menschenrechtsverletzungen, Vorschubleistung der Kinderarbeit sowie Vergiftungen der Bergarbeiter führt. Die Chemikalien, die zur Herauslösung des Goldes verwendet werden, gelangen in Seen und teils ins Trinkwasser. Welche nachhaltige Investorin oder welcher nachhaltige Investor möchte sein Geld in solche Konzerne stecken? Eben.

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Ausgeschlossen im ETF von BlackRock sind lediglich die Sektoren Waffen, Alkohol, Pornographie, Tabak und Glücksspiel.

Der Best-in-Class-Ansatz wird auch von nachhaltigen Fonds genutzt. Der Unterschied dort ist, dass nachhaltige gemanagte Fonds in der Regel einen Nachhaltigkeitsbeirat haben, der die Auswahl der Aktien kritisch hinterfragt. Letzteres ist bei ETFs aus Kostengründen nicht der Fall. Darüber hinaus gehen viele nachhaltige Fonds in den Dialog mit Unternehmen, um sie zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Bei Indexfonds ist das auch nicht der Fall.

Was ist der Unterschied zu nachhaltigen Triodos-Fonds?

Die Fonds von Triodos Investment Management (Triodos IM) unterscheiden sich massiv von „nachhaltigen“ ETFs. Sie funktionieren nicht nach dem Best-in-Class-Prinzip, sondern haben einen positiven Ansatz:

Die Fondsmanager suchen ganz gezielt Unternehmen aus, die nachhaltig wirklich etwas positiv bewegen. Unternehmen, die klar ökologische und soziale Herausforderungen adressieren und Lösungen für ökologisch-soziale Probleme bieten, die einen nachweislich messbaren Beitrag zum Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft leisten.

Triodos IM fokussiert sich dabei auf sieben Themenfelder, die für eine positive Zukunft unserer Welt essentiell sind. Unternehmen, in die Triodos IM die Fondsmittel investiert, müssen mindestens zu einem der folgenden Übergangsthemen einen messbar positiven Beitrag leisten:

  • Nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft
  • Erneuerbare Ressourcen
  • Kreislaufwirtschaft
  • Nachhaltige Mobilität und Infrastruktur
  • Nachhaltige Innovationen
  • Glückliche und gesunde Menschen
  • Soziale Teilhabe und mündige Menschen

Wurden Unternehmen gefunden, die nach diesem positiven Screening für Investments infrage kommen, prüft Triodos IM in einem zweiten Schritt, ob ein Unternehmen seine strengen Mindeststandards für Investments erfüllt.

Dieser Investmentansatz hat das Ziel, die Wirtschaft nachhaltig zu transformieren und greifbaren Impact zu erzeugen. Es geht nicht darum in die am wenigsten schädlichen Unternehmen zu investieren, sondern in die, die Welt nachhaltig zu bewegen.

Mehr zum Thema: Der ökologische Fußabdruck von Investmentfonds!

Ein Tipp für alle Interessierten mit vielen weiterführenden Artikeln ist das Test-Magazin für nachhaltige Geldanlagen, der ECOreporter.

Update: Anfang März hat die Deutsche Börse mit viel Medienrummel einen neuen nachhaltigen Index, den DAX 50 ESG, in den Handel gebracht. Nach den Vorstellungen der Deutschen Börse soll er sich zu dem ESG-Standard in Deutschland entwickeln. Wirft man einen Blick in das Portfolio, finden sich darin Unternehmen wie Bayer oder die Deutsche Bank. Auch hier gilt also: Wirklich nachhaltig-transformatives Investieren geht anders.

Text: mrn

Der Beitrag erschien ursprünglich im Triodos-Bank-Blog diefarbedesgeldes.de

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