Studie beweist: Bio ist gesünder

Bio-Gemüse enthält deutlich weniger Pestizide
Foto: "Heirloom Tomatoes" von John Morgan unter CC-BY-2.0 (flickr)

Bio-Lebensmittel sind deutlich weniger mit Schadstoffen belastet als konventionelle Produkte – und damit gesünder. Diese Aussage hat das jährliche Öko-Monitoring des Landes Baden-Württemberg jetzt erneut bestätigt.

Konventionelles Gemüse wies 2014 rund 320 Mal mehr Pestizidrückstände auf als ökologisch angebautes Gemüse. In Worten: dreihunderzwanzig Mal. Beim untersuchten Obst waren es immer noch 80 mal mehr Rückstände. Das Öko-Monitoring, das Bio-Lebensmittel auf seine Inhaltsstoffe untersucht, erbringt damit einen deutlichen Beweis dafür, dass Bio-Lebensmittel sicherer und gesünder sind – und die Anbaumethoden vieler konventioneller Erzeuger fragwürdig.

Laut der Mitte Juni veröffentlichten Untersuchungs-Ergebnisse wurden bei über der Hälfte der Bio-Proben gar keine Rückstände aus chemisch-synthetischen Pestiziden gefunden. Dort, wo es Rückstände gab, handelte es sich um sehr niedrige Gehalte, „die deutlich unterhalb der Konzentrationen liegen, die üblicherweise nach Anwendung entsprechender Wirkstoffe im Erntegut festgestellt werden“, schreibt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Viele chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel gelangen in den Boden und belasten die Umwelt schwer. Doch auch für uns Verbraucher können sie gefährlich sein: Die giftigen Rückstände verbleiben auf den gespritzten Lebensmitteln und gelangen damit in unseren Körper. Dabei sind chemische Pflanzenschutzmittel alles andere als harmlos. Das weit verbreitete Monsanto-Pestizid Roundup beispielsweise gilt als krebserregend. Die neue Studie macht deutlich: Vermeiden bzw. reduzieren können wir diese Pestizidbelastung nur, indem wir Bio-Lebensmittel bevorzugen.

„Bio-Lebensmittel sind die sichersten am Markt“

„Die neuen Test-Ergebnisse des Öko-Monitorings Baden-Württemberg zeigen dieses Jahr ein weiteres Mal, dass Bio-Lebensmittel die sichersten am Markt sind. Weil Bio-Bauern keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen, sind diese fast vollständig frei von Verunreinigungen mit Pflanzenschutzmitteln“, sagt der Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass trotz des schonenden ökologischen Anbaus Pestizidrückstände nie vollkommen ausgeschlossen werden können: „Solange der Großteil der Landwirtschaft auf den Einsatz von Agrarchemie setzt, befinden sich Pestizidrückstände in unserer gesamten Umwelt.“

Hier finden Sie die Ergebnisse des baden-württembergischen Öko-Monitorings im Überblick.

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(8) Kommentare

  1. Die Vorteile von Bio Produkten, insbesondere von Obst und Gemüse, sind ja nicht von der Hand zu weisen. Und doch stehe ich oft vor der Theke und frage mich, ob das in Plastik verpackte Bio-Gemüse tatsächlich nachhaltiger ist, als das lose verkaufte konventionelle Gemüse? Muss die Verpackung wirklich sein?

  2. Genau das ist es, was mich in den Biomärkten auch sehr stört: vieles ist genauso in Plastik verpackt, unser Planet erstickt an Plastikabfällen und gerade bei Biomärkten und akzeptierten höheren Preisen erwarte ich, dass man sich darüber mehr Gedanken macht. Das beste Ost und Gemüse nützt nicht viel, wenn die Plastikweichmacher sich auch darin niederlassen. Das wäre aus meiner Sicht vermeidbar.

  3. Eigentlich sollte Bio nur in herkömmlichen Märkten verschweißt sein. Der Gesetzgeber fordert im übertragenen Sinn, Bio vor Nicht-Bio zu schützen. Da normalerweise mehr Nicht-Bio verkauft wird, wählt man die Biosachen, um tatsächlich WENIGER Plastik zu produzieren.

    Im reinen Biomarkt sollte es diese Extraverpackung nicht geben. Ansonsten hilft noch der Weg zum Wochenmarkt, zum Erzeuger oder demnächst auch zum verpackungsfreien Laden.

    Schönen Gruß
    Oliver

  4. Die Verpackung ist auch im Bioladen ein Problem. Ich kaufe dort Obst nur lose und benutze allenfalls Papiertüten (mehrmals). Auch Eierkartons nehme ich immer wieder mit in den Markt. Lebensmittel mit Aluminium(-Deckel) wie z. B. Joghurt kaufe ich nicht. Abgesehen davon, daß ich Joghurt selbst mache, kann man ihn auch in Pfandgläsern kaufen. Selbst Schokolade hat keine Alu-Folie drin. Viele Produkte im Bioladen haben mit dem Bio-Gedanken nichts mehr zu tun und gehören ignoriert. Neulich habe ich recyclete Alufolie bei denn´s gesehen. So einen Müll benutze ich nie, nicht einmal geschenkt! Also, Verantwortung übernehmen und auch bei Bio kritisch sein!

  5. Wir kaufen meist auf einem Bauernmarkt in Graz ein und dort muss man auf konventionell erzeugte Produkte zurückgreifen. Doch was ist die Alternative? Bio? Im Bioladen kommt Bio meist verpackt und von weit her.
    Zudem ist die Schlagzeile falsch: „Bio ist gesünder“ legt nahe, dass es sich hier um eine Gesundheitsstudie handelt. Allein der Nachweis von höherer Pestizidbelastung beweist noch keine Belastung der Gesundheit. Zudem verschweigt die Studie, dass Bio durchaus auch höhere Belastungen aufweisen kann. Z.B.: ist bei Biomilch wegen der Freilandhaltung die Dioxinbelastung wesentlich höher.

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