Der neue Tesla X: abgasfreier SUV oder Elektro-Unsinn?

Foto: Tesla Motors

Tesla gilt als Inbegriff des Elektroautos: Jetzt hat das Unternehmen den Tesla X vorgestellt, eine Mischung aus SUV und VAN mit zahlreichen Superlativen von PS bis Beschleunigung. Alles super – aber ist das nun auch ein gutes Elektro-Auto?

Tesla baut nach und nach sein Auto-Portfolio aus. Längst gibt es nicht nur den auffälligen Sportwagen Tesla Roadster, der lange Zeit für Tesla stand, sondern auch den Tesla S, eine Oberklassen-Limousine mit gut zwei Tonnen Leergewicht, die ebenfalls elektrisch betrieben ist.

Heute erschien nun der Tesla X, ein Hightech-Bolide, der 2012 erstmals vorgestellt und seither immer wieder verschoben wurde. Die Mischung aus SUV und VAN bietet Platz für fünf bis sieben Personen und soll je nach Ausstattung etwas unter 100.000 Euro kosten.

Tesla X: innen

Tesla X: 2,5 Tonnen Energieverschwendung

Tesla X: Flügeltüren
Tesla X: Flügeltüren (Foto: Tesla Motors)

Die hinteren Sitzreihen sind nur über Flügeltüren zu erreichen. Die waren gewiss einer der Gründe für die lange Verzögerung des edlen Strom-Schluckers, denn sie sind so konstruiert, dass sie auch in Garagen hochklappen können.

Wie der Modell S hat das Modell X in seinem futuristischen Cockpit einen 17-Zoll-Touchscreen-Monitor. Die Seitenspiegel sind beheizbar. Kameras, Sonar und Radar überwachen die Umgebung. Luftfilter auf „medizinischem Niveau“ filtern Pollen, Bakterien und Viren aus der Umgebungsluft, ja, mehr noch, ein „bioweapon defense mode“ soll nach Tesla-Angaben auch bei Angriffen mit Biowaffen schützen. Soso…

Tesla X: Elektro-SUV
Tesla X: Elektro-SUV (Foto: Tesla Motors)

Die Motorkaft kann sich jedenfalls sehen lassen: Allradgetrieben kommt das Auto je nach Modell in 3,2 bis 4,8 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht am Ende eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Die Reichweite gibt Tesla bei einem Akkusystem mit 90 kWh mit 400 Kilometern an, wobei die mit solchen elektrischen Kavalierstarts wohl eher nicht zu erreichen sind.

Utopia meint:
Tesla ist hoch anzurechnen, dass das Unternehmen das Thema „Elektromobilität“ wohl populärer gemacht hat als beispielsweise der Elektromobilitätsplan der Bundesregierung. Doch bei diesem Modell stellt sich wirklich die Frage: Ist all das für ein Elektroauto noch sinnvoll? SUVs und kleine VANs gehören in Deutschland zwar zu den meistverkauften Kraftfahrzeugen, doch nachhaltig sind sie eben nie: zu schwer, zu groß, von allem zu viel. Der neue Tesla X wiegt ohne Fahrer knapp 2,5 Tonnen, die der Fahrer dann elektrisch durch die Gegend karrt. Da muss man schon verdammt grünen Ökostrom tanken, damit das dann noch nachhaltig ist.

Im kommenden Jahr soll erstmals ein Mittelklasse-Modell erscheinen, sozusagen der „Tesla für die Masse“. Er könnte aus nachhaltiger Sicht das erste sinnvolle Tesla-Auto sein.


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(1) Kommentar

  1. Der Autor dieses Artikels benötigt etwas Nachhilfe in Physik. Das Gewicht eines Fahrzeugs hat (bei ebener Strecke und gleichmäßiger Geschwindigkeit) überhaupt keinen Einfluss auf den Energieverbrauch. Dieser hängt nur vom Reibwert der Reifen und vom Luftwiderstand ab, und beides ist bei Tesla (notgedrungen) vorbildlich – trotz Gewicht.
    Bei Beschleunigung und Bergauffahrten muss man natürlich das höhere Gewicht ziehen, aber diese zusätzlich verbrauchte Energie wird ja beim Bremsen und bergab wieder rekuperiert (nicht rekuperierbare Verluste entstehen nur aufgrund von Reifenreibung und Windwiderstand, nicht aufgrund von Masseträgheit).
    Insofern ist das Gewicht eines Fahrzeuges als *alleinige* Größe für den Verbrauch völlig unerheblich. Bitte daher die Überschrift „Energieverschwendung“ korrigieren, sie ist sachlich falsch.